Die reduzierte Bodenbearbeitung ist eine wichtige Massnahme, um die langfristige Fruchtbarkeit und Widerstandsfähigkeit des Bodens gegenüber Klimaveränderungen zu erhalten. Es ist möglich, die Bodenbearbeitung schrittweise durch die Aktivität des Bodenlebens zu ersetzen und die Selbstregulierungsfähigkeit des Bodens zu nutzen. Dies erfordert eine besondere Beachtung der Bodenbedingungen bei den Arbeiten und eine angepasste Fruchtfolge, da Bewirtschaftungsfehler schwieriger zu korrigieren sind. Im Gegenzug wird diese Praxis durch eine bessere Trockenheitsresistenz und eine bessere Aufnahme von starken Regenfällen belohnt.
Vorteile für die Landwirtschaft:
- Einsparung von Energiekosten und Arbeitszeit.
- Veränderung der Bodenqualität und der Gesundheit der Pflanzen.
- Beitrag zur Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Systeme.
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Warum die Bodenbearbeitung reduzieren?
Intensive Bodenbearbeitung schwächt die Bodenstruktur, beschleunigt den Verlust organischer Substanzen und beeinträchtigt die unterirdische Biodiversität. Im Gegensatz dazu verbessert eine reduzierte Bodenbearbeitung die regulierenden Funktionen und die Tragfähigkeit des Bodens. Die Zeit- und Energieeinsparungen werden zudem durch Bezuschussungen belohnt.
- Verbessert die Tragfähigkeit des Bodens: fördert die Stabilität und verringert die Verdichtung, da die Struktur erhalten bleibt.
- Schützt das Bodenleben: bewahrt Mikroorganismen und Fauna, die für die Zersetzung und Fruchtbarkeit sorgen.
- Verbessert die Wasserinfiltration: verringert Abfluss und Erosion, erhöht die für Pflanzen verfügbare Wassermenge.
- Erhöht den Gehalt an organischen Stoffen: Dies verbessert die Fähigkeit des Bodens, einen günstigen Lebensraum für die darin lebenden Organismen zu bieten, und trägt zur Kohlenstoffspeicherung und damit zur Bekämpfung der globalen Erwärmung bei.
- Verringert den Kraftstoffverbrauch und die Arbeitszeit: Weniger Durchgänge mit den Geräten und eine geringere Arbeitstiefe bedeuten Einsparungen auf mehreren Ebenen.
- Wird von der Agrarpolitik unterstützt: Beitrag des Produktionssystems
Wie lässt sich diese Praxis umsetzen?
Quelle: Swiss No-Till (verändert)
Den Einsatz von Geräten begrenzen: Oberflächliche oder lokale Massnahmen bevorzugen (z. B. Strip-Till).
Innovative Techniken anwenden: Direktsaat oder minimale Bodenbearbeitung, auch mit vorhandenen Geräten.
Die Fruchtfolge optimieren: Permanente Bodenbedeckung und vielfältige Fruchtfolgen, um die Vorteile zu verstärken und Unkraut und Krankheiten zu bekämpfen.
Je nach Betriebsstruktur, Bodenbeschaffenheit und Anbaukulturen gibt es zahlreiche Faktoren, die die Wahl der technischen Lösung beeinflussen. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen den folgenden drei Kategorien:
Säen unter Mulch: Diese Kategorie umfasst alle Techniken der Bodenbearbeitung auf der gesamten Fläche ohne konventionelles Pflügen. Es handelt sich um eine gängige Methode für die Anlage von Wiesen nach Getreideanbau und einen hervorragenden Ausgangspunkt, um die Beeinträchtigung des Bodens schrittweise zu verringern. Es gibt also mehrere mögliche Varianten mit mehr oder weniger Pflanzenresten, die als Mulch auf der Oberfläche verbleiben. Die Mulchsaat hat den Vorteil, dass sie mit gewöhnlichen Maschinen durchgeführt werden kann, wobei zahlreiche Spezialgeräte wie z. B. Grubber zur Verfügung stehen.
Bandsaat: Die Streifenfrässaat und das Strip-Till-Verfahren fallen unter diese Kategorie. Diese Techniken erfordern eine sehr spezielle technische Ausrüstung. Der Vorteil der Bandaussaat für den Anbau von Mais und Zuckerrüben in Hanglagen hat dazu geführt, dass sich diese Maschinen weit verbreitet haben. Strip-Till ist eine vereinfachte Version ohne Fräse, die den Boden schonender behandelt, aber auch höhere Anforderungen an die Bodenbedingungen stellt.
Direktsaat: Dies ist die konsequenteste Technik, bei der sich die Bodenbearbeitung auf die Aussaatlinie zum Einbringen des Saatguts beschränkt. Auf diese Weise lassen sich die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile vereinfachter Anbaumethoden maximieren. Um jedoch in einem feuchten Jahr Erträge zu erzielen, die denen der konventionellen Bodenbearbeitung entsprechen, müssen die Bodenbedingungen, die Fruchtfolge und die Unkrautbekämpfung optimal sein.
All diesen Techniken ist gemein, dass sie keine Fehler in der Bodenbewirtschaftung verzeihen. Eingriffe in zu feuchten Boden sind unbedingt zu vermeiden und Fruchtfolge sowie Unkrautbekämpfung gewinnen an Bedeutung, wenn der Boden weniger bearbeitet wird.
Demonstrationsparzelle „La Tioleyre”
Auf einer Demonstrationsfläche, die für Schulungen und Versuche genutzt wird, vergleicht Grangeneuve seit 2015 verschiedene Bodenbearbeitungsmethoden.
Ende 2021 hat die Demoparzelle La Tioleyre in Grangeneuve ihren ersten Fruchtfolgezyklus von 6 Jahren abgeschlossen. Daher war es Zeit, eine Bilanz zur Entwicklung der Böden zu ziehen.
Die drei Anbausysteme auf der Parzelle (ÖLN intensiv, ÖLN pfluglos und biologisch) beeinflussen die Bodenfruchtbarkeit unterschiedlich.
Während der 7 Jahre konnte ein Effekt der Hofdünger auf die Nährstoffgehalte im Boden beobachtet werden, welcher deutlich mit den Aussagen der Düngerbilanz übereinstimmt. Im konkreten Fall der Tioleyre, konnten wir einen Anstieg der Kaliumgehalte in den Verfahren ÖLN pfluglos und biologisch sowie eine Abnahme des Phosphors im Verfahren ÖLN intensiv beobachten. Hierfür sind vermutlich die fehlenden Güllegaben im intensiven Verfahren verantwortlich.
Im Bereich der organischen Substanz sind die Schlussfolgerungen hingegen weniger offensichtlich. Die berechnete Humusbilanz liefert überraschende Resultate, welche jedoch nicht zwingend mit den Bodenanalysen übereinstimmen. Die Bodenuntersuchungen weisen darauf hin, dass die Böden der Variante pfluglos scheinbar am meisten organische Substanz speichern.
Weiterführende Informationen
Galerie
Oberflächliche Bodenbearbeitung mit vereinfachter Saatbettbereitung
Aussaat in gefrästen Streifen
Aussaat unter Deckfrucht
Gemüseanbau nach Strip-Till
Mechanische Zerstörung einer Wiese
Mais in Direktsaat