Seit den 2000er Jahren tragen Vernetzungsprojekte dazu bei, naturnahe Lebensräume miteinander zu vernetzen und gezielte Massnahmen umzusetzen, um optimale Lebensräume für Zielarten einer Region zu schaffen.
Im Jahr 2014 wurden die Landschaftsqualitätsprojekte (LQP) ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Kulturlandschaften zu erhalten, aufzuwerten und weiterzuentwickeln. Durch ihre Massnahmen fördern sie vielfältige landwirtschaftliche Praktiken, den Schutz des kulturellen Erbes und die Gestaltung charakteristischer Landschaftselemente.
Seit mehreren Jahren wird auf Bundesebene intensiv erwogen, wie die Zukunft der Vernetzungs- und Landschaftsqualitätsprojekte gestaltet werden soll. Ab 2028 werden diese Programme durch neue Projekte ersetzt, die unter dem Namen «regionale Biodiversität und Landschaftsqualität» (rBL) geführt werden. Diese verfolgen das Ziel, Natur- und Landschaftsinteressen im Landwirtschaftsgebiet zu sichern und gleichzeitig die Umsetzung der ökologischen Infrastruktur zu unterstützen.
Kontakt
GrangeneuveSektion LandwirtschaftRoute de Grangeneuve 311725 Posieux
T +41 26 305 58 00grangeneuve-landwirtschaft@fr.ch
Das Team Biodiversitätgrangeneuve-biodiv@fr.ch
52 Vernetzungsprojekte
Im Rahmen eines Bottom-up-Ansatzes wurden 52 Vernetzungsprojekte ins Leben gerufen, die heute einen Grossteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) des Kantons abdecken. Die Entwicklung und Umsetzung der Massnahmen werden von einem lokalen Projektleiter begleitet, unterstützt durch ein auf Biodiversität spezialisiertes Büro.
Die passenden Massnahmen für die Zielarten werden auf jedem teilnehmenden Betrieb gemeinsam mit der zuständigen Begleitperson festgelegt. Die Ziele hinsichtlich Qualität und Quantität der Biodiversitätsförderflächen werden auf Projektebene festgelegt und müssen gemeinsam erreicht werden. Die Teilnahme an diesem Direktzahlungsprogramm ist freiwillig.
Sechs Landschaftsqualitätsprojekte
Das gesamte Landwirtschafts- und Sömmerungsgebiet des Kantons ist von Landschaftsqualitätsprojekten abgedeckt: Broye, Glâne-Sarine-Lac, Sense-See, Gruyère-Veveyse und Intyamon-Jogne. Die Gemeinde Plaffeien ist aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum Naturpark Gantrisch Teil eines sechsten Projekts im Kanton Bern. Jedes Projekt hat seinen eigenen Massnahmenkatalog, der entweder auf die Erhaltung des Bestehenden oder auf die Schaffung neuer, für die Region typischer Landschaftselemente ausgelegt ist. Heute beteiligen sich fast 95 % der Freiburger Betriebe an diesen Projekten. Sie können frei wählen, welche Massnahmen sich am besten in ihre Produktionszweige integrieren lassen.
Ein kantonales Projekt für regionale Biodiversität und Landschaftsqualität (rBL)
Die im partizipativen Prozess von 2025 entwickelte Aufteilung des Kantons und die vorgeschlagene Struktur für die künftigen rBL-Projekte ermöglicht eine deutliche administrative Vereinfachung. Vorgesehen ist ein einziges Projekt, unterteilt in drei Teilregionen: Flachland, Hügel- und Berggebiet sowie Sömmerungsgebiet.
Das Projekt wird von einem rBL-Verband getragen. Regionale Gruppen aus Landwirtinnen und Landwirten sorgen für die Verbindung zum Terrain und stellen sicher, dass die lokalen Gegebenheiten berücksichtigt werden.
Eine kantonale Begleitgruppe wird die Aufgabe haben, den rBL-Verband zu unterstützen, indem sie alle erforderlichen Daten bereitstellt und auch die Qualität des Projekts sicherstellt, das dem BLW zur Genehmigung vorgelegt wird.
Der Bund hat eine rBL-Richtlinie veröffentlicht, in der die Anforderungen für diese künftigen Projekte festgelegt sind. Ausserdem wird eine Reihe von Massnahmen des Bundes vorgeschlagen, die je nach Projekt ausgewählt werden können. Parallel dazu werden regionale Massnahmen entwickelt, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Teilregionen zugeschnitten sind.
Wie bei den Vernetzungs- und Landschaftsqualitätsprojekten ist die Teilnahme an diesem Programm freiwillig und die Ziele werden gemeinsam erreicht.