15 Juli 2021 - 10H59

Die 2020 durchgeführten Überwachungs- und Früherkennungsprogramme zeigen: Der Gesundheitszustand der Nutztiere in der Schweiz ist gut. Das Resultat: 28 Tierseuchen und Zoonosen kommen in der Schweiz nicht vor.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und die kantonalen Veterinärdienste prüfen laufend, ob bestimmte Tierseuchen und Zoonosen bei Nutztieren vorkommen. Zoonosen sind Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden können. Die Überwachungs- und Früherkennungsprogramme sowie die Daten aus den obligatorischen Meldesystemen geben jährlich Aufschluss darüber, wie es um den Gesundheitszustand der Nutztiere steht. Die Ergebnisse für das Jahr 2020 zeigen, dass die Schweiz frei von 28 Tierseuchen und Zoonosen ist, hat das BLV am 15. Juli 2021 mitgeteilt.

Die noch vorkommenden Krankheiten sind unter Kontrolle

Neben der Beurteilung der Gesundheit haben die nationalen Überwachungsprogramme zum Ziel, im Bedarfsfall Tierseuchen und Zoonosen zu bekämpfen oder sie bestenfalls auszurotten. Weiter kann nachgewiesen werden, dass die Schweiz frei von den bereits ausgerotteten Tierseuchen ist.

Dies ist wichtig für den Handel mit dem Ausland. Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Auswertung für 2020 sind :

  • Die Nutztierpopulation ist frei von sechs bedeutenden Krankheiten: Infektiöse bovine Rhinotracheitis, Enzootische Leukose der Rinder, Porcines reproduktives und respiratorisches Syndrom, Aujeszkysche Krankheit, Brucellose der Schafe und Ziegen und Blauzungenkrankheit mit Ausnahme des Serotyps BTV-8.
  • Es wurde kein Fall von Boviner spongiformer Enzephalopathie (BSE) nachgewiesen. Die Schweiz behält deshalb ihren Status gemäss der Definition der Weltorganisation für Tiergesundheit als «Land mit vernachlässigbarem Risiko».
  • Die Bekämpfung der Bovinen Virus-Diarrhoe befindet sich in der Ausrottungsphase.
  • Die aktive Überwachung der Aviären Influenza und der Newcastle-Krankheit zeigte, dass beim Geflügel keine Infektion vorhanden war.
  • Die Ziele zur Bekämpfung von Salmonelleninfektionen beim Geflügel wurden erreicht.

Früherkennungsprogramme ergänzen die amtliche Tierseuchenüberwachung

Die Früherkennungsprogramme sind wichtig, um neuauftretende oder schwierig einzuschätzende Gesundheitsprobleme zu entdecken. Die drei im 2020 durchgeführten Früherkennungsprogramme betrafen die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen, Tuberkulose beim Rotwild und den Kleinen Beutekäfer in Bienenständen. In allen Fällen wurde nachgewiesen, dass diese Tierseuchen in der Schweiz nicht vorkommen.

Fast 400 000 Untersuchungen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten bei Nutztieren

2020 führten die anerkannten Laboratorien fast 400 000 Untersuchungen zu 74 Tierkrankheiten durch. Mehr als die Hälfte der Untersuchungen wurde im Rahmen der Überwachungsprogramme vorgenommen. Laboruntersuchungen zur Abklärung von Krankheitsfällen, Aborten, Krankschlachtungen oder der Todesursache machten 16 % aller durchgeführten Untersuchungen aus. Die restlichen Untersuchungen betrafen die Früherkennungs- und Bekämpfungsprogramme sowie verschiedene öffentliche und private Präventionsmassnahmen.

Mehr Infos auf der Webseite des BLV

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Das BLV und die kantonalen Veterinärdienste prüfen laufend, ob bestimmte Tierseuchen und Zoonosen bei Nutztieren vorkommen.
Das BLV und die kantonalen Veterinärdienste prüfen laufend, ob bestimmte Tierseuchen und Zoonosen bei Nutztieren vorkommen. © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Pixabay