Aktionsplan Milch: Eine tragende Säule der Freiburger Landwirtschaft von morgen
Die Milchwirtschaft ist eine historische, wirtschaftliche und ökologische Säule des Kantons Freiburg. Um ihren Fortbestand zu sichern, wurde im Rahmen einer umfassenden Konsultation im Jahr 2023 ein Aktionsplan für die Milchwirtschaft erarbeitet.
Als Teil des Landwirtschaftsberichts 2024 konkretisiert diese Initiative die kantonale Politik für eine leistungsfähige und nachhaltige Landwirtschaft. Der Plan ist in den Schwerpunktbereich «Landwirtschaftliche Produktion und Wertschöpfungskette» integriert und zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit und die Koordination des Sektors zu stärken und gleichzeitig das Tierwohl und die Lebensqualität der Landwirte zu gewährleisten.
Kontakt
GrangeneuveSektion LandwirtschaftRoute de Grangeneuve 311725 Posieux
+41 26 305 58 00grangeneuve-landwirtschaft@fr.ch
Ziele
Der Aktionsplan Milch zielt somit darauf ab, die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Milchproduktion im Kanton Freiburg zu verbessern, wobei die strukturellen, ökologischen und sozioökonomischen Herausforderungen des Sektors berücksichtigt werden. Er verfolgt das Ziel, die Branche durch Massnahmen zu unterstützen, die die vier Themen abdecken, die in der von der HAFL durchgeführten Studie identifiziert wurden:
- Investitionen, Infrastruktur und Kontinuität der Milchwirtschaft
- Natürliche Ressourcen und Klimawandel
- Nachfolge und Übergabe/Übernahme von landwirtschaftlichen Betrieben
- Lebensqualität der Produzenten
Der Plan zielt zudem darauf ab, den Austausch und die Transparenz innerhalb der Branche zu stärken, um eine gemeinsame Dynamik und eine bessere Koordination zwischen den Akteuren zu fördern. Schliesslich soll er die Attraktivität der Berufe in der Milchproduktion und der Milchtechnik steigern, indem er ein positives und modernes Image der Branche vermittelt.
Partner
Der Aktionsplan für die Freiburger Milchwirtschaft wird hauptsächlich im Rahmen der Zuständigkeiten des Kantons umgesetzt, wobei der Schwerpunkt auf der Stärkung der fachlichen Beratung und der finanziellen Investitionshilfen liegt. Diese Strategie stützt sich auf die aktuelle Politik und steht im Zeichen der Kontinuität. Sie versteht sich nicht als statisch, sondern als evolutiv und anpassungsfähig, um die Massnahmen an die sich abzeichnenden Bedürfnisse der Branche und die verfügbaren Ressourcen anzupassen.
Die Konzeption dieses Projekts basiert auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Grangeneuve, dem Staat Freiburg und den wichtigsten Akteuren vor Ort. Dieser partizipative Ansatz hat die Überlegungen der Branchenverbände Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP, der grossen Milchabnehmer wie Cremo, Milco, Elsa und Nestlé sowie von Organisationen wie Agri Fribourg einbezogen. In diesem Rahmen spielt der Verband der Freiburger Molkereien eine führende Rolle als Partner und stellt sicher, dass die getroffenen Entscheidungen perfekt auf die tägliche Realität der von ihm vertretenen Produzenten abgestimmt sind.
Entwicklung von Massnahmen und Dienstleistungen
Um den Erwartungen der Partner der Branche gerecht zu werden und im Einklang mit den gesetzlich übertragenen Aufgaben werden wir die zusätzlichen Massnahmen des Aktionsplans weiterentwickeln und uns dabei auf sechs Hauptthemenbereiche konzentrieren.
Effiziente Fütterung
Der Schwerpunkt „Effiziente Futterverwertung“ zielt darauf ab, den Zusammenhang zwischen der Qualität des Grundfutters, der Fütterung des Viehs und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Betriebe zu stärken. Ziel ist es, die Verwertung der Futterressourcen zu optimieren, um sowohl die Futterverwertungseffizienz als auch die Rentabilität der Milchproduktion zu verbessern.
Nachhaltige ländliche Bauweisen
Der Schwerpunkt „Nachhaltiges ländliches Bauen“ verfolgt das Ziel, die Qualität landwirtschaftlicher Gebäude zu verbessern, indem strategische Überlegungen, technische Planung sowie bessere Arbeits‑ und Haltungsbedingungen miteinander verbunden werden.
Angesichts der Bedeutung von Investitionen in Neubau oder Renovation und ihrer langfristigen Auswirkungen auf die Betriebsführung fördert dieser Schwerpunkt eine gründlichere Vorbereitung – sowohl wirtschaftlich und organisatorisch als auch technisch. So sollen nachhaltigere Infrastrukturen entstehen, die optimal an die Bedürfnisse vor Ort angepasst sind.
Arbeiten auf einem Milchviehbetrieb
Die Ergebnisse der unter Milchproduzenten durchgeführten Umfrage, die gemeinsam mit den Partnern der Milchwirtschaft organisierten Workshops sowie die soziologischen Studien von Jérémie Forney kommen alle zu derselben Feststellung: Die Führung eines Milchbetriebs ist mit immer grösseren Belastungen verbunden. Ob wirtschaftlicher, sozialer oder arbeitsbedingter Natur – diese Belastungen beeinträchtigen die Lebensqualität der Landwirte erheblich. Sie drohen zudem, das Engagement des Nachwuchses zu bremsen, der angesichts dieser wachsenden Herausforderungen zögert, in die Milchproduktion einzusteigen. Der Schwerpunkt «Arbeiten auf einem Milchbetrieb» befasst sich genau mit diesen grundlegenden Herausforderungen.
Konsolidierung der Milchbranche
Um die Zukunft der Milchwirtschaft zu sichern, ist es unerlässlich, die Verbindungen und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Ebenen zu stärken. Ein besseres Verständnis der Herausforderungen, denen die Branche gegenübersteht, ermöglicht es, die gemeinsamen Anstrengungen auf nachhaltige und bedarfsgerechte Lösungen auszurichten. Dieser Schwerpunkt zielt auch darauf ab, die Attraktivität der Berufe in der Milchwirtschaft zu steigern, um einen motivierten und gut informierten Nachwuchs zu gewährleisten. Zusammen tragen diese Massnahmen zu einer solideren, kohärenteren und widerstandsfähigeren Branche bei.
Den Status des Milchproduzenten wertschätzen
Um den Beruf des Milchproduzenten aufzuwerten, muss das Image der Branche bei Verbrauchern und Steuerzahlern verbessert werden. Dieser Schwerpunkt zielt darauf ab, die Realität der täglichen Arbeit, die technische Komplexität der Verfahren und das Engagement der Erzeuger für eine nachhaltige Produktion besser bekannt zu machen. Er zielt zudem darauf ab, die soziale Integration der Milchfachleute zu stärken, die in der heutigen Gesellschaft noch allzu oft verkannt oder missverstanden werden. Indem ihre wesentliche Rolle hervorgehoben wird, trägt dieser Schwerpunkt dazu bei, die Anerkennung und Attraktivität dieses Berufs zu steigern.
Tiergesundheit und Tierwohl
Die Tiergesundheit stellt heute eine grosse Herausforderung für die Milchproduzenten dar, die mit einer Zunahme von Tierseuchen sowie anderen gesundheitlichen Problemen in ihren Herden konfrontiert sind. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, arbeiten wir eng mit spezialisierten Partnern wie dem LSVW, der Freiburger Tierärztegesellschaft oder dem Veterinärinstitut der Universität Bern zusammen. Das Ziel ist klar definiert: Präventionsmassnahmen entwickeln, um die Gesundheitskosten, den Medikamenteneinsatz und Ertragsverluste zu senken.