Ein fruchtbarer Boden ist die Grundlage jeder landwirtschaftlichen Produktion. Jedes Jahr gehen in der Schweiz Tonnen wertvoller Erde durch Erosion verloren, was zu einem Verlust der Bodenfruchtbarkeit führt. Dieses Phänomen zu verhindern bedeutet, die Produktivität und Rentabilität der landwirtschaftlichen Betriebe zu erhalten und gleichzeitig die Ressourcen für künftige Generationen zu sichern. In einem Land, in dem die landwirtschaftliche Fläche durch die Topografie begrenzt und einem zunehmenden Urbanisierungsdruck ausgesetzt ist, zählt jeder Hektar: Eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung ist daher unerlässlich.
Um Erosion zu verhindern, müssen wirksame agronomische Praktiken mit einer optimalen Gestaltung der Parzellen kombiniert werden. Diese Massnahmen verlangsamen den Wasserabfluss, fördern die Versickerung und stabilisieren die Bodenstruktur. Bestimmte natürliche Faktoren – Hanglage, Bodenart, starke Regenfälle – sind unvermeidbar, können aber dank Risikokarten vorhergesehen werden.
Bei festgestellter Erosion bewertet Grangeneuve die Verluste und ordnet einen Massnahmenplan an. Die Anforderungen des Ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) schreiben auch Massnahmen gegen Oberflächenabfluss vor, um die Wasserqualität zu schützen.
Kontakt
GrangeneuveSektion LandwirtschaftRoute de Grangeneuve 311725 Posieux
T +41 26 305 58 00grangeneuve-landwirtschaft@fr.ch
Warum Erosion vorbeugen?
Erosion bedroht direkt die Ertragskraft.
Ein erodierter Boden verliert seine Struktur, seine Nährstoffe und seine Fähigkeit, Wasser zu speichern. Die Folge: sinkende Fruchtbarkeit, vermehrter Oberflächenabfluss und Anbaukulturen, die anfälliger für Dürreperioden sind.
Wenn Sie jetzt handeln, sichern Sie die Widerstandsfähigkeit und Rentabilität Ihres Betriebs.
- Eine intakte Struktur: Eine gute Porosität fördert die Versickerung.
- Mehr Wasser verfügbar: Organisches Material wirkt wie ein Schwamm und begrenzt den Abfluss.
- Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenzeiten: Ein stabiler Boden bewahrt seine Nährstoffe und unterstützt Ihre Kulturen in kritischen Zeiten.
Weniger Erosion = mehr Fruchtbarkeit, mehr Ertrag und weniger Sorgen.
Wie kann Erosion verhindert werden?
Um Bodenverlust zu verhindern, muss der Wasserfluss kontrolliert und die Bodenstruktur geschützt werden. In der Schweiz begünstigen Hanglagen und starke Regenfälle den Oberflächenabfluss und den Verlust von Feinpartikeln, die für die Fruchtbarkeit unerlässlich sind. Die Prävention basiert auf Massnahmen wie Pflanzendecken, Grasstreifen und Oberflächenwassermanagement. Diese Massnahmen verringern die Fließgeschwindigkeit des Wassers, verbessern die Versickerung und stabilisieren die organische Substanz, wodurch langfristig produktive Böden erhalten bleiben.
Bestimmte Risikofaktoren sind natürlich und können von den Bewirtschaftern nicht beeinflusst werden:
- Neigung und Topografie
- Intensität und Häufigkeit der Niederschläge
- Bodenart: Leichte Böden sind empfindlicher als gut strukturierte Lehmböden.
Tipp: Überprüfen Sie die Erosionsgefahr auf Ihren Parzellen mithilfe der folgenden Links:
Qualitative und quantitative Risiken der Erosion und Erosionsschäden durch Oberflächenabfluss
Beispiel der quantitativen Erosionsrisikokarte; © Swisstopo
Risiko von Oberflächenabfluss im Kanton
Informationen zu den Abflussrisiken können auch über das Kartenportal des Kantons Freiburg abgerufen werden, indem folgende Ebenen aktiviert werden:
- Gefahrenhinweis Oberflächenabfluss
- Fliessrichtungsvektoren – Oberflächenabfluss
- Fliessgeschwindigkeit Oberflächenabfluss
Beispiel für eine Übersichtskarte, die sowohl die Abflussgeschwindigkeit als auch die Abflussrichtung darstellt; © Swisstopo
Verschiedene Praktiken tragen zur Risikominderung bei:
- Verbesserung der Bodenstruktur mit organischen Düngemitteln und Kalk: Diese Zusätze stärken die Stabilität der Aggregate und erhöhen die Wasserrückhaltefähigkeit. So entsteht ein humusreicher und ausgewogener Boden, der von Natur aus widerstandsfähiger gegen Erosion ist.
- Ganzjährige Vegetationsdecke: Schützt den Boden vor Regeneinwirkung, fördert die Versickerung und regt das Bodenleben an.
- Pufferzonen und Grasstreifen anlegen: Sie verlangsamen den Wasserabfluss und halten Partikel zurück.
- Anpassung der Bodenbearbeitung, um Verdichtung zu vermeiden: Begrenzung der Fahrten auf dem Feld, Reduzierung der Radlast und Arbeiten unter trockenen Bedingungen (Entscheidungshilfen: Terranimo® und Bodenmessnetz, via unten stehendem Link).
- Bevorzugung einer reduzierten Bodenbearbeitung: Minimierung der Störung der Bodenstruktur und Erhaltung der Stabilität.
- Diversifizierung der Fruchtfolge: Wechseln Sie die Kulturen, um die Aussaatzeiten zu variieren. Wechseln Sie zwischen Hackfrüchten und Getreide, Sommer- und Winterkulturen und integrieren Sie Kunstwiesen in die Fruchtfolge. So wird vermieden, dass grosse Flächen gleichzeitig kahl sind oder dass die gleiche Kultur das gesamte Einzugsgebiet bedeckt.
- Optimierung der Parzellenaufteilung: senkrecht zum Hang bewirtschaften, in Streifen unterteilen, entlang der Höhenlinien arbeiten (=Keylines) und lange Hänge vermeiden, um die Abflussgeschwindigkeit zu verringern und die Versickerung zu fördern (siehe Fotos in der Galerie unten auf der Seite).
Im Falle von Erosion ist es unerlässlich, eine Kombination von Massnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen zu begrenzen und Ihre Parzellen nachhaltig zu stabilisieren.
Was tun bei aufgetretener Erosion?
Selbst bei Einhaltung aller Vorsichtsmassnahmen kann es nach starken Regenfällen zu Erosion kommen.
Diese kann in Grangeneuve gemeldet werden von:
- dem betroffenen Landwirt;
- einem unterhalb gelegenen Landwirt, der unter den Folgen leidet, ohne selbst der Verursacher zu sein;
Privatpersonen oder Gemeinden.
Wenn eine Meldung eingeht, führt Grangeneuve eine Bestandsaufnahme vor Ort durch, indem das Einzugsgebiet und die sichtbaren Anzeichen beobachtet werden: Rinnen, Gräben, kahle Stellen oder Erdablagerungen am unteren Rand der Parzellen. Es wird eine Schätzung der Verluste vorgenommen.Ein Verstoss wird gemeldet, sobald der von der VBBo festgelegte kritische Schwellenwert von 2 t/ha überschritten wird. Zu diesem Zeitpunkt gilt die Bodenproduktivität als gefährdet und es müssen unbedingt Abhilfemassnahmen ergriffen werden. Erosion oder Wasseransammlungen betreffen oft mehrere Parzellen auf einem Hang. In solchen Situationen sind koordinierte Massnahmen für alle betroffenen Parzellen unerlässlich, um wirksam handeln zu können.
Der erste Schritt für den Kanton besteht darin, die Ursache der Erosion zu ermitteln:
- Natürliche Ursachen: aussergewöhnliche Niederschläge (>50 mm/h)
- Infrastruktur: ungeeignete Bauten
- Bewirtschaftungstechniken: landwirtschaftliche Praktiken
Wenn die Erosion mit landwirtschaftlichen Praktiken zusammenhängt:
- Verantwortung: Der Landwirt (oder alle betroffenen Landwirte) muss Massnahmen im Rahmen eines Massnahmenplans umsetzen, um die Erosion zu stoppen. Achtung: Bei wiederholten Vorfällen und Fehlen eines Plans können die Direktzahlungen gekürzt werden.
- Massnahmenplan: muss erstellt und von Grangeneuve genehmigt werden.
- Anpassung: Bei anhaltender Erosion muss der Plan angepasst werden. Die Direktzahlungen werden nicht gekürzt, wenn die Massnahmen umgesetzt werden.
Der «Massnahmenplan Erosion» sowie zwei Formularvorlagen stehen Ihnen als Hilfsmittel zur Verfügung; ausgefüllt dienen sie als Massnahmenplan:
Weiterführende Informationen:
Pflicht zur Verhinderung von Oberflächenabfluss
Der Ökologische Leistungsnachweis (ÖLN) verlangt Massnahmen zur Vermeidung von Abflüssen in Ackerkulturen, um Oberflächengewässer vor Verschmutzung und Erosion zu schützen.
Gemäss den Ökologischen Auflagen muss jede mit Pflanzenschutzmitteln behandelte Parzelle mit einer Neigung von mehr als 2 % zu einer Strasse oder einem entwässerten Weg mindestens 1 Punkt zur Verringerung des Oberflächenabflussrisikos erreichen. Die folgende Tabelle zeigt die möglichen Massnahmen, um dies zu erreichen.
Tabelle der Massnahmen und Punkte zur Verringerung des Oberflächenabflusses:
| Mögliche Massnahmen | Punkte |
|
Aussaat in Streifen, in gefrästen Streifen oder unter Mulch Direktsaat |
2 Punkte 3 Punkte |
| Deckende Untersaat zum Zeitpunkt der Anwendung | 1 Punkt |
| Querdämme in Dammkulturem | 1 Punkt |
| Strohstreifen oder Mulch auf 10 m (>1,5 t/ha) senkrecht zum Hang | 1 Punkt |
| Mindestens 3 m begrünte Streifen in der Parzelle, wo Abschwemmung entsteht. | 1 Punkt |
| Min. 3m Begrünung des Vorgewendes | 1 Punkt |
|
Begrünter Pufferstreifen - 6m Begrünter Pufferstreifen - 10m Begrünter Pufferstreifen - 20m |
1 Punkt 2 Punkte 3 Punkte |
| Vollständig begrünte Fahrgassen | 1 Punkt |
| Beetanbau mit begrünten Fahrspuren (Gemüsebau) | 1 Punkt |
| Beetanbau mit begrünten Fahrspuren, Senkrecht zum Hangverlauf (Gemüsebau) | 2 Punkte |
| Behandlung auf weniger als 50% der Fläche | 1 Punkt |
|
Einzelpflanzenbehandlung mit Kameraerkennung auf weniger als 25% der Fläche Einzelpflanzenbehandlung mit Kameraerkennung auf weniger als 10% der Fläche |
2 Punkte
3 Punkte |
Weiterführende Informationen zu den Massnahmen:
Documents utiles
Galerie
Keylines: Nutzung in Richtung des Gefälles vor der Einrichtung der Keylines
Keylines: Planung der Bodenbearbeitung entlang den Höhenlinien
Keylines: Aussaat entlang der Höhenlinien
Keylines: Bewirtschaftung der Parzellen entlang der Höhenlinien
Lineare Erosion auf einem leicht geneigten Feld; Rinnen und Ablagerungen von Feinerde.
Flächige Erosion, die eine Verschlämmungskruste auf jungen Pflanzen bildet.