Der Staatsrat verabschiedet seinen Fahrplan für einen besseren Umgang mit den Bedürfnissen der fahrenden Minderheiten

23. November 2020 -08h59

Eine bessere Koordination innerhalb der betroffenen Stellen, die Prüfung der Machbarkeit eines zweiten, kleinen Standplatzes für die Freiburger Jenischen, ein besseres schulisches Umfeld im Winter für die rund zwanzig jenischen Kinder aus dem Kanton: Dies sind die drei vorrangigen Ziele, die der Staatsrat in seinem Fahrplan für einen besseren Umgang mit den Bedürfnissen der fahrenden Minderheiten definiert hat.

Sitzungszimmer des Staatsrates, © Aldo Ellena © Alle Rechte vorbehalten

Um die Begleitung und Umsetzung des Fahrplans zu gewährleisten, wird eine Koordinierungsstelle unter der Leitung der Sicherheits- und Justizdirektion (SJD) eingerichtet. Diese breit abgestützte Koordinierungsstelle, die alle betroffenen Stellen (RUBD, EKSD, Kantonspolizei, betroffene Gemeinden und Oberamtmänner) zusammenführt, wird es ermöglichen, rasch und sachgerecht auf Probleme und Anliegen zu reagieren, die sich aus dem Zusammenleben zwischen der sesshaften Bevölkerung und den fahrenden Minderheiten (Jenische, Sinti und Fahrende aus dem Ausland) ergeben.

Weil es im Kanton Freiburg an Standplätzen mangelt, ist es schon seit mehreren Jahren für rund zwanzig jenische Familien aus dem Kanton Freiburg schwierig, einen Ort zu finden, wo sie sich im Winter, wenn sie nicht unterwegs sind, niederlassen können. Diese Situation führt jeden Herbst zu Spannungen zwischen den Behörden und den Angehörigen der fahrenden Minderheiten.

Während die Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD) weiterhin aufmerksam verfolgt, was in den Nachbarkantonen geschieht, weist der Fahrplan die RUBD an, die Machbarkeit eines zweiten, kleinen Standplatzes zu prüfen. Des Weiteren soll der Standplatz von Châtillon, der seine Kapazitätsgrenze erreicht hat, bis dahin provisorisch und in geringem Umfang verdichtet werden, um die demografische Entwicklung der hier stationierten Familien aufnehmen zu können und um ihnen die Möglichkeit zu geben, im Perimeter des Standplatzes zu bleiben. Der Transitplatz La Joux-des-Ponts, der im Sommer von Roma, die die Schweiz in ihren Wohnwagen in grossen Verbänden durchqueren, benutzt wird, und im Winter als Warteraum für Lastwagen dient, ist davon nicht betroffen.

Schliesslich setzt sich der Kanton Freiburg für die Verbesserung der Schulbildung der jenischen Kinder ein. Deren schulische Betreuung wird verstärkt dank einer besseren Betreuung während des Winters und dank Fernunterricht während der Monate, in denen sie unterwegs sind. Dies wird durch die vollständige Umsetzung des Projekts «Schule unterwegs» möglich. Die Schaffung eines zusätzlichen Standplatzes für den Winter wird die Schulbildung und deren Rahmenbedingungen für die jenischen Kinder ebenfalls verbessern, indem er es ihnen ermöglichen wird, während der Wintermonate an einem festen Ort zu sein und ihnen so Zugang zu einem stabilen Bildungsumfeld zu verschaffen, wodurch das Vertrauen zwischen Schule und Familien gestärkt wird.

Mit diesem Fahrplan will der Kanton Freiburg die drängendsten Probleme im Zusammenhang mit den auf seinem Gebiet lebenden nationalen Minderheiten angehen, ihre Bedürfnisse berücksichtigen und pragmatische und ressourcenschonende Schritte vorschlagen, die zu nachhaltigen und einvernehmlichen Lösungen führen.