Welcher Kompromiss bietet sich für die Aussaattechniken für Deckfrüchte an?
Grangeneuve hat im Sommer 2024 eine Demofläche angelegt, um verschiedene Techniken zum Anlegen dieser Bodenbedeckung zu vergleichen. Das Ziel war es, herauszufinden, welche Technik den besten Kompromiss zwischen dem Zeitaufwand, den entstehenden Kosten und der Entwicklung der Bodenbedeckung bietet, um von den Vorteilen zu profitieren.
Es wurden vier verschiedene Anbaumethoden verglichen: Aussaat vor der Ernte, Direktsaat in Stoppeln, Aussaat während der Stoppelbearbeitung und „traditionelle“ Aussaat mit einer Sähkombination nach einer ersten Stoppelbearbeitung.
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Aussaat vor der Ernte
Die Aussaat vor der Ernte schien hinsichtlich des Zeitaufwands vielversprechend, lieferte jedoch auf der Demofläche keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Die Bodenbedeckung war sehr unregelmässig und das Unkraut konnte sich stark entwickeln. Die Aussaat wurde mit einer Drohne durchgeführt, könnte aber stattdessen auch in Form einer Breitsaat mit einem Düngerstreuer gemacht werden (manchmal muss das Saatgut granuliert werden, um eine gute Verteilung der Samen unterschiedlicher Dichte über die gesamte Streubreite zu erreichen). Die Vorteile dieser Variante liegen in der Nutzung der Restfeuchtigkeit und der Beschattung der noch stehenden Kultur für die Keimung der Samen.
Direktsaat in Stoppeln
Die Direktsaat in die Stoppeln hat den Vorteil, dass sie kurz nach der Ernte durchgeführt werden kann, sodass die Samen von der noch vorhandenen Bodenfeuchtigkeit profitieren können. Die Wahl der Maschine, mit Zinken oder Scheiben, ist je nach Bodenart und vorhandenen Ernterückständen nicht zu vernachlässigen. Bei dieser Variante hatten die bereits vorhandenen Unkräuter einen Vorsprung gegenüber der Bodenbedeckung, wobei anschliessend jedoch nur wenig Neuaustrieb beobachtet werden konnte.
Aussaat während der Stoppelbearbeitung
Bei der dritten Variante ermöglicht der Einsatz eines Grubbers eine Reinigung der Parzelle und gleichzeitig eine grobe Vorbereitung des Saatbetts. Allerdings muss mit dem Auflaufen neuer Unkräuter und Ausfallpflanzen der Vorfrucht gerechnet werden. Die Keimbedingungen waren für diese Variante ausgezeichnet; es zeigte sich eine sehr gute Entwicklung der Bodenbedeckung und hatte den Vorteil, dass sie sich relativ schnell etabliert hat.
Aussaat in zwei Durchgängen
Bei der vierten Variante mit zwei getrennten Durchgängen konnte die Bekämpfung von Ausfallpflanzen der Vorfrucht und Unkraut ermöglicht werden. Die Arbeit der Kreiselegge im zweiten Durchgang garantiert ein einwandfreies Saatbett, sofern sie unter guten Bedingungen durchgeführt wird. Die zwischen den beiden Durchgängen erforderliche Pause, um eine wirksame Bekämpfung von Unkraut und Ausfall zu gewährleisten, beeinflusst den Saatzeitpunkt und damit die von der Bodenbedeckung produzierte Biomasse. Das Anlegen eines falschen Saatbetts im August bleibt dennoch eine Herausforderung; im Rahmen dieser Demofläche war dies die Variante, bei der letztlich das meiste Ausfallgetreide in der Gründüngung zu beobachten war.
Artenauswahl
Bei der Auswahl der Arten für eine Bodenbedeckung von kurzer Dauer empfiehlt es sich, schnell keimende und wachsende Arten mit relativ guter Trockenheitsresistenz zu säen. Bevorzugen Sie kleinkörniges Saatgut, denn je kleiner das Korn, desto schneller keimt es und desto geringer ist sein Wasserbedarf. Für diesen Versuch wurde die Auswahl der Arten auf zwei Mischungen beschränkt. Eine erste Mischung bestand aus Ramtillkraut (Guizotia) und Alexandrinerklee, eine zweite aus Sorghum, Buchweizen und ebenfalls Ramtillkraut (Guizotia).
Vergleich der Verfahren
Die folgende Tabelle vergleicht die Kosten, den Arbeitsaufwand und den Trockensubstanzertrag pro Hektare der vier verschiedenen Varianten.
Ziel der Demo
Das Ziel dieser Demonstration war es, jedes Verfahren unter optimalen Bedingungen umzusetzen. Daher unterscheiden sich die Aussaattermine, was einen direkten Vergleich der produzierten Trockensubstanz nicht möglich macht. Die erhaltenen Ergebnisse werfen folgende Fragen auf:
- Welche Art von Bodenbedeckung möchte ich vor meiner Herbstaussaat?
- Wie viel Biomasse möchte ich bis vor dem Abstoppen der Zwischenkultur erreichen?
- Wie hoch ist meine Toleranz gegenüber Unkraut? Ist Ausfallgetreide akzeptabel?
- Welchen Zeit- und Kostenaufwand bin ich bereit zu investieren?