Jean-François Steiert, Präsident

Präsentation von Jean-François Steiert, Präsident, Staatsrat, Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektor

Jean-François Steiert, Staatsratspräsident
Jean-François Steiert, Staatsratspräsident © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Olivier Savoy / Cine3d
  • geboren 1961, von Rickenbach/TG
  • lic. phil. I
  • wohnhaft in Freiburg
  • im Amt seit 2016
  • Sozialdemokratische Partei
  • in Partnerschaft mit Manon Delisle, 2 Kinder
  • frühere Tätigkeit: Nationalrat, Delegierter für interkantonale Bildungsfragen

Zuständig für

Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion RUBD
Chorherrengasse 17
1701 Freiburg
Lageplan
T +41 26 305 36 04
F +41 26 305 36 09
Kontakt

Dienste der RUBD

Vertreter: Maurice Ropraz

Jean-François Steiert ist der Präsident der Delegation für öffentliche Bauten und Umweltschutz

Interessenbindungen

Bibliografische Angaben

Geboren am 7. Februar 1961 in Bern, von Rickenbach (TG). Katholisch. Sohn des Wolfgang, Arzt, und der Sébastienne, geborene Binz, Dozentin für Klavier. Er lebt mit seiner Partnerin Manon Delisle in Freiburg, Tochter des Jean-Pierre, Professor an der EPFL, und ihren zwei Töchtern. Er ist der Älteste von drei Brüdern, von denen der zweite, Thierry Steiert, Gemeinderat (2011) ist und dann Stadtpräsident (2016) der Stadt Freiburg wird. Sein Grossvater mütterlicherseits ist René Binz, christlich-sozial konservativ, er war Vizekanzler (1924-1933) und dann Staatskanzler des Staates Freiburg (1933-1969).

Jean-François Steiert wächst in einem zweisprachigen Umfeld auf, spricht zuhause Französisch, besucht aber deutschsprachige Schulen und später das französischsprachige Kollegium St. Michael, wo er 1987 eine Maturität des Typs C erwirbt. Er schliesst die Ausbildung zum Historiker 1989 mit einem lic. phil. I an der Universität Freiburg ab, was ihn in der Folge zu einer Zusammenarbeit mit dem Historischen Lexikon der Schweiz führt.

In seiner Freizeit liebt er es genauso Klavier, Klarinette oder Flöte zu spielen, aber auch dem Fahrradsport zu frönen, in den Bergen zu wandern, Ski zu fahren und Skitouren zu machen und zu schwimmen, aber auch Schach zu spielen, wobei er ein feiner Kenner dieses Spiels ist. Er ist Mitglied des Schachclubs Düdingen. Er trat während eines Teamschachturniers zwischen dem Team des Schweizerischen Parlaments und demjenigen der russischen Duma gegen den ehemaligen Schachweltmeister Anatoly Karpov an.

Von 1983-1991 war er an mehreren genossenschaftlichen Projekten beteiligt (Wohnbau, Energie, Mobilität, Spiele usw.), und dann arbeitet er sowohl auf Französisch wie auch auf Deutsch bei verschiedenen Tageszeitungen und anderen Publikationen mit. Ab 1992 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Wissenschaftlichen Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit in Bern. Er wird nacheinander Zentralsekretär und Pressesprecher der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (1993) und, fünf Jahre später, Generalsekretär dieser Partei und deren Fraktion in der Vereinigten Bundesversammlung (1998). Im Jahr 2000 wird er persönlicher Mitarbeiter der Chefin des Departements für Bildung und Jugend des Kantons Waadt, bevor er am 1. August 2002 zum Delegierten für interkantonale Fragen desselben Departements ernannt wird. Am 1. Juni 2005 wird er zum Präsidenten der Konferenz der Generalsekretäre der Interkantonalen Erziehungsdirektorenkonferenz der französischen Schweiz und des Tessins (CIIP) gewählt.

Er ist von 1991 bis 2001 Mitglied des Generalrats der Stadt Freiburg und 2002 bis 2007 Mitglied des freiburgischen Grossen Rates und bekleidet namentlich die Funktion als Vizepräsident der Fusionskommission.

Am 1. September 2007 tritt er als Nachfolger der verstorbenen Liliane Chappuis in den Nationalrat ein. Da er 2016 in den freiburgischen Staatsrat gewählt wird, verlässt er den Nationalrat am 26. Februar 2017. Er wird von der Presse und seinen Kollegen als einflussreicher Parlamentarier anerkannt und engagiert sich im Speziellen für Dossiers mit Bezügen zur Bildung, zur Gesundheit, zum Sozialen oder zur Umwelt. Er ist Mitglied der Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit und der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur. Er ist Ko-Präsident der Parlamentarischen Gruppe Schweiz-Russland und der Parlamentarischen Gruppe für Kultur. Er bringt sich in zahlreichen Vereinen und Stiftungen ein: etwa bei Pro Velo Schweiz, bei der Krebsliga Freiburg, bei der Stiftung Les Buissonnets, beim Zentrum für Weiterbildung für behinderte Erwachsene, bei der Schweizerischen Gesellschaft für Gesundheitspolitik (Präsidium), beim Dachverband der Schweizerischen Patientenstellen (Vizepräsident). Er ist der bestgewählte freiburgische Nationalrat im Jahr 2015 und damals die eigentliche Wahllokomotive.

Er stellt sich 2006 das erste Mal einer Wahl in den Staatsrat. Im Jahr 2013 unterliegt er in einer Nachwahl seinem christlich-demokratischen Gegner Jean-Pierre Siggen nur knapp und ist damit nicht in der Lage, in der kantonalen Exekutive eine linke Mehrheit zu erreichen. Jean-François Steiert wird dann in der Wahl vom 27. November 2016 in den Staatsrat gewählt; er ist Bestgewählter der linken Allianz, die im zweiten Wahlgang ihre drei Sitze retten kann. Er tritt an die Spitze der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD).

Er stellte den kantonalen Richtplan bei der Raumplanung, das Konzept zur Verbesserung der Bahnsituation und das Gesetz über das «Littering» (zu Boden geworfene Abfälle) fertig.

Viele verschiedene Vorlagen befinden sich in der Planungs- und Realisierungsphase: das Projekt für ein neues städtisches Zentrum am Standort Bertigny-Chamblioux im Zentrum von Grossfreiburg mit der Überdeckung der Autobahn, die heute das Kantonszentrum durchschneidet, Umfahrungsstrassen, die Verbindung Marly-Matran mit einer Brücke, deren Länge mit der Poya-Brücke vergleichbar ist, der Sachplan Velo (150 Mio. Franken) oder die Einführung einer staatlichen Immobilienstrategie.

Nationalrat Jean-François Steiert wird 2016 anlässlich des zweiten Wahlgangs zusammen mit den linken Kandidatinnen und Kandidaten in den Staatsrat gewählt. Er wird Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektor. Das Regierungsprogramm 2017-2022 verlangt von allen Direktionen, die folgenden drei Ziele zu erfüllen:

  • Freiburg setzt sich als Wirtschafts- und Innovationszentrum durch.
  • Freiburg gelingt der Zusammenschluss des Kantonszentrums.
  • Freiburg macht seine Revolution 4.0.

Die RUBD erhält vier spezifische Ziele zugeordnet. Das erste Ziel ist es, eine effektive Raumplanung zu betreiben. Das zweite bestht darin, die Infrastrukturen an die wachsenden Bedürfnisse anzupassen. Das dritte ist es, auf nachhaltige Mobilität zu setzen. Das vierte besteht darin, die natürlichen Ressourcen zu schonen. Die RUBD ist für den kantonalen Richtplan zur Raumplanung zuständig. Experten sehen ein Wachstum von 150 000 Einwohnerinnen und Einwohnern bis ins Jahr 2050 voraus. Die grösste Herausforderung besteht darin, die Verdichtung von Wohnraum und Aktivitäten mit einer Verbesserung der Lebensqualität in Einklang zu bringen, was auch die Stärkung des öffentlichen Verkehrs und der sanften Mobilität nötig macht.  Der neue kantonale Richtplan, der vom Staatsrat am 2. Oktober 2018 verabschiedet wurde, gibt den Rahmen vor, um dieses Ziel im ganzen Kanton zu erreichen. Das Projekt zur Überdachung der Autobahn zwischen Chamblioux und Bertigny würde es erlauben, Wohnraum für 20 000 bis 30 000 Personen und Arbeitszonen für sie zu schaffen. Es soll konkrete Lösungen für diese Herausforderung auf beispielhafte und innovative Weise umsetzen. Der Direktor der RUBD muss zudem dafür sorgen, dass in Partnerschaft mit dem Staat, Group E, Gruyère Energie und der IB Murten im ganzen Kanton ein Glasfasernetz eingerichtet wird. Ein Vertrag vereinigte diese Einheit «FTTH FR SA» mit Swisscom, welche die Vereinbarung 2016 gebrochen hat.

Jean-François Steiert verteidigt 2017 mit Erfolg die Änderung des Raumplanungs- und Baugesetzes (RPBG), durch welche die Einführung der Anwendung FRIAC (FRIbourg Autorisation de Construire) ermöglicht wird. Er verteidigt mit Erfolg drei Dekrete vor dem Grossen Rat. Das erste betrifft einen Projektierungskredit zum künftigen Umbau des Kantonsspitals (1,4 Mio. Franken). Das zweite ermöglicht den Erwerb des Grundstücks der Elanco in Saint-Aubin (20 Mio. Franken). Das dritte ist ein Strassenbaukredit für Châtel-Saint-Denis, mit dem ein Bahnübergang entfernt werden kann (23 Mio. Franken).

2018 bringt Jean-François Steiert eine Änderung des Gesetzes über die Abfallbewirtschaftung durch, mit der das «Littering» (wild entsorgte Abfälle) besser bekämpft werden kann. Der Direktor der RUBD erhält die Zustimmung des Grossen Rates zu vier Dekreten. Das erste erlaubt es die Strassenführung im Ort «En Bataille» nahe Broc zu korrigieren (5,8 Mio. Franken). Das zweite dient dem gleichen Zweck für die interkantonale Strasse zwischen Riederberg und Boltigen (10 Mio. Franken). Das dritte betrifft die Arbeiten an der Autobahnausfahrt Matran (6,7 Mio. Franken). Das vierte ermöglicht den Kauf des Swisscom-Gebäudes in Freiburg (33 Mio. Franken). Im Übrigen erhöht er das Angebot des öffentlichen Verkehrs auf Schienen und Strassen und sorgt für die Annahme des neuen kantonalen Richtplans, der insbesondere darauf abzielt, die Zersiedelung zu stoppen, ebenso wie des Sachplans Velo für die Realisierung von Veloinfrastrukturen im gesamten Kanton.