Zu wenig oder zu viel Stickstoff wirkt sich negativ auf Ertrag und Qualität der Produkte aus – sowohl in der Tierhaltung als auch im Pflanzenbau. Gleichzeitig gilt es, unerwünschte Klimaeinflüsse (CO2-Bilanz, Lachgas) sowie Umweltbelastungen (Nitrat, Ammoniak) zu reduzieren.Eine korrekte Situationsbewertung im Feld berücksichtigt den Standort, die Niederschläge, die Vorkulturen, die Hofdüngerwirkungen, die Anbaumethoden sowie die Stickstoffbedürfnisse der Kulturen. So können wesentliche Mengen an Stickstoff ohne Ertragseinbusse eingespart werden - mit positivem Effekt auf das Portemonnaie. Dazu braucht man kaum teure technische Lösungen.
Die grössten Hebel liegen erstens bei der nährstoffreduzierten Fütterung, zweitens beim gezielten Einsatz der Hofdünger zum richtigen Zeitpunkt sowie drittens, bei einem jährlich erstellten parzellenscharfen Düngungsplan. Das kostet fast nichts und bringt grosse Gewinne.
Wir unterstützen Sie gerne bei der Düngung – mit unserem Nährstoffcheck oder einem parzellenspezifischen Düngungsplan. Kontaktieren Sie uns auch, wenn Sie Ihre Fütterung optimieren möchten.
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Nitratauswaschung vermeiden
Nitratauswaschung tritt unabhängig von Anbaumethode und Produktionsrichtung auf. Die grösste Gefahr besteht auf abgeernteten, unbewachsenen Parzellen vom Spätsommer bis in den Januar.Zunehmende Winterniederschläge verschärfen diese Problematik. Eine sofortige Begrünung hilft, Nitrat zu binden und die Menge an Sickerwasser zu reduzieren. Gleichzeitig schützt sie den Boden vor Sonneneinstrahlung und Erosion, verbessert Struktur und Humus und fördert das Bodenleben.Dabei müssen Aspekte des Pflanzenschutzes und der Ackerhygiene berücksichtigt werden – etwa Wurzelunkräuter, Herbizidresistenzen, Fruchtfolge sowie Wirtspflanzen für Schädlinge und Krankheiten.
Es ist nicht kompliziert.
- Die Anpassung der Stickstoffgaben erfolgt nach den Bedürfnissen der Kultur, den Bodenverhältnissen (sandig oder lehmig) und den Wetterbedingungen. Sie werden entsprechend aufgeteilt oder stabilisiert.
- Nach der Ernte von Ackerkulturen beginnt auf unbewachsenen, warmen Böden die kritische Phase der Nitratauswaschung. Deshalb sollte die Parzelle möglichst rasch wieder begrünt werden. Je nach Bodenverhältnissen und Unkrautdruck kann dies mit Direktsaatmaschine, Grubber, Scheibenegge oder ähnlichen Geräten in ein bis zwei Arbeitsgängen erfolgen.
- Eine übermässige Düngung mit wertvollen Hofdüngern im Herbst – als reine „Entsorgung“ – ist zu vermeiden. Bleibt das Stroh auf der Parzelle, empfiehlt sich vor der Saat eine Güllegabe, um das C/N-Verhältnis auszugleichen.
- Mineraldünger sind in der Zwischenbegrünung fehl am Platz. Stattdessen sollte ein höherer Leguminosenanteil gewählt werden.
- Stickstoffgaben haben im Spätsommer und Herbst auch bei Kunstwiesen keine Ertragswirkung mehr, sodass Mineraldünger bedenkenlos eingespart werden können.
- Damit der in der Zwischenbegrünung gebundene Stickstoff über den Winter erhalten bleibt, sollte die Gründüngung erst im Frühjahr umgebrochen werden – das gilt ebenso für Kunstwiesen.
Ammoniakemission in Stall und Feld vermeiden
Nur Stickstoff, der in den Boden gelangt und dort im Wurzelbereich bleibt, bringt der Pflanze einen Mehrertrag. Dazu können Massnahmen gegen Ammoniakemissionen im Feld, aber genauso im Stall ergriffen werden.
Eine umfassende Sammlung der Massnahmen mit Beurteilung ihrer Effizienz finden Sie bei agripedia (Link unten).
Kontaktieren Sie Grangeneuve – und profitieren Sie von der Expertise der Baucoaches der Drehscheibe Ammoniak, um Ihr Stallbauprojekt optimal für Tier und Umwelt zu gestalten.
Stickstoffeffizienz erhöhen
Jede Kultur hat ihre eigenen Ansprüche an die Stickstoffversorgung – nicht nur in der Menge, sondern auch in der Form und zum richtigen Zeitpunkt im Wurzelraum. Die meisten Böden im Kanton liefern übers Jahr erhebliche Mengen Stickstoff durch Mineralisation.
Die Herausforderung besteht darin, die Düngung so auf diese natürlichen Prozesse abzustimmen, dass die Effizienz steigt. Eine bewährte und kostengünstige Methode dafür ist die «Methode der korrigierten Normen».
Für tierhaltende Betriebe liegen die grössten Hebel zur Verbesserung der Stickstoffeffizienz bei einer angepassten, nährstoffreduzierten Fütterung. Dies kann auch richtig Geld sparen, wenn dadurch weniger Hofdünger exportiert werden muss.
Wenn Sie folgende Fragen für jede Parzelle beantworten können, brauchen Sie nur noch die Wegleitung zur «Methode der korrigierten Normen» zur Hand zu nehmen, Ihre Stickstoffdüngung dementsprechend anzupassen und ohne Ertragsverlust die Stickstoffeffizienz zu erhöhen.
- Was ist das angesteuerte Ertragsniveau ihres Winterweizens?
- Wie viel Ton weist der Boden auf und was ist sein Mineralisierungspotential?
- Was war die Vorkultur und gibt es Ernterückstände wie Stroh oder eine Zwischenbegrünung?
- Wie viel Hofdünger setzen Sie ein?
- Wie hoch waren die Winterniederschläge?
- Startet der Frühling kalt oder warm?
- Was ist Ihr Anbausystem?
Hofdünger gezielt einsetzen
Mit 70% stammt der grösste Teil des in der Schweiz gedüngten Stickstoffs von Hofdüngern. Diesen gilt es in den Kulturen über die Fruchtfolge und über das Jahr und auch über verschiedene Betriebe optimal einzusetzen und dadurch effektiv Mineraldünger einzusparen. Zudem unterstützen Hofdünger die Schwefelversorgung. Diese ist vor allem in vieharmen Gebieten nicht zu vernachlässigen.
Die verschiedenen Hofdüngerarten haben verschiedene Wirkungseigenschaften von schnell (Gärgülle) bis langsam (strohiger Mist).
- Schwefel verhält sich in Form von Sulfat im Boden gleich wie Stickstoff und ist auch von Auswaschung gefährdet.
- Bedürftige Kulturen sind Raps oder Luzerne. Wer regelmässig relevante Mengen an Hofdünger einsetzt, hat in der Regel kaum Probleme.
- Bringen Sie Ihre Hofdünger jeweils früh im Jahr aus, jedoch erst nach dem Vegetationsbeginn. Ab Oktober kann Hofdünger kaum mehr sinnvoll eingesetzt werden. Schauen Sie, dass Ihr Lager möglichst im Frühling (z.B. zum Zeitpunkt der Maissaat) leer ist und während der Kulturperiode immer wieder vorneweg geleert werden kann. So kann man darauf hinarbeiten, nur geringe Mengen in den suboptimalen Momenten (Herbst/Winter) ausbringen zu müssen.
- Hofdünger mit einem hohen C/N Verhältnis (Pferdemist, frischer Tiefstreumist) können kurzfristig Stickstoff immobilisieren. Wählen Sie den Ausbringzeitpunkt dementsprechend.
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Bei der Weidehaltung fallen weniger Ammoniakemissionen an. Der Milchharnstoffwert ist im Auge zu behalten.
Lagerndes Getreide infolge Stickstoffüberschuss
Reduzierte Bodenbearbeitung verändert die Stickstoffdynamik im Boden.
Gründüngungen sollten zur Sicherung von Stickstoff erst im Frühjahr umgebrochen werden.
Im Herbst steigt das Nitratauswaschungsrisiko markant.
Ausserbetriebliche Futtermittel sind eine wesentliche Stickstoffquelle. Bei falschem oder übermässigen Einsatz führt dies zu diversen (Nährstoff)Problemen.