16. September 2020 -11h55

In Deutschland wurde 11 km von der polnischen Grenze bei einem Wildschwein ein erster Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) festgestellt. Diese hochansteckende, durch Viren verursachte Tierseuche ist für Wild- und Hausschweine tödlich, für Menschen jedoch ungefährlich. Die Schweiz blieb bisher von dieser Krankheit verschont, die Bundesbehörden verfolgen jedoch die Entwicklung aufmerksam und sind darauf vorbereitet, in Zusammenarbeit mit den Kantonen zu reagieren.

La PPA pourrait atteindre un jour la Suisse
La PPA pourrait atteindre un jour la Suisse © Alle Rechte vorbehalten

Am 10. September 2020 meldete Deutschland, dass in der Region Brandenburg, in der Nähe der polnischen Grenze, der Kadaver eines Wildschweins mit Afrikanischer Schweinepest gefunden wurde.

Die seit 2014 im Osten Polens vorkommende ASP trat Ende 2019 plötzlich auch im Westen Polens auf. Dadurch ist das Risiko, dass die Krankheit über die natürlichen Wanderungsbewegungen der Wildschweine nach Deutschland gelangt, stark gestiegen. Die natürliche Ausbreitung der Krankheit folgt der Wanderungsbewegung der Wildschweinpopulationen, die sich durchschnittlich über 20 km pro Jahr erstreckt. Durch menschliche Aktivitäten, insbesondere über den Transport von Fleischprodukten durch Reisende, kann die ASP auch unabhängig von Wanderungsbewegungen der Wildschweine über Hunderte von Kilometern verschleppt werden.

Für die Schweiz stellt dies das grösste Kontaminationsrisiko dar, da das ASP-Virus sehr widerstandsfähig ist und sich im Fleisch und in Fleischwaren aus infizierten Tieren befinden kann. Am häufigsten erfolgt eine Krankheitsübertragung über kontaminiertes Fleisch, das in der Umwelt entsorgt wird. Wild- und Hausschweine können solche Abfälle fressen und werden so selber zu Infektionsherden. Eine Ansteckung kann aber auch indirekt über Schuhe, Fahrzeuge oder anderes kontaminiertes Material erfolgen.

 

Seit dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest im Osten der Europäischen Union Anfang 2014 hat sich die Schweiz mit folgenden Massnahmen auf eine allfällige Einschleppung der Krankheit vorbereitet:

> Ein Früherkennungsprogramm für ASP steht seit 2018 bereit. Mit diesem Programm soll eine allfällige Einschleppung der Tierseuche unter den Wildschweinen schnell aufgespürt und die Ausbreitung verhindert werden.

> Eine Informationskampagne bei Reisenden, unter anderem um zu verhindern, dass Fleisch-produkte erkrankter Schweine importiert werden.

> Eine Informationskampagne bei den Jägern mit Empfehlungen insbesondere zu Jagdreisen und zur Mitarbeit im Früherkennungssystem.

> Eine Informationskampagne bei den Schweinehaltungsbetrieben, damit alle Verdachtsfälle un-tersucht und gemeldet werden.

> Eine Online-Informationsplattform über die Biosicherheit der Schweinehaltungsbetriebe, die diese bei der Entwicklung von Massnahmen zur Verbesserung der Biosicherheit unterstützt.

> Die Erarbeitung technischer Weisungen zur Bekämpfung der ASP in den Wildschweinpopulati-onen.

> Angebot von Ausschlussuntersuchungen für ASP bei Hausschweinen.

> Monatliche Publikation des Radar Bulletin, das über die internationale Tierseuchenlage infor-miert.

 

Weiterführende Informationen: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV)