Die Bodenfeuchte ist von entscheidender Bedeutung. Die Bearbeitung eines zu feuchten Bodens kann zu einer Verdichtung führen, die die Belüftung des Bodens beeinträchtigt, das Pflanzenwachstum hemmt, die Versickerung bei starken Regenfällen verringert und die für Trockenperioden verfügbaren Wasserreserven einschränkt. Der Schlüssel: vorausschauend handeln und angepasst reagieren. Die Kenntnis des Feuchtigkeitszustands des Bodens hilft dabei:
- Planen Sie Ihre Massnahmen und vermeiden Sie den Einsatz von Maschinen, wenn der Boden zu nass ist.
- Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt für die Ausbringung von Hofdüngern.
- Optimieren Sie die Bewässerung in Trockenperioden.
Vier Instrumente können dabei helfen: das Bodenmessnetz, Terranimo®, das Bewässerungsnetz und die nationale Trockenheitsplattform. Mit ihnen lässt sich insbesondere die Tragfähigkeit des Bodens vor jedem Eingriff bewerten und eine bodenschonende Bewirtschaftung gewährleisten.
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Überprüfen der Bodenfeuchte in Echtzeit
Bevor Sie Ihre Parzellen befahren, konsultieren Sie die Website «Bodenmessnetz». Diese Plattform stellt alle zehn Minuten aktualisierte Daten zur Verfügung. Das Netzwerk umfasst derzeit mehr als 60 Stationen, davon 11 im Kanton Freiburg.
Die Messungen werden mit Tensiometern durchgeführt, welche die Saugkraft anzeigen, ein Schlüsselparameter zur Bewertung der Tragfähigkeit des Bodens und des Verdichtungsrisikos. Diese Kraft drückt die Spannung aus, mit der das Wasser im Boden zurückgehalten wird:
- Je höher der Wert, desto trockener und tragfähiger ist der Boden und desto weniger anfällig für Verdichtung.
- Je niedriger der Wert, desto feuchter und anfälliger für Verdichtung ist der Boden.
Nützliche Hinweise: Schwellenwerte für die Bodenfeuchte
Wenn der Indikator auf der Website „grün“ ist, ist der Boden trocken und stabil: ideal für den Verkehr, aber oft zu trocken für eine effiziente Bodenbearbeitung.
„Gelb“ bedeutet, dass die Bedingungen für die meisten landwirtschaftlichen Arbeiten optimal sind.
Die Farbe „orange“ mahnt zur Vorsicht: Fahren Sie mit schweren Maschinen nur eingeschränkt.
„Rot“ schliesslich bedeutet, dass jegliche Arbeiten auf dem Feld dringend abzuraten sind.
Achtung: Nach einem Niederschlag von > 10 mm in 24 Stunden wird jede Bodenbearbeitung kritisch, auch wenn die Werte noch keine Sättigung anzeigen. Ausserdem bleibt ein lehmiger Boden bei ähnlicher Feuchtigkeit (z. B. zwischen 6 und 10 cbar) empfindlicher als ein sandiger Boden: Es muss eine höhere Saugkraft abgewartet werden, um eine gute Tragfähigkeit zu gewährleisten. Dabei ist zu beachten, dass die Messstationen in Gebieten mit permanentem Bewuchs installiert sind, was zu erheblichen Abweichungen gegenüber Parzellen mit offenem Boden führen kann.
Einschätzung des Verdichtungsrisikos
Um Ihre Entscheidungsfindung zu verfeinern, kombinieren Sie die Messung der Bodenfeuchte mit Terranimo, einem kostenlosen digitalen Tool, welches das Risiko der Bodenverdichtung bewertet.
Mit Terranimo können Sie verschiedene Szenarien simulieren, indem Sie Folgendes vergleichen:
- die von der Maschine ausgeübte Belastung (Gesamtgewicht, Anzahl der Achsen, Radlast, Reifendruck)
- und die Widerstandsfähigkeit des Bodens (Beschaffenheit, Feuchtigkeit)
Dank dieser Simulationen können Sie die optimalen Bedingungen für die Arbeit ermitteln, ohne die Bodenstruktur zu beeinträchtigen. Terranimo ist auch ein wertvolles Werkzeug für die Planung Ihrer Investitionen in Maschinen, da es Ihnen hilft, Entscheidungen zu vermeiden, die der Gesundheit Ihrer Böden und Ihrem Budget schaden könnten, indem es leichtere Maschinen bevorzugt.
Wenn die Bodenfestigkeit überschritten wird, ist das Risiko einer Verdichtung hoch, insbesondere in der Tiefe, was zu dauerhaften Schäden führen kann.
Bewässerung effizient gestalten
Eine gute Planung ist unerlässlich, um Wasser im Sommer effizient zu verwalten und Trockenperioden besser zu überstehen. Informieren Sie sich während der gesamten Saison beim „Bewässerungsnetz” darüber, wann Sie bewässern sollten und wie viel Wasser Sie verwenden sollten. Dieses Netzwerk, das auf 280 Sonden basiert, die jedes Jahr hauptsächlich in Kartoffel- und Gemüsekulturen installiert werden, misst den Wassergehalt alle 10 cm bis zu einer Tiefe von 60 cm. So bietet es einen genauen Überblick über das Wasserprofil des Bodens.
Das Bewässerungsnetzwerk ermöglicht die Abfrage von Daten in Echtzeit. In Verbindung mit einer Bewässerungsmanagement-App integriert die Plattform Klimainformationen, das Stadium der Kulturen und die Bewässerungszeiträume, um die Wasserbilanz zu berechnen und den optimalen Zeitpunkt und die optimale Wassermenge zu empfehlen.
Seit 2024 veröffentlichen die Beratungsdienste der Kantone Waadt und Freiburg in Zusammenarbeit mit der BFH-HAFL ein Bewässerungsbulletin, um Landwirte zu unterstützen. Dieses Projekt soll ein Entscheidungshilfetool bereitstellen, um zu wissen, wann und in welcher Menge bewässert werden muss.
Das Bulletin stützt sich auf:
- den Wasserhaushalt der Parzellen,
- die Wettervorhersagen
- und den Entwicklungsstand der Kulturen.
Jede Region (Broye, Seeland, La Côte) verfügt über einen eigenen Bericht, der auf 4 bis 5 Referenzparzellen mit verschiedenen Kulturen basiert. Während der Bewässerungssaison werden etwa 12 Bulletins veröffentlicht, die je nach Bedarf angepasst werden.
Achtung: Jede Parzelle ist einzigartig. Die Daten einer benachbarten Parzelle lassen sich nicht direkt auf Ihre Parzelle übertragen. Durch die Kombination der Messungen von Sonden an verschiedenen Standorten können Sie jedoch den Wasserhaushalt Ihrer Parzellen besser verstehen. Diese Analyse erleichtert die Entscheidung über die geeignete Bewässerung.
Gut zu wissen: Nutzen Sie die Unterstützung des Klimaplans für den Erwerb der Raindancer-Technologie (Steuerung der Bewässerung mit Sprinklern mittels Geolokalisierung). Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Grangeneuve – Klimaplan.
Trockenheit vorausschauend entgegenwirken
2025 wurde die «Nationale Trockenheitsplattform» lanciert, das nationale Frühwarn- und Erkennungssystem für Trockenheit. Diese Plattform wird das nationale Netzwerk zur Messung der Bodenfeuchte integrieren. Bis 2027 werden mindestens 20 Stationen in der ganzen Schweiz das «Bodenmessnetz» ergänzen.
Diese Plattform überwacht die Trockenheit in der Schweiz und informiert in Echtzeit. Sie:
- Präsentiert die aktuelle Situation in Bezug auf Trockenheit, liefert Daten zu vergangenen Ereignissen und bietet Prognosen.
- Gibt Warnungen bei Gefahr aus.
- Stellt Karten und Indikatoren in Echtzeit zur Verfügung: Bodenfeuchte , Niederschläge, Wasserstände, Schneedecke und Risiken im Zusammenhang mit Trockenheit.
- Bietet eine modellierte Karte der Bodenfeuchte für die nächsten 4 Tage mit der Dürre-Schwelle.
MeteoSchweiz baut ebenfalls ein nationales Netz zur Messung der Bodenfeuchte auf, das in die Plattform integriert werden soll. Langfristig werden diese Daten dazu beitragen, Dürreperioden vorherzusagen und die Wasser- und Bodenbewirtschaftung zu optimieren.
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Galerie
Tensiometer in Lully, Teil des Bodenmessnetzes
Niederdruckreifen: bessere Gewichtsverteilung, wodurch die Bodenverdichtung reduziert wird.
Farbstoff, mit dem das Einsickern von Wasser in den Boden sichtbar gemacht und verdichtete Bereiche lokalisiert werden können.
Ungeeignete Praktiken verdichten und degradieren den Boden.