Zwischen 2020 und 2022 profitierten 49 Freiburger Landwirt*innen von einem Finanzierungsprogramm, welches von Grangeneuve im Rahmen des Projekts „Digitale Technologien in der Milchviehhaltung“ initiiert wurde. Die installierten Technologien umfassten Aktivitätssensoren (23 Betriebe), automatische Futterschieber (17), Milchanalysegeräte (5), Körperkonditionsmessungen (1), Weidetore (2) und Fütterungsroboter (1). Die Auswirkungen der Technologien auf die Produktions- und Gesundheitsparameter der Tiere, das Herdenmanagement und die Zufriedenheit der Landwirt*innen wurden analysiert. Hierbei wurden erhobene Daten der Zuchtorganisationen und eines den Landwirt*innen geschickten Fragebogens (31 Antworten) ausgewertet.
Futterschieber: Ein Werkzeug zur Steigerung der Milchproduktion
Die Vielfalt der installierten Technologien und der Betriebe jedoch verunmöglichte, einen klaren Zusammenhang zwischen den Technologien, der Produktion sowie der Gesundheit der Kühe aufzuzeigen. Darüber hinaus hängen diese physiologischen Parameter von anderen Faktoren ab (Fütterung, Haltung, Genetik usw.) und stehen daher nicht ausschliesslich im Zusammenhang mit den eingesetzten Technologien. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass automatische Futterschieber zu einer höheren Milchproduktion beitragen, vor allem pro Lebenstag.
Technologien in der Tierhaltung: Eine willkommene Zeitersparnis
Obwohl die eingesetzten Technologien die Produktions- und Gesundheitsparameter geringfügig zu beeinflussen scheinen, sind 97 % der Betriebe mit der Investition zufrieden, während die restlichen 3 % eine neutrale Meinung haben. Die wichtigsten positiven Punkte beziehen sich auf die Flexibilität, die Arbeitserleichterung und die Fruchtbarkeit. Mehr als 2/3 der Befragten sparen mit der Technologie mehr als 30 Min. pro Tag ein. Diese Zeitersparnis ermöglicht es ihnen, sich mehr auf das Herdenmanagement, die Feldarbeit oder die Brunstbeobachtung zu konzentrieren. Ausserdem scheinen die Futterschieber zu einer ruhigeren Herde zu führen, da sie ständig Futter zur Verfügung stellen. Aktivitätssensoren sind wartungsarm und zuverlässig, selbst bei stiller Brunst, und sie verringern Fruchtbarkeitsprobleme in 80 % der Betriebe. Hingegen sind die Lern- und Wartungszeiten einiger Technologien sowie einige technische Ausfälle zu beachten.
Landwirtschaftliche Technologie: Konkrete Vorteile für Landwirte
Trotz der hohen Investitionskosten sind mehr als 70 % der Betriebe der Meinung, dass sie ihre Ausgaben dank der Technologie reduzieren konnten. Insbesondere konnte die Anzahl der erforderlichen Besamungen und die tierärztlichen Eingriffe vor allem durch die Aktivitätssensoren gesenkt werden.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich eine solche Investition lohnt, da die Vorteile die Nachteile eindeutig überwiegen. Man darf aber nicht vergessen, dass es sich um Arbeitsgeräte handelt, welche eine Überwachung erfordern.
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