E-Government hat zum Ziel, der Bevölkerung und der Wirtschaft zu ermöglichen, ihre Geschäfte mit der öffentlichen Verwaltung dank Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) elektronisch abzuwickeln. Französisch wird E-Government mit Cyberadministration bezeichnet.

E-Government zielt auch darauf ab, die Verwaltung zu modernisieren und den Informationsaustausch zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden zu vereinfachen. Dank automatisierten Standardverfahren, zentraler Verfügbarkeit der Information und genormtem Datenaustausch zwischen verschiedenen Verwaltungseinheiten kann die Verwaltung administrative Doppelspurigkeiten vermeiden, wird sie von Routinetätigkeit entlastet und effizienter.

Es zielt auch darauf ab, dass Bürgerinnen- und Bürger-Angelegenheiten auf einfache Art, schnell und unabhängig von zeitlichen und geografischen Sachverhalten und mit Kommunikationstechnologien.

Der virtuelle Schalter

Indem sich die Benutzerinnen und Benutzer mit dem virtuellen Schalter verbinden, haben sie Zugriff auf alle Leistungen des Staates, die bereits vollständig digitalisiert sind.

Der virtuelle Schalter funktioniert auf einem Smartphone, auf einem Tablett und auf dem Computer. Er ermöglicht es, über eine Zugangsplattform zu verfügen, über die eine Vereinheitlichung der  elektronischen Datenerfassung möglich ist, Personen identifiziert werden können, die mit dem Staat interagieren, über die eine zentrale elektronische Zahlungsmöglichkeit angeboten wird, und vor allem, dient die Plattform dazu, die elektronische Beziehung mit den verschiedenen staatlichen Stellen zu vereinfachen. Alle Bürgerinnen und Bürger können online ein Konto einrichten und verfügen über einen persönlichen Bereich namens «Meine Dokumente», in dem sich die elektronischen Dokumente im Zusammenhang mit den Leistungen, die über den virtuellen Schalter bezogen werden, befinden.

Die Leistungen im elektronischen Schalter

Folgende Leistungen können im virtuellen E-Government-Schalter abgerufen werden:

Leistungen für die Bevölkerung:

  • Betreibungsregisterauszüge;
  • Handelsregisterauszüge;
  • Fischereipatent für kurze Dauer (in der Fischfangsaison);
  • Zivilstandsdokumente.

Verwaltungsinterne Leistungen:

  • die Gehaltsabrechnungen der Staatsangestellten und der Mitglieder des Grossen Rates;
  • die Bekanntgaben zu den Weinen des Staats Freiburg.

Folgende Dienstleistungen befinden sich noch in Entwicklung: 

  • Zuzug/Umzug/Wegzug (eUmzug);
  • Betreibungsbegehren;
  • Anträge auf Grundbuchauszüge;
  • Handelsregistereintrag;
  • Dienstleistungen des ASS, Amt für Strassenverkehr und Schifffahrt;
  • Schulzeugnisse.

Der virtuelle Schalter des Staates Freiburg basiert auf der Anwendung iGovPortal.

Bild der Vereinigung GovPortal.ch
Vereinigung GovPortal.ch © Alle Rechte vorbehalten
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Grunddienste des E-Governments

Mit den Grunddiensten können in standardisierter Form E-Government-Dienstleistungen zusammengebaut werden. Sie ermöglichen Skaleneffekte und können auch innerhalb der Anwendungssysteme des Staates eingesetzt werden. In diesem Sinne entsprechen sie dem Konzept der Wiederverwendbarkeit, das in der E-Government-Strategie des Staates Freiburg festgehalten wird. Die folgenden Basisdienste sind derzeit implementiert: 

  • die frID, die es Ihnen erlaubt, blitzschnell Ihr Login anzulegen;  
  • das Identifikationsbüro, das dazu dient festzustellen, ob eine virtuelle Person tatsächlich ist, wer sie vorgibt zu sein; 
  • ePayment, eine entkoppelte und einfache Lösung für Online-Zahlungen, auch mit TWINT;
  • eForms, ein Dienst der es erlaubt, schnell Formulare zu kreieren und online zu stellen;
  • eAuthenticity, Dienst zur Kontrolle der Echtheit von Dokumenten.
Basisdienste egov
Basisdienste egov © Alle Rechte vorbehalten - egov
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2020 kommen folgende Basisdienste hinzu:

  • eSign, die Online-Unterschrift, die genau so einfach ist wie eine Online-Zahlung. Dieses innovative Projekt hat eine Auszeichnung erhalten;
  • eScan, das Scannen von Dokumenten mit einem Smartphone.

Kantonales Bezugssystem

Zur allgemeinen Unterstützung der Digitalisierung aller Geschäftsprozesse aller Organe des Staates wird eine neue digitale Infrastruktur für die Datenbearbeitung bereitgestellt. Sie trägt die Bezeichnung kantonales Bezugssystem. Das Pilotprojekt läuft derzeit. Mehr Infos hier.

Meilensteine des E-Governments

E-Government wird in verschiedenen Etappen umgesetzt. Der Staat Freiburg hat sich entschieden, sich dafür mit anderen Kantonen zusammenzutun, um eine interkantonale Plattform zu implementieren.

Jahr 2018: die ersten Leistungen für die Bevölkerung werden ausgerollt. 

Dezember 2017: Der virtuelle Schalter steht für die Mitarbeiter des Staates Freiburg bereit
Weniger als ein Jahr, nachdem das Gesetz an den Grossen Rat überwiesen wurde, stellt der Kanton Freiburg seinen ersten virtuellen Schalter online, Frucht der Umsetzung des E-Governments. Diese Dienstleistung für 19 000 interne Benutzer ermöglicht die Prüfung der Benutzerfreundlichkeit und der Robustheit der Anwendung.

Oktober 2017: Der Staat Freiburg und der Kanton Jura gründen den interkantonalen Verein für das E-Government iGovPortal.ch

Am 23. Oktober 2017 haben die Kantone Jura und Freiburg in Delsberg den ersten interkantonalen Verein im Bereich E-Government gegründet: iGovPortal.ch.
Die beiden Kantone entschieden sich, ihre Kräfte im Bereich des E-Government zu bündeln, um eine leistungsfähige Organisation und eine moderne interkantonale Plattform zu Verfügung stellen zu können.

Der Verein iGovPortal.ch, der für alle Schweizer Kantone offensteht, setzte sich zum Ziel, dass die Entwicklungskosten der Kantone und Gemeinden im Bereich E-Government geteilt werden können. Die Vereinigung ist nicht gewinnorientiert. Jeder Mitgliedskanton profitiert von den Investitionen und Erfahrungen der andern und verringert dabei seine Implementierungskosten.

Der Kanton Jura hat seine Erfahrung im Bereich E-Government eingebracht, die durch die architektonischen Kompetenzen im Bereich Informatikarchitektur und die Vision zu den Basiskomponenten des Kantons Freiburg ergänzt wurden. Am 1. Januar 2019 ist auch der Kanton Solothurn dem Verein beigetreten. Auch der Kanton St. Gallen nutzt die iGovPortal-Plattform. Weitere Kantone haben bereits Interesse an der Lösung und für einen Beitritt zum Verein iGovPortal.ch gezeigt. Link zur Medienmitteilung

Der Ansatz des Vereins iGovPortal.ch war einer der Finalisten des Digital Economy Award 2019 in der Kategorie Digital Transformation.  Link zur Medienmitteilung

November 2016: Der Gesetzesentwurf über den E-Government-Schalter wird an den Grossen Rat überwiesen
Der Staatsrat hat im November 2016 den Gesetzesentwurf über den E-Government-Schalter  (E-GovSchG) an den Grossen Rat überwiesen. Mit dem Entwurf werden die Anforderungen der E-Government-Strategie auf Gesetzesebene konkret umgesetzt, und dank ihm können die elektronischen Mittel in den Verwaltungsverfahren schrittweise verwendet werden; ferner werden in ihm die Beziehungen zu den Gemeinden und verwaltungsexternen Leistungserbringern festgelegt. In ihm wird die Schaffung einer eindeutigen persönlichen User-ID und eines kantonalen Bezugssystems bewilligt. Diese gesetzliche Grundlage ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von E-Government-Leistungen.
Link zum Gesetz 

Link zur Botschaft des Staatsrates

Januar 2015: Organisation und Umsetzung
Während des ersten Quartals 2015 wurde die Fachkommission für E-Government ins Leben gerufen, die von der Staastkanzlerin präsidiert wird. Ihre erste Aufgabe bestand darin, die Umsetzung der Strategie mit der Steuerung des Projektfolios und der Schaffung der nötigen Voraussetzungen für diese Projekte zu koordinieren. Ein Verantwortlicher für das E-Government-Sekretariat wurde im Juni 2015 angestellt.

Dezember 2014: Die E-Government-Strategie
Der Staat Freiburg gibt sich eine E-Government-Strategie, die vom Staatsrat in seiner Sitzung vom 02. Dezember 2014 angenommen wurde. Mit dieser sollen in systematischer Form die Informatikprojekte, die dazu dienen administrative Abläufe zu erleichtern und zu optimieren, priorisiert werden.

Entwicklung des E-Governments als Dienstleistungs-Instrument und Verbesserung des Verwaltungsbetriebs mit Hilfe der Informatik: Das sind die beiden Ziele der Herausforderung Nr. 7 des Regierungsprogramms und des Finanzplans der Legislaturperiode 2012–2016 des Staatsrats. Die E-Government-Strategie ist eine wichtige Wegmarke bei der weiteren Modernisierung der Public Governance, denn sie erstellt zum ersten Mal das Inventar der Rahmenbedingungen und der Bedürfnisse und setzt die Richtlinien und die wichtigsten Tätigkeitsbereiche fest. Dazu kommen ein Umsetzungsplan und ein konkretes Projektportfolio. Die Strategie bezieht sich auf die E-Government-Strategie Schweiz.

Folgende Richtlinien wurden festgelegt: Der Staat dehnt die E-Administration zur Behandlung der Angelegenheiten mit Unternehmen und Bevölkerung sowie bei sich selbst weit aus. Er verstärkt die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, den übrigen Kantonen und dem Bund bei E-Government, indem er sich auf Zusammenarbeitsverträge (Rahmenvereinbarungen) stützt. Die elektronische Verwaltung ist kundenorientiert und den Bedürfnissen und Lebensumständen der Unternehmen und der Bevölkerung angemessen. Link zur Medienmitteilung

Hilfe und ergänzende Informationen

Informationen zu den Leistungen des virtuellen Schalters finden Sie hier.

Haben Sie die Antwort auf Ihre Frage zu den Leistungen des virtuellen Schalters nicht gefunden? Senden Sie uns ihre Anfrage mit Hilfe des Formulars oder kontaktieren Sie direkt das betroffene Amt.

Informationen zu anderen Online-Dienstleistungen finden Sie auch hier: www.fr.ch.

Der Kundendienst antwortet nur auf Ihre Fragen im Zusammenhang mit den Leistungen, die im virtuellen Schalter zur Verfügung stehen:
Von Montag bis Freitag
8.30 Uhr - 11.30 Uhr / 14.00 Uhr -18.00 Uhr, ohne Feiertage
8.30 Uhr - 11.30 Uhr / 14.00 Uhr - 16.00 Uhr, Vortage von Feiertagen
T +41 26 304 24 44

Definition


E-Government kann als Verwendung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien in der Verwaltung, um die Verwaltungshandlungen für die Benützerinnen und Benützer einfacher und wirtschaftlicher zu machen, definiert werden. Dank automatisierten Standardverfahren, zentraler Verfügbarkeit der Information und genormtem Datenaustausch zwischen verschiedenen Verwaltungseinheiten kann die Verwaltung administrative Doppelspurigkeiten vermeiden, wird sie von Routinetätigkeit entlastet und effizienter.