Das Amt für Mobilität (MobA) plant die kantonalen Mobilitätsnetze und das öffentliche Verkehrsangebot. Es befasst sich zudem mit der Förderung des Veloverkehrs und der Analyse von Mobilitätsdaten. Zu den unten aufgeführten bedeutenden Ereignissen kommt die Erarbeitung von Richtlinien, Planungen usw. infolge des Inkrafttretens des Mobilitätsgesetzes (MobG) am 1. Januar 2023 hinzu.
2025 hat das MobA unter dem Aspekt der Mobilität auch 4 Agglomerationsprogramme, 2 regionale Richtpläne, 33 Ortspläne, 37 Detailbebauungspläne, 3 Parkplatzkonzepte, 20 Gemeindereglemente, 38 Beschwerden und Ausübungen des rechtlichen Gehörs, 208 kommunale und kantonale Strassenprojekte sowie 73 vom Amt für Energie unterbreitete Projekte (Transformatorenstationen, unterirdische Leitungen, Gasleitungen) geprüft. Dazu kamen 2560 Baugesuche.
Bedeutende Ereignisse
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Neue Bahnhaltestelle Avry-Matran
Die neue Bahnhaltestelle Avry-Matran wurde am 11. Dezember 2025 eingeweiht und am 14. Dezember 2025 in Betrieb genommen. Sie ermöglicht einen direkten Zugang zur Orientierungsschule Saane-West sowie zum Einkaufszentrum Avry Centre und zu Avry‑Bourg. In unmittelbarer Nähe dieser neuen Haltestelle wurden zwei provisorische Verkehrsinfrastrukturen in Betrieb genommen: ein Bushof und eine Park-and-Ride-Anlage (P+R). Der provisorische Bushof befindet sich nördlich von Avry-Bourg. Er verfügt über einen Velounterstand mit 24 Plätzen. Die provisorische Park-and-Ride-Anlage mit 36 Autoparkplätzen ist zwischen dem Einkaufszentrum Avry-Centre und der neuen Bahnhaltestelle Avry-Matran gelegen.
Fahrplan 2026 des öffentlichen Verkehrs
Der Fahrplan 2026 des öffentlichen Verkehrs, der am 14. Dezember 2025 in Kraft trat, ist geprägt von der Eröffnung der Bahnhaltestelle Avry-Matran, die den Bahnhof Rosé ersetzt, weil dieser nicht mehr den Sicherheitsstandards entsprach. Die Busrouten in der Region wurden zur Bedienung dieses neuen Halts angepasst. Es handelt sich um die Buslinien Romont – Villaz-Saint-Pierre – Sédeilles – Avry-Matran (20.460), Romont – Sédeilles – Avry-Matran (20.462), Avry-Matran – Chénens (20.339) und Avry-Matran – Grolley (20.340). Das Angebot auf diesen Linien wurde zudem ausgebaut und alle TPF-Bussen der Agglo-Linie 11 fahren systematisch bis zur Haltestelle Rosé, gare.
Auch die RegioExpress-Verbindungen (RE) wurden optimiert: Der RE Broc-Chocolaterie – Bulle – Romont – Fribourg/Freiburg – Düdingen – Bern hält in Fahrtrichtung Bern neu auch in Flamatt. Damit gibt es von Flamatt aus neu fünf Verbindungen pro Stunde nach Bern. Die Züge des RE, die vor dem 14. Dezember bis Düdingen verkehrten, werden nun systematisch bis Schmitten verlängert, womit diese Gemeinde dreimal pro Stunde mit Freiburg verbunden ist. Zusätzlich fährt morgens ein weiterer Zug von Bulle nach Freiburg und abends einer von Freiburg nach Bulle. Dieser hält nicht nur in Romont, sondern auch in Villaz-Saint-Pierre, an der neuen Haltestelle Avry-Matran sowie in Villars-sur-Glâne. Das entlastet die zu den Hauptverkehrszeiten stark ausgelasteten Züge.
Die Züge der S35 (Kerzers – Lyss) halten systematisch an der Haltestelle Kerzers Papiliorama. In Châtel-Saint-Denis wurde eine neue, vom Staat mitfinanzierte Ortsbuslinie eingeführt. Die Regionalbusse zwischen Palézieux und Châtel-Saint-Denis (20.491) fahren bis zur Arbeitszone Pra-de-Plan (15 Kurspaare von Montag bis Freitag).
Im Rahmen der öffentlichen Vernehmlassung zum Fahrplanentwurf 2026, die vom 23. Mai bis 9. Juni 2025 stattfand, wurden 264 Eingaben durch das MobA und anschliessend durch die gemäss Mobilitätsreglement (Art. 67 MobR) eingesetzte und vom MobA geleitete Fahrplangruppe analysiert.
Beiträge
2025 bezahlte der Kanton (Staat und Gemeinden) 58'894'861 Franken für den Betrieb des regionalen Personenverkehrs (RPV). Der Anteil der Gemeinden an dieser Abgeltung betrug 26 502 687 Franken (45 %).
Der Staat galt den Ortsverkehr in den Agglomerationen Freiburg und Bulle (Mobul) mit 23 602 002 Franken ab. Er hat ausserdem 815'030 Franken für Linien des Ortsverkehrs in Estavayer und Romont gezahlt. Das am 1. Januar 2023 in Kraft getretene Mobilitätsgesetz (MobG) erlaubt dem Staat Freiburg nämlich, sich auch ausserhalb der Agglomerationen an der Bestellung und Finanzierung von Ortslinien des öffentlichen Verkehrs zu beteiligen.
Der Kanton (Staat und Gemeinden) hat 22 225 610 Franken in den Bahninfrastrukturfonds (BIF) des Bundes eingezahlt; der Anteil der Gemeinden an diesem Beitrag beträgt 3'062'689 Franken (13,78 %).
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Kantonale Veloplanung
Das neue Mobilitätsgesetz und das neue Bundesgesetz über die Velowege erfordern eine Überarbeitung der kantonalen Veloplanung (Sachplan Velo von 2018). Diese Planung besteht aus dem Alltags- und dem Freizeitvelonetz.
Der neue kantonale Velowegnetzplan für das Velofahren im Alltag wurde am 17. November 2025 in die öffentliche Vernehmlassung geschickt. Gegenüber der aktuellen Planung setzt er verstärkt auf eigenständige Veloverkehrsinfrastrukturen, insbesondere dort, wo das Potenzial hoch genug ist. Der Plan soll Ende Sommer 2026 in Kraft treten.
Der Plan für das Freizeitvelonetz wird derzeit vom MobA und dem Freiburger Tourismusverband (FTV) revidiert. Er übernimmt weitgehend das bestehende Velowegnetz, das derzeit Teil des Sachplans Velo 2018 ist, und passt gewisse Abschnitte für mehr Sicherheit und Komfort an. Er wird im Sommer 2026 öffentlich aufgelegt werden.
Planung des kantonalen Mountainbike-Netzes
Das Mobilitätsgesetz sieht die Erstellung von Netzplänen für offizielle Freizeitrouten vor, insbesondere für Mountainbike-Routen. Das Mountainbike-Netz wird derzeit vom Freiburger Tourismusverband (FTV) und dem MobA ausgearbeitet. Ziel ist die Schaffung eines dichten, homogenen, sicheren und attraktiven Mountainbike-Netzes. Es orientiert sich an den Wanderwegen und wird eine Länge von rund 1800 km haben.
Es wurde ein Steuerungsausschuss unter dem gemeinsamen Vorsitz des Direktors für Raumentwicklung, Infrastruktur, Mobilität und Umwelt (RIMU) sowie des Direktors der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft (ILFD) eingesetzt. Zudem wurden Gespräche mit verschiedenen betroffenen Akteuren geführt und eine Koordination mit den Kantonen Waadt und Bern sichergestellt. WWF, Pro Natura und der VCS (Verkehrs-Club der Schweiz) wurden ebenfalls konsultiert. Zudem wurde das WNA gebeten, zum Mountainbike-Netz Stellung zu nehmen. Die Analyse der Synergien zwischen den verschiedenen in Planung befindlichen Netzen (Mountainbiking, Velowandern, Velofahren im Alltag) wurde Ende 2025 aufgenommen.
Der Kanton Freiburg, vertreten durch das MobA, wurde zusammen mit dem Kanton St. Gallen ausgewählt, um die Erarbeitung der Vollzugshilfe für die Realisierung von Mountainbike-Infrastrukturen zu begleiten, die derzeit von SchweizMobil im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) vorbereitet wird.
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Gesamtverkehrskonzept Greyerzbezirk
Der Bund, der Kanton Freiburg und die Stadt Bulle haben im November 2024 einen Fahrplan für den Autobahnanschluss Bulle unterzeichnet, der kurz-, mittel- und langfristige Massnahmen zur Bewältigung der erheblichen Verkehrsüberlastung vorsieht. In Weiterführung dieses Fahrplans hat das MobA gemeinsam mit der Association régionale la Gruyère (ARG) eine multimodale Studie für den Greyerzbezirk lanciert. Diese soll insbesondere eine langfristige Mobilitätsvision für den Bezirk entwickeln und unter anderem die Möglichkeit prüfen, bei der Raststätte Gruyère in Avry-devant-Pont einen neuen Autobahnanschluss zu schaffen.
Neugestaltung des Autobahnanschlusses Düdingen
Eine multimodale Mobilitätsstudie hat mehrere mögliche Varianten identifiziert. Eine Verkehrssimulation in einem grösseren Umkreis, die auch das VALTRALOC-Projekt der Gemeinde Düdingen einbezog, ermöglichte es dem Steuerungsausschuss, bestehend aus Vertretern des Bundes, des Kantons Freiburg, des Mehrzweckverbands Sensebezirk und der Gemeinde Düdingen, sich 2025 für eine Variante zu entscheiden, die weiterverfolgt werden soll. Für den Autobahnanschluss wird das Bundesamt für Strassen (ASTRA) kurzfristig Massnahmen zur Verbesserung seiner Funktionsweise ergreifen; längerfristig wird sie umgebaut, wobei insbesondere eine der vier Rampen in Richtung Luggiwil verlegt und eine Verbindungsstrasse für das künftige Industriegebiet Birch angelegt wird.
Es wurde ein Zeitplan für die koordinierte Umsetzung der gewählten Variante erstellt. Die Leitung und Finanzierung der Massnahmen zur Neugestaltung des Autobahnanschlusses Düdingen werden in einer Vereinbarung zwischen dem ASTRA und der Direktion für Raumentwicklung, Infrastruktur, Mobilität und Umwelt (RIMU) festgelegt.
Weitere Strassenprojekte
Auf Ersuchen der Gemeinde Belfaux ist im Dezember 2020 eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden, um die Optimierung der Streckenführung der Umfahrungsstrasse dieser Gemeinde zu analysieren. Die Sitzungen wurden 2024 fortgesetzt und ermöglichten es insbesondere, das Thema der Streckenführung mit einer zusätzlichen Variante, der sogenannten «langen Variante», zu behandeln. Sie mündeten 2025 in die erneute Veröffentlichung der Planungszone und des zusätzlichen Trassees.
Das MobA war an der Überwachung der Verkehrssimulation für den Abschnitt Jonction Sud – Belle-Croix in Villars-sur-Glâne beteiligt. Diese ermöglichte es, die zuvor durchgeführten Variantenstudien zu diesem Anschluss zu konsolidieren. Auf dieser Grundlage können die Massnahmen zur Gestaltung und Markierung der Kreuzung Belle-Croix im Jahr 2026 geprüft werden.
Eine multimodale Studie für das Gebiet der Gemeinde Givisiez wurde 2025 abgeschlossen und wird durch die Erstellung einer Roadmap ergänzt, die gemeinsam von der Gemeinde, der Agglomeration Freiburg, dem MobA und dem Tiefbauamt (TBA) ausgearbeitet wird.
Das MobA ist auch Mitglied des Büros Valtraloc, das die von den Gemeinden initiierten Konzepte für Ortsdurchfahrten begleitet und vorab begutachtet.
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Mobilitätsobservatorium
Das Amt für Mobilität (MobA) sammelt zahlreiche Daten zur Mobilität mithilfe von:
- 37 permanenten Zählstellen für den motorisierten Verkehr und 8 Zählstellen für den Veloverkehr, mit denen die Entwicklung des Verkehrs auf den Kantonsstrassen verfolgt werden kann;
- 26 Kameras zur Verkehrsdatenerfassung, welche die verschiedenen Verkehrsmittel unterscheiden können und mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sind, wobei sie keine Bilder speichern, sondern lediglich eine digitale Signatur übermitteln.
Die Geräte ermöglichten es, im Jahr 2025 die Verkehrsbelastungen auf den Achsen in verschiedenen Gemeinden und Agglomerationen des Kantons Freiburg, die gemäss MobG neu ins Kantonsstrassennetz aufgenommen wurden, zu erfassen. Die über das ganze Jahr laufende Verkehrszählkampagne 2025 ist Teil einer fünfjährlichen Kampagne und wird 2026 die Erstellung detaillierter Verkehrsbelastungspläne erlauben.
Die Daten der Verkehrszählungen sind auf der Webseite Verkehrsbelastung - Strassenverkehrszählung, auf dem Kartenportal des Kantons Freiburg sowie auf der Plattform SmoFR unter der Adresse https://smofr.ch/ (nur auf Französisch) verfügbar.
Der SmoFR-Server stellt weitere Mobilitätsdaten des MobA bereit. Er führt die verfügbaren Dashboards (Visualisierungstools), APIs (Schnittstellen für den Datenaustausch) sowie verschiedene Anwendungen auf. Zudem enthält er alle erforderlichen Komponenten zur Erfassung, Verarbeitung und Darstellung der Daten, die von den neuen Kameras generiert werden. Der Server wird laufend weiterentwickelt und angepasst.
Unfallstatistiken
Das MobA befasst sich auch mit Unfallstatistiken, die als Grundlage für Entscheidungen über die Planung und Umsetzung von Strassenbauprojekten, Verkehrsmassnahmen und für die Signalisation dienen.
Im Jahr 2025 wurden im Kanton 19 Unfallschwerpunkte erfasst und in einem Kurzbericht im Hinblick auf mögliche Sanierungsmassnahmen analysiert. Sowohl im Kanton Freiburg als auch auf nationaler Ebene bleibt die Zahl der Unfälle und Unfallschwerpunkte stabil. Über die vergangenen zehn Jahre lässt sich im Kanton Freiburg ein leichter Abwärtstrend bei den Unfallzahlen beobachten.