COVID-19: Massnahmen zur Unterstützung des Kulturbereichs

28. Mai 2020 -18h00

Angesichts der schwierigen Situation, in der sich die Kulturschaffenden des Kantons derzeit befinden, ergreift der Staat Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Bund und den Gemeinden eine Reihe von Unterstützungsmassnahmen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Absage, Verschiebung oder dem reduzierten Umfang durchgeführte zahlreicher kultureller Aktivitäten und Veranstaltungen zu mildern.

Unterstützung Covid-19
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Gesuche um Aushilfsentschädigungen : Internetportal

Die von der Gesundheitskrise betroffenen Kulturunternehmen und Kulturschaffenden sind gebeten bis zum 20. September 2020 ihre Gesuche um Ausfallentschädigungen über das Internetportal des Amts für Kultur einzureichen. Diese Ankündigung folgt im Anschluss an die am 6. April unterzeichnete Leistungsvereinbarung zwischen dem Staat Freiburg und dem Bund zur Umsetzung der Finanzhilfen des Bundes.

Hinweise für das Einreichen eines Gesuchs 

  • Es werden nur Gesuche berücksichtigt, die über das Internetportal www.myfribourg-culture.ch eingereicht werden (keine Einsendungen per Post, E-Mail usw.). Bei Problemen wenden Sie sich bitte an das Amt für Kultur (fribourg-culture@fr.ch / 026 305 12 81).
  • Nur Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller mit Sitz oder Wohnsitz im Kanton Freiburg können ein Gesuch einreichen.
  • Erstellen Sie ein Benutzerkonto auf dem Internetportal www.myfribourg-cutlture.ch, falls Sie noch keines eingerichtet haben.
  • Bevor Sie beginnen, lesen Sie bitte die Bundesverordnung und die Richtlinien sowie den nachfolgenden Leitfaden, um die Dokumente und Beilagen vorzubereiten, die Sie dann über das Internetportal einreichen müssen.
  • Massgebend sind ausschliesslich die Verordnungen und Richtlinien.
  • Zunächst wählen Sie im Internetportal unter der Rubrik «Unterstützungsmassnahmen gemäss der COVID-Verordnung im Kulturbereich (alle Bereiche)» die für Sie zutreffende Art der Unterstützung aus:
  1. Gesuch um Entschädigung für finanzielle Verluste von Kulturunternehmen (privatrechtliche juristische Person, zum Beispiel ein Verein, eine Stiftung, eine Genossenschaft, eine private Aktiengesellschaft oder eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
  2. Gesuch um Entschädigung für finanzielle Verluste von Kulturschaffenden (natürliche Person mit selbstständiger Erwerbstätigkeit)
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Kurze Übersicht der Unterstützungsmassnahme des Bundes und des Kantons

Im Kulturbereich ist die Existenz zahlreicher kleiner und grosser Kulturunternehmen sowie Kulturinstitutionen durch Absagen, Verschiebungen und reduzierte Umfänge bedroht. Der Anteil von Kulturschaffenden, die selbständig erwerbend oder freischaffend sind und die weder über Kurzarbeit abgedeckt noch durch eine Arbeitslosenversicherung abgesichert sind, ist hoch.

Am 18. März kündigte der Staat Freiburg mehrere Hilfsmassnahmen an, mit denen er die bereits zugesicherten Subventionen für die entstandenen Kosten und die Kosten für die Verschiebung von Veranstaltungen oder Projekten sowie Massnahmen zur strukturellen Wirtschaftshilfe garantiert. Am 20. März hat der Bundesrat die Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus festgelegt. Diese Massnahmen gelten für alle Bereiche und damit auch für den Kultursektor. Darüber hinaus erliess er eine Verordnung, die darauf abzielt, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus auf den Kultursektor durch ergänzende Massnahmen abzufedern (COVID-Verordnung Kultur). Diese umfasst Soforthilfen und eine Ausfallentschädigung für Kulturunternehmen und Kulturschaffende sowie Finanzhilfen für Kulturvereine im Laienbereich. Diese Regelung gilt insbesondere für die Entschädigung von finanziellen Verlusten, die durch die Absage, Verschiebung oder den reduzierten Umfang durchgeführte aufgrund von behördlichen Vorgaben  von Veranstaltungen oder Projekten entstehen. Am 6. April gab der Bundesrat bekannt, dass die Finanzhilfegesuche nun bei den Kantonen, beim Verein Suisseculture Sociale oder bei den Laienkulturvereinen eingereicht werden können (Liste auf der Website des Bundesamts für Kultur). Am gleichen Tag hat der Staatsrat des Kantons Freiburg die Vereinbarung zur Umsetzung dieser Massnahmen im Kanton Freiburg unterzeichnet. Das Amt für Kultur richtete am 7. April ein Internetportal für das Einreichen der Gesuche. In der kantonalen Ausführungsverordnung vom 14. April werden die Kriterien, das Verfahren und die Zuständigkeiten für die Gewährung von Soforthilfen festgelegt. Insgesamt wurden rund 13 Millionen Franken zur Unterstützung der Freiburger Kultur bereitgestellt. 9,466 Millionen Franken, deren Finanzierung sich der Kanton und der Bund je zur Hälfte teilen, sind für die Ausfallentschädigungen bestimmt. 3,265 Millionen Franken sind für zinslose Darlehen an nicht gewinnorientierte Kulturunternehmen vorgesehen. Diese Liquiditätshilfen werden vom Kanton umgesetzt, aber vom Bund finanziert. Am 13. Mai kündigte der Bundesrat die Verlängerung der Frist für die Einreichung von Gesuchen bis zum 20. September für eine Deckungsperiode bis zum 31. Oktober 2020 an. Mit der Verlängerung wird dem Rahmenkredit ein zusätzlicher Betrag, der zu gleichen Teilen vom Staat Freiburg und vom Bund finanziert wird, hinzugefügt.

Weiter unten finden Sie eine Präsentation dieser Massnahmen. Diese Seite wird regelmässig aktualisiert. Massgebend sind einzig die Rechtsgrundlagen. In dieser Übersicht des Bundesamts für Kultur werden die Massnahmen ebenfalls zusammengefasst.

Medienmitteilung der EKSD vom 15. April: Rund 13 Millionen Franken zur Unterstützung der Freiburger Kultur

Medienmitteilung des Bundesrats vom 6. April: Die Gesuche können eingereicht werden.

Medienmitteilung des Bundesrats vom 20. März, mit den Verordnungen

Medienmitteilung des Staatsrats vom 18. März über einen Betrag von 50 Millionen Franken zur Unterstützung der Bereiche Wirtschaft, Tourismus, Sport und Kultur

1. Soforthilfen

Für gewinnorientierte Kulturunternehmen (z.B. Buchhandlungen, Kinos usw.)

  • Der Bund hat die Kriterien für den Zugang zur Kurzarbeit gelockert. Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung haben nebst Personen in unbefristeten Arbeitsverhältnissen auch Personen in befristeten Arbeitsverhältnissen, in Lehrverhältnissen oder im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit. Diese Massnahme sind in der COVID-Verordnung vom 20. März 2020 geregelt. Informationen über die Gewährung der Kurzarbeitsentschädigungen (KAE) finden Sie auf der Website des Amts für den Arbeitsmarkt (AMA), auf der auch auf die Website des SECO für die offiziellen Formulare verwiesen wird. Das AMA hat eine Hotline eingerichtet, an die Sie sich wenden können.
  • Im Falle einer fehlenden Liquidität bietet der Staat Freiburg Bürgschaften für Darlehen an. Die Volkswirtschaftsdirektion VWD hat eine Hotline 'Darlehen und Bürgschaften' eingerichtet, an die Sie sich wenden können.

Für nicht gewinnorientiertes Kulturunternehmen (juristische Person, z. B. Vereine, Stiftungen, Kompanien usw.)

  • Der Bund hat die Kriterien für den Zugang zur Kurzarbeit gelockert. Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung haben nebst Personen in unbefristeten Arbeitsverhältnissen auch Personen in befristeten Arbeitsverhältnissen, in Lehrverhältnissen oder im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit. Diese Massnahme sind in der COVID-Verordnung vom 20. März 2020 geregelt. Informationen über die Gewährung der Kurzarbeitsentschädigungen (KAE) finden Sie auf der Website des Amts für den Arbeitsmarkt (AMA), auf der auch auf die Website des SECO für die offiziellen Formulare verwiesen wird. Das AMA hat eine Hotline eingerichtet, an die Sie sich wenden können.

Für selbstständigerwerbende Kulturschaffende (natürliche Personen)

  • Im Falle der Einstellung ihrer Tätigkeit aufgrund der Coronavirus-Pandemie können selbstständigerwerbende Kulturschaffende sich an ihre Ausgleichskasse (entweder an die Kantonale Sozialversicherungsanstalt KSVA oder eine andere unabhängige Anstalt, von der sie Abrechnungen für Sozialabgaben erhalten) wenden, um eine Erwerbsausfallentschädigungen zu beantragen.
  • Gemäss der COVID-Verordnung können Anträge auf Soforthilfen auch an den Verein Suisseculture Sociale gerichtet werden.
  • Es ist vordringlich, dass alle Personen trotz den wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Krise anständig leben können. Das KFO empfiehlt deshalb allen Personen in Schwierigkeiten, nicht zuzuwarten und eine ihren Bedürfnissen entsprechende Unterstützung zu beantragen.Er lädt die betroffenen Personen ein, sich an die öffentlichen und privaten sozialen Einrichtungen zu wenden.
2. Ausfallentschädigungen

Wichtig:

In einem ersten Schritt ist es unerlässlich, dass alle Kulturinstitutionen und Kulturschaffende die oben erwähnten Soforthilfen in Anspruch nehmen. Die Ausfallentschädigung wird in einem zweiten Schritt nur subsidiär erfolgen

Zugesicherte Subventionen

  • Die kantonalen Subventionen und Finanzhilfen, die den Organisatoren von infolge der Pandemie abgesagten Veranstaltungen zugesagt wurden, werden gewährt, sofern sie sich auf Kosten beziehen, die bereits bezahlt worden sind oder noch bezahlt werden sollten. Wird eine Veranstaltung verschoben, so werden die zugesagten Beträge für den neuen Veranstaltungstermin beibehalten sowie allfällige mit dieser Verschiebung verbundenen Kosten berücksichtigt. Diese Grundsätze gelten auch für Verträge zwischen den Organisatoren und Kunstschaffenden oder freischaffenden Personen, die für diese Veranstaltungen und Produktionen beschäftigt werden, ungeachtet dessen, ob letztere bereits Soforthilfen (Erwerbsausfall oder Kurzarbeit, siehe oben) beantragt haben.
  • Bei abgesagten Veranstaltungen oder wesentlichen Änderungen an ihrem Projekt werden die Organisatoren, die Subventionen erhalten, gebeten, sich per E-Mail beim Amt für Kultur des Staates Freiburg (fribourg-culture@fr.ch) zu melden.Informationen zur Einreichung ihrer Abrechnung im Rahmen der Entschädigungsgesuche folgen zu einem späteren Zeitpunkt.
  • Die Loterie Romande, die Agglomeration Freiburg sowie die Stadt Freiburg haben die Auszahlung zugesprochener Subventionen an Organisatoren, die ihre Veranstaltungen verschieben oder absagen müssen, ebenfalls zugesichert.

Für Kulturunternehmen und Kulturschaffende

  • Die COVID-Verordnung des Bundes sieht vor, dass Kulturunternehmen und Kulturschaffende auf Anfrage Finanzhilfen für finanzielle Verluste erhalten, die durch die Absage, die Verschiebung oder den reduzierten Umfang durchgeführt aufgrund von behördlichen Vorgaben von Veranstaltungen und Projekten oder durch die Schliessung des Unternehmens entstehen, insofern diese Verluste durch die Massnahmen der Behörden zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie verursacht wurden. Die Entschädigung deckt höchsten 80 % des finanziellen Schadens. Wichtig: Die Soforthilfen für Kulturunternehmen und Kulturschaffende werden der Entschädigung für finanzielle Verluste angerechnet. Ein allenfalls entgangener Gewinn wird nicht abgegolten.
  • Die Gesuche sind wenn möglich bis zum 20. September 2020 über das Internetportal beim Amt für Kultur des Staates Freiburg einzureichen.

Für im Laienbereich in den Sparten Musik, Gesang, Theater tätige Kulturvereine

  • Beträgt das Budget für die betroffene Veranstaltung oder Aktivität weniger als 50'000 Franken, können die Kulturvereine im Laienbereich bei ihrem nationalen Dachverband (Liste der vom Bund anerkannten Dachverbände) ein Gesuch um Ausfallentschädigung einreichen. Die Ausfallentschädigung beträgt höchstens 10'000 Franken. Wenn das Budget für die betroffene Veranstaltung oder Aktivität mehr als 50'000 Franken beträgt und der finanzielle Verlust mindestens 10'000 CHF beträgt, muss das Gesuch über das Internetportal des Amts für Kultur eingereicht werden.  

Dieses erste Massnahmenpaket kann je nach Entwicklung der Situation ergänzt werden.

Diese Website wird regelmässig aktualisiert.

Auskunft: fribourg-culture@fr.ch

Facebook Spezial-Live-Chat zu COVID-19

Um Ihre Fragen zu den Soforthilfen zu beantworten, hat das Amt für Kultur zwei Facebook-Live-Chats organisiert, die Sie sich auf unserer Facebook-Seite (erneut) ansehen können. Der Live-Chat vom 30. März mit Gaëtan Rossier vom Amt für den Arbeitsmarkt (AMA) bot Gelegenheit, in erster Linie Fragen zur Kurzarbeitsentschädigung für die Kulturunternehmen des Kantons zu beantworten. Beim zweiten Live-Chat vom 8. April mit Nadine Gobet von der Fédération Patronale et Economique (Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband) und Fabio Vanoli von der Ausgleichskasse FER CIGA lag der Schwerpunkt auf die Entschädigung bei Erwerbsausfällen (Erwerbsersatzordnung - EO) für selbstständige Kulturschaffende. Bitte beachten Sie jedoch, dass diese Informationen nach dem bisherigen Wissensstand erteilt wurden und daher Änderungen vorbehalten sind.

Ein drittes Facebook-Live ist in Vorbereitung und wird demnächst auf unserer Facebook-Seite angekündigt.

Umfrage

Das Amt für Kultur dankt den über 225 Kulturunternehmen und Personen, die an der Umfrage zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Freiburger Kultur teilgenommen haben, und ebenso unseren Partnern, die diese Informationen weitergeleitet haben. Das Amt für Kultur erhält so sehr nützliche Informationen.

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