Das Büro für Nachhaltigkeit (BüN) setzt den verfassungsmässigen Auftrag zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung um. Es verankert die transversalen Prinzipien der Nachhaltigkeit (Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft) in die zentralen Tätigkeitsbereichen des Staats – vom öffentlichen Beschaffungswesen über Gemeinschaftsverpflegung und städtebauliche Studien bis hin zu Gesundheit in der Schule. Durch die enge Abstimmung von Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialpolitik schafft das BüN Synergien und stärkt eine Kultur der Effizienz innerhalb des Staats. Das BüN berät und sensibilisiert mittels Schulungen (z. B. zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung), Konferenzen (z. B. für Finanzprüferinnen und ‑prüfer), beantwortet externe Anfragen und führt Nachhaltigkeitsbeurteilungen durch. Es leitet das Netzwerk der Ansprechpersonen für die nachhaltige Entwicklung in allen Direktionen und stellt das Sekretariat des Nachhaltigkeitsklubs des Grossen Rats.
Bedeutende Ereignisse
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Ausrichtung der öffentlichen Beschaffungen an Nachhaltigkeitsprinzipien
Um die gesetzlichen Grundlagen für das öffentliche Beschaffungswesen zu konkretisieren, zu denen auch die Integration der Nachhaltigkeit in das öffentliche Beschaffungswesen gehört, führt das BüN mehrere Massnahmen durch: Schulungen (siehe weiter unten), Unterstützung des TBA und des HBA bei der Ausarbeitung von Musterdokumenten und Kriterien für den Bau, Begleitung von Ausschreibungen (3 im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung), Empfehlungen und normative Rahmenbedingungen (2025 wurden die Arbeiten zur Ausarbeitung einer Verordnung über die umweltfreundliche Beschaffung von Fahrzeugen und einer Richtlinie über nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung fortgesetzt). Es wurde ein Konzept für das Monitoring des öffentlichen Beschaffungswesens entwickelt, das 2026 getestet werden soll.
Erstellung eines neuen Aktionsplans 2027–2031 zur vollständigen Umsetzung der kantonalen Nachhaltigkeitsstrategie 2021–2031. Evaluation des Aktionsplans 2021–2026 anhand einer Zwischenbilanz
Das BüN leitete die Arbeiten zur Erneuerung des Aktionsplans, mit dem Ziel, die erzielten Fortschritte zu festigen und die positiven Effekte dauerhaft zu verankern. Rund hundert Personen aus den relevanten Organen – darunter die Konsultativkommission für Nachhaltigkeit, das Netzwerk der Ansprechpersonen für die nachhaltige Entwicklung und der Nachhaltigkeitsklub des Grossen Rats – beteiligten sich aktiv an den Diskussionen. Im Sommer 2025 fand die eingeschränkte Vernehmlassung zum Aktionsplan statt, bei der 17 detaillierte Stellungnahmen abgegeben wurden. Die Rückmeldungen trugen zur Bereicherung des vorgeschlagenen Aktionsplans bei.
Der Jahresbericht über den Stand der Umsetzung der kantonalen Nachhaltigkeitsstrategie wurde veröffentlicht und zieht erstmals nach vier Jahren eine Gesamtbilanz: Er fasst die Auswirkungen und Ergebnisse der zwischen 2021 und 2024 realisierten Massnahmen zusammen. Die erzielten Fortschritte – etwa in den Bereichen Integration vulnerabler Personen, Gesundheitsvorsorge, Kreislaufwirtschaft, Klimaplan, Biodiversität, verantwortungsvolle öffentliche Beschaffung und bürgerschaftliches Engagement – sind substanziell und klar nachweisbar. Diese Resultate bilden die Grundlage für den zweiten Plan 2027–2031, der die erreichten Erfolge weiter festigen soll.
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Start der Antenne Nachhaltige Quartiere
Im Januar 2025 konnte die Antenne Nachhaltige Quartiere (AQD), ein Pilotprojekt der Nachhaltigkeitsstrategie, in Form eines Vereins verstetigt werden. Ihre Aufgabe, Gemeinden und Quartiervereine im Kanton Freiburg bei der Planung eines neuen nachhaltigen Quartiers oder bei der Ausrichtung eines bestehenden Quartiers auf mehr Nachhaltigkeit zu beraten, bleibt unverändert.
Die AQD führte 2025 zwei Besichtigungen nachhaltiger Quartiere durch: Im März stand das Berner Quartier Huebergass auf dem Programm, im September folgte die bluefactory in Freiburg. Gut 30 Personen nahmen daran teil.
Die Website mit den neu in das Toolkit aufgenommenen Werkzeugen ist nun online. Ausgehend von der im Jahr 2023 erfolgten Unterstützung des Quartiervereins Beaumont‑Vignettaz‑Monséjour hat die Antenne die Erarbeitung einer Anleitung zur Gründung von Quartiervereinen begonnen. Die Veröffentlichung ist für 2026 geplant.
Aufstockung des Massnahmenportfolios zugunsten der nachhaltigen Entwicklung für die Gemeinden
Das in enger Zusammenarbeit mit dem Freiburger Gemeindeverband entwickelte Massnahmenportfolio zugunsten der nachhaltigen Entwicklung für die Freiburger Gemeinden enthält 83 konkrete Massnahmen zur Stärkung der nachhaltigen Entwicklung, die in praktischer, prägnanter und handlungsorientierter Form erläutert werden. Das BüN führt das Portfolio mit Unterstützung der Direktionen laufend nach und wirbt für das Portfolio.
2025 wurden neue Aktionsblätter erstellt. Parallel dazu wurde die Überführung der Website auf die kantonale Plattform vorbereitet. Die Publikation sowie der Launch der neuen Website sind für 2026 geplant.
Informationen zu Instrumenten für eine nachhaltige Wirtschaft
Die nicht abschliessende Liste mit 13 Tools wurde aktualisiert, um interessierten Unternehmen eine erste Orientierung in Bezug auf soziale und ökologische Verantwortung zu geben.
Sie ermöglicht es, die am besten geeigneten Instrumente zur Leistungsbewertung zu identifizieren – etwa zur Reduktion des ökologischen Fussabdrucks, zur Förderung fairer und inklusiver Arbeitsbedingungen oder zur Gewährleistung einer transparenten Unternehmensführung.
Veranstaltungen
Im Verlauf des Jahres 2025 beteiligten sich die Mitglieder des BüN aktiv an verschiedenen Veranstaltungen und hielten mehrere Vorträge. Dazu gehörten Präsentationen an der IDHEAP zur Steuerung der Kreislaufwirtschaft, an der Hochschule La Source zu den Beziehungen zwischen Gesundheit und Nachhaltigkeit sowie an der Fachmittelschule Freiburg zu den Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung. Ergänzend dazu wirkten sie an einer vom Bund organisierten Tagung nachhaltige öffentliche Beschaffung mit.
Das BüN war 2025 auch an der Erstellung einer Bestandsaufnahme zur Umsetzung der Agenda 2030 für den Bericht der Schweiz an die UNO beteiligt (auf Bundesebene koordiniert).
Das BüN unterstützte zudem den Nachhaltigkeitsclub des Grossen Rats bei der Organisation einer Veranstaltung zum Thema nachhaltige Ernährung im September 2025, an der mehr als 50 Personen teilnahmen (darunter zahlreiche Grossratsmitglieder).
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Integration der Nachhaltigkeitsziele in direktionsübergreifende Projekte des Staats
In seiner Rolle, soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte in die sektorale Politik einzubringen, arbeitet das BüN aktiv an einer Vielzahl von Projekten anderer Direktionen mit. Dazu zählen städtebauliche Projekte wie der Gesundheits‑ und Arbeitspol (PSA), die Weiterentwicklung der Arbeitshilfe für die Ortsplanung, die Förderung des Netzwerks gesundheitsfördernder und nachhaltiger Schulen, die kantonale Roadmap Kreislaufwirtschaft sowie die Mitwirkung an der Erarbeitung der neuen Abfallplanung.
Monitoring der Umsetzung der Massnahmen aus dem Aktionsplan 2021–2026 der kantonalen Strategie Nachhaltige Entwicklung und Gewährleistung ihrer Kohärenz
Das BüN verfolgt die Umsetzung von 156 Massnahmen und dokumentiert die jährlich erzielten Fortschritte bei der Umsetzung des Aktionsplans. Das Resultat ist ein «Cockpit», mit dem sowohl die Umsetzung gesteuert als auch der nächste Aktionsplan 2027–2031 auf einer soliden Grundlage aufbauend geplant werden kann. Nach vier Jahren Umsetzung hat das BüN zudem eine Gesamtbilanz der erzielten Wirkungen erstellt, die bedeutende Erfolge hervorhebt und auf den Seiten des Staats publiziert wurde.
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Informationen über die Nachhaltigkeitsindikatoren und Bewertung der Nachhaltigkeit von Projekten, die dem Grossen Rat unterbreitet werden
Das BüN unterstützt die Ämter bei der Anwendung des Tools Kompass21 zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Projekten, die dem Grossen Rat unterbreitet werden. 2025 wurden zwei solcher Bewertungen durchgeführt. Kompass 21 dient als Entscheidungshilfe und erlaubt die Prüfung von Projekten anhand von 20 Kriterien der nachhaltigen Entwicklung.
Im Jahr 2025 wurde unter der Federführung des Bundes und in Zusammenarbeit mit 18 weiteren Kantonen die neue Ausgabe der Erhebung der Indikatoren für nachhaltige Entwicklung (Cercle Indicateurs) veröffentlicht. Diese erscheint alle zwei Jahre und liefert wichtige Indikatoren, etwa zur Entwicklung der Arbeitslosenquote, die im Kanton Freiburg seit 2020 rückläufig ist, oder zur Menge der verbrannten Siedlungsabfälle, die seit 2011 ebenfalls stetig sinkt.
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Bildungsangebot zum Thema Nachhaltigkeit
2025 hat das BüN die neue Ausbildung «Nachhaltige öffentliche Beschaffung» für die Staats- und Gemeindeangestellten lanciert. Die Schulung, die positive Bewertungen erhielt, wurde von 25 Teilnehmenden besucht und wird 2026 erneut angeboten.
Ausschreibung für Projekte zugunsten der nachhaltigen Entwicklung
Der Zyklus 2024/2025 war ein voller Erfolg: Von 29 eingereichten Anträgen wurden sechs ausgewählt, darunter die Gegenstandsbibliothek Estavayer (BOB) und La Capucette, ein mobiler und gemeinschaftlicher Barwagen. Aufgrund des Erfolgs des Pilotprojekts 2024/2025 wird im Januar 2026 ein neuer Zyklus (2025/2026) gestartet.
Fortsetzung des Projekts «Unsere ideale Stadt»
Das gemeinsam mit der BKAD und der GSD entwickelte Projekt «Unsere ideale Stadt» ging in die vierte Runde. Die Arbeiten der 12 Klassen der 5H bis 8H, d. h. von rund 280 Schülerinnen und Schülern, die an der Ausgabe 2024/2025 teilgenommen haben, wurden während der Nacht der Museen vorgestellt; des Weiteren wurde ein Tag organisiert, an dem die Ergebnisse des Projekts präsentiert wurden.
Versand eines Newsletters, um die Bemühungen der Staatsangestellten im Bereich Nachhaltigkeit hervorzuheben
In einem regelmässig versandten Newsletter wird den Staatsangestellten jeweils eine vorbildliche Initiative zugunsten der Nachhaltigkeit, die innerhalb des Staats gestartet wurde, nähergebracht, verbunden mit der Einladung, selbst ähnliche Projekte umzusetzen.
2025 wurden drei Newsletter an die gesamte Kantonsverwaltung verschickt. Die Überschriften lauteten «Die Freiburger Polizei und ‹Slow Fashion›», «Jetzt für die Biodiversität handeln» sowie «Der Wald als Laboratorium der Inklusion».
Organisation des kantonalen Nachhaltigkeitstags
Der 5. Nachhaltigkeitstag fand am 30. Oktober 2025 statt. Die Handels- und Industriekammer des Kantons Freiburg und das kantonale Nachhaltigkeitsbüro bündelten zu diesem Anlass ihre Kräfte, um aufzuzeigen, dass Nachhaltigkeit ein echter Leistungstreiber für Unternehmen ist. Rund 150 Teilnehmende und durchwegs positive Reaktionen prägten den Anlass. Die Präsentationen und Fotos sind auf der Website des Staats verfügbar.
Schlüsselzahlen
Der Aktionsplan der kantonalen Strategie Nachhaltige Entwicklung 2021–2031, die vom BüN gesteuert, koordiniert und überarbeitet wurde und wird, umfasst 156 Massnahmen, die in die Zuständigkeit der Direktionen fallen, und ist mit einem Verpflichtungskredit von 13'875'000 Franken über 6 Jahre dotiert. Es wird jährlich über den Fortschritt der Massnahmen berichtet. Die vierte Bilanz der Umsetzung fällt weitgehend positiv aus.
So viele Male wurde die Website des Massnahmenportfolios im Jahr 2025 aufgerufen. Das in enger Zusammenarbeit mit dem Freiburger Gemeindeverband entwickelte Massnahmenportfolio zugunsten der nachhaltigen Entwicklung für die Freiburger Gemeinden enthält 79 konkrete Massnahmen zugunsten der Nachhaltigkeit, die in praktischer, prägnanter und handlungsorientierter Form erläutert werden. Das Portfolio wird Anfang 2026 mit weiteren Massnahmen ergänzt werden.
Rund 150 Personen nahmen am vierten kantonalen Nachhaltigkeitstag vom 30. Oktober 2025 teil, der zusammen mit der HIKF organisiert wurde und die Nachhaltigkeit als Leistungstreiber für Unternehmen zum Thema hatte.