Aufgrund der sich verändernden Rahmenbedingungen und der klimatischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen muss sich die Landwirtschaft stetig anpassen, auch im Bereich der Biodiversität. Der Kanton Freiburg unterstützt diese Anpassungen mit innovativen Projekten: agroökologische Praktiken, Schaffung von naturnahen Lebensräumen, Begleitung und Beratung. Diese Initiativen zielen darauf ab, Synergien und interessante Ansätze für die Landwirtschaft und die Natur zu fördern. Die Projekte werden mit motivierten Freiburger Landwirtschaftsbetrieben durchgeführt, oft in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren.
Kontakt
GrangeneuveSektion LandwirtschaftRoute de Grangeneuve 311725 Posieux
T +41 26 305 58 00grangeneuve-landwirtschaft@fr.ch
Das Team Biodiversitätgrangeneuve-biodiv@fr.ch
Projekt Aufwertung von BFF-Wiesen
Grangeneuve begleitet Betriebe bei der Aufwertung von BFF-Wiesen, um für jede Situation das beste Verfahren zu finden. Zu den möglichen Methoden zählt die Direktbegrünung mit Mahdgutübertragung oder die Ansaat von regionalem Saatgut, um die lokale genetische Vielfalt zu erhalten. Grangeneuve engagiert sich auch bei der Identifizierung geeigneter Spenderwiesen für die Mahdgutübertragung und die Ernte von regionalem Saatgut.
Zielsetzung
- Information und Beratung der Landwirtinnen und Landwirte zur Aufwertung von BFF-Wiesen
- Erfassung der ökologisch wertvollen Spenderwiesen im Kanton Freiburg
- Förderung des Austauschs zwischen Landwirtinnen und Landwirten für die Mahdgutübertragung
- Zusammenarbeit mit Institutionen für die Ernte von regionalem Saatgut
aktueller Stand
Das 2024 gestartete Projekt ermöglichte im Frühjahr 2025 die Besichtigung von 45 Wiesen, von denen 15 als Spenderwiesen identifiziert wurden. Im selben Jahr konnten insgesamt 5,2 ha Wiesen ökologisch aufgewertet werden: 3 ha durch Mahdgutübertragung, 2 ha mit regionalem Saatgut und 0,2 ha mit handelsüblichen Saatgut-Mischungen. Das Team Biodiversität von Grangeneuve steht interessierten Betrieben für Informationen und Beratung zur Verfügung.
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Projekt Mikrostrukturen
Mikrostrukturen wie Ast-, Stein- oder Streuhaufen bieten zahlreichen Nützlingen der Landwirtschaft (Kleinsäuger, Reptilien, Amphibien und Vögel) wertvollen Unterschlupf und Nahrung. Diese Landschaftselemente dienen zudem als Nist- und Überwinterungsplätze. Da solche Strukturen in der heutigen Agrarlandschaft selten geworden sind, ist ihre gezielte Schaffung von grosser Bedeutung.
Zielsetzung
- Förderung dieser Strukturen, während der Arbeitsaufwand der Landwirtinnen und Landwirte minimalisiert wird
- Förderung von Zielarten wie der Zauneidechse oder dem Hermelin
- Beteiligung am Aktionsplan «Zauneidechse» des Kantons Freiburg (2021)
- Schaffung von Synergien mit den Vernetzungsprojekten der Region
- Überwachung der Entwicklung der Zielarten in Zusammenarbeit mit der Universität Bern
Aktueller Stand
Das Projekt läuft seit 2023. Bis heute wurden zwischen Prez-vers-Noréaz und Corminboeuf wurden rund dreissig Mikrostrukturen geschaffen. Das Projekt wird auf die benachbarten Vernetzungsprojekte (Neyruz und Sarine-Ouest) sowie auf die Broye zwischen Delley und St-Aubin ausgeweitet. Die Anlage dieser Strukturen erfolgt mit der Unterstützung des VAM (Verein für aktive Arbeitsmarktmassnahmen). Seit 2025 wird das Projekt in Zusammenarbeit mit Pro Natura Schweiz geführt. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Seit der Errichtung der Mikrostrukturen wurden zwischen Prez-vers-Noréaz und Corminboeuf drei Hermeline gesichtet.
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Projekt Biodiversität unter Strommasten
Hochspannungsmasten haben Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion. Die Flächen darunter sind schwer zu bewirtschaften. Sie bieten jedoch das Potential, in oft intensiv genutzten Gebieten natürliche Lebensräume zu schaffen. Ziel des Projekts ist es, diese Flächen mittels neu geschaffener Feuchtbiotope ökologisch aufzuwerten und so die Biodiversität zu fördern. Ähnliche Projekte wurden bereits in anderen Kantonen realisiert.
Zielsetzung
- Schwer bewirtschaftbare Flächen aufwerten
- Förderung der Gelbbauchunke, einer Amphibienart, die auf solche Lebensräume angewiesen ist
- Eine Vernetzung von Pionierlebensräumen schaffen, um die Populationen der Gelbbauchunke wieder miteinander zu verbinden
Aktueller Stand
Das Projekt läuft von 2025 bis 2028. Die ersten fünf Biotope wurden 2025 im Kanton Freiburg zwischen Treyvaux und St-Ursen mit Unterstützung des VAM (Verein für aktive Arbeitsmarktmassnahmen) angelegt. Die Biotopsflächen variieren zwischen 16 m2 und 36 m2. Bereits im ersten Jahr wurden an einem Standort eine Gelbbauchunke und ein Fadenmolch identifiziert. Diese ersten Ergebnisse bestätigen das Potential des Projekts. Das Ziel ist es nun, das Biotopnetzwerk in Zusammenarbeit mit den Landwirtinnen und Landwirten auf den deutschsprachigen Teil des Kantons auszuweiten.
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Projekt Erneuerung Einzelbäume
Temporäre Feuchtgebiete (TFG) sind flache Kleingewässer, die zu bestimmten Jahreszeiten austrocknen können. Sie bieten Lebensraum für Pionierarten wie die Kreuzkröte oder den Laubfrosch auf häufig überfluteten und wenig produktiven Landwirtschaftsflächen. Dieses Projekt ermöglicht ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Landwirtschaft und Natur.
Zielsetzung
- Unterstützung der Landwirtinnen und Landwirte bei der gezielten Neupflanzung standortgerechter Laubbäume
- Erhalt und Förderung einer ausgewogenen Altersstruktur bei Einzelbäumen, um stabile Lebensräume für zahlreiche Arten zu gewährleisten.
- Bewahrung und Aufwertung des Landschaftsbilds, indem charakteristische Baumstrukturen erhalten und ergänzt werden.
Aktueller Stand
Das Projekt läuft von 2026 bis 2028. Das Team Biodiversität von Grangeneuve steht interessierten Betrieben für Informationen und Beratung zur Verfügung.
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Projekt Temporäre Feuchtgebiete (TFG)
Les zones humides temporaires (ZHUM) sont des plans d’eau peu profonds qui peuvent s’assécher à un moment de l’année. Elles offrent des habitats pour des espèces pionnières comme le crapaud calamite ou la rainette verte sur des surfaces agricoles fréquemment inondées et peu productives. Ce projet permet de concilier production et biodiversité.
Zielsetzung
- Aufwertung von Landwirtschaftsflächen, die für eine optimale Produktion zu feucht sind
- Schaffung von ökologisch hochwertigen Lebensräumen auf kleinräumigen Flächen
- Förderung von Pionierarten wie der Kreuzkröte oder Laubfrosch
Aktueller Stand
Das Projekt läuft seit 2025. Die ersten TFG werden im Winter 2025/2026 angelegt. Solche Biotope, die bereits in anderen Kantonen realisiert wurden, gelten als günstig für seltene Arten.
Das Projekt nimmt neue Anträge entgegen und wird vom Team Biodiversität von Grangeneuve technisch begleitet.
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Projekt Begleitung bei Agroforstanlagen
Traditionelle Agroforstsysteme mit Hochstamm-Feldobstgärten in der Nähe von Bauernhöfen haben ein fester Bestandteil der Freiburger Kulturlandschaft. Die moderne Agroforstwirtschaft kombiniert auf derselben Fläche mehrjährige Gehölze (Bäume und/oder Sträucher) mit Ackerkulturen. Grangeneuve unterstützt interessierte Betriebe mit individueller Beratung und Begleitung bei der Umsetzung solcher Systeme.
Zielsetzung
- Unterstützung von Landwirtinnen und Landwirten, die ein Agroforstsystem einrichten möchten
- Förderung von Agroforstsystemen mit hohem ökologischem Wert
- Gewinnung von Praxiserfahrungen für eine zukunftsfähige, an den Klimawandel angepasste Produktion
Aktueller Stand
Das Projekt läuft von 2026 bis 2028. Das Team Biodiversität von Grangeneuve steht interessierten Betrieben für Informationen und Beratung zur Verfügung. Im Jahr 2025 wurde ein Weiterbildungskurs auf einem Betrieb organisiert, der praktische Erfahrungen mit Agroforstsystemen hat.
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Projekt Biodiversität in Mikrobetrieben
Mikrobetriebe sind besondere landwirtschaftliche Betriebe, die sich nur schwer eindeutig definieren lassen. Typische Merkmale sind eine geringe Betriebsfläche, eine grosse Vielfalt an Kulturen und Tätigkeiten, der Fokus auf Nachhaltigkeit, kurze Vermarktungswege sowie eine handwerkliche, wenig mechanisierte Arbeitsweise. Grangeneuve möchte seine Bemühungen zur Förderung der Biodiversität auf solchen Betrieben, die von der Agrarpolitik oft nicht anerkannt werden, verfolgen. Es wurde ein Punktesystem entwickelt, das als Grundlage für finanzielle Unterstützung und individuelle Beratung dient.
Zielsetzung
- Anerkennung des Engagements von Mirkobetriebe für eine nachhaltige und biodiversitätsfördernde Landwirtschaft
- Qualitätsverbesserung der bereits vorhandenen Biodiversitätselemente und Förderung der Anlage neuer Elemente
- Mikrobetriebe, mit Anspruch auf Direktzahlungen, unterstützen, um die minimalen Biodiversitätsauflagen zu erfüllen.
Aktueller Stand
Das Projekt läuft von 2026 bis 2028. Das Team Biodiversität von Grangeneuve steht interessierten Betrieben mit oder ohne Direktzahlungen für Informationen und Beratung zur Verfügung. Für die Teilnahme am Projekt ist eine Betriebsfläche von maximal 7 ha, ein Wirtschaftskonzept sowie ein gepflegter Umgang mit den ökologischen Elementen erforderlich.
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