Mit der Strategie Nachhaltige Entwicklung hat sich der Kanton u.a zum Ziel gesetzt, systematisch soziale und ökologische Aspekte in der Entwicklung der Nahrungsmittelproduktion und -verteilung zu berücksichtigen und damit beide Situationen konkret zu verbessern.
Die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelindustrie gehören zu den Pfeilern der Freiburger Wirtschaft, gleichzeitig ist die Versorgung der Bevölkerung mit gesundem Essen ein wichtiges Anliegen des Staates. Um Antworten auf die Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Armut zu finden, muss sich unser Ernährungssystem weiterentwickeln. Dazu gehört unter anderem auch die Reduktion der Lebensmittelverschwendung, die heute leider noch vom Feld bis auf den Teller gegenwärtig ist.
Eine Bank für Lebensmittel
Unter anderem dank der Strategie Nachhaltige Entwicklung konnte die Gründung einer Lebensmittelbank im Kanton Freiburg unterstützt werden.
Diese «Bank» bietet einerseits Freiburger Landwirtinnen und Landwirten einen neuen Absatzkanal für nicht kalibrierte Lebensmittel, die nicht für den Verkauf in Supermärkten geeignet sind, sowie für Produkte, die aufgrund von Saisonabhängigkeit oder Produktionsspitzen nicht rechtzeitig abgesetzt werden konnten.
Andererseits ist die Lebensmittelbank eine Plattform für die Umverteilung von Gütern des täglichen Bedarfs zugunsten von Organisationen, die für die Schwächsten im Kanton tätig sind. Anstatt wie bisher Mahlzeiten oder Säcke entsprechend den gespendeten Waren zusammen zu stellen, können diese Organisationen künftig aus einem viel grösseren Pool die benötigten Produkte und Lebensmittel bei der Lebensmittelbank bestellen. So werden Haushalte, die in Schwierigkeiten geraten sind, gezielter und gesünder unterstützt. Die Lebensmittelbank des Kantons Freiburg wurde im September 2021 gegründet. Die operative Phase – insbesondere die Sammlung und Weiterverteilung – begann im September 2023. Jede Woche verteilt sie über die Mitgliedvereine an Hunderte von Personen ca. drei Tonnen Waren.
Eine Charta für die Gemeinschaftsverpflegung
Eine regionale Küche stärkt produzierende und verarbeitende Betriebe im Kanton und trägt dazu bei, unsere Ernährung klimafreundlicher zu machen. Dank der Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft (ILFD), der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD) und der Direktion für Gesundheit und Soziales (GSD)sowie Partnern wie Terroir Fribourg, Fourchette verte Freiburg, GastroFribourg, Grangeneuve und Beelong konnte eine Charta für die Gemeinschaftsgastronomie mit der Unterstützung der Strategie nachhaltige Entwicklung entwickelt werden. Mit der Unterzeichnung der Charta verpflichten sich die staatlichen, staatsnahen und privaten Partnerinstitutionen, regionale und saisonale Freiburger Produkte zu fördern, sozialverträgliche und ökologische Produktionsweisen zu bevorzugen und die Gesundheit durch eine ausgewogene Ernährung zu fördern. Bis heute haben 30 Betriebe die Charta unterzeichnet; sie tragen massgeblich dazu bei, Lebensmittelversorgungsketten im Raum Freiburg zu verkürzen und tragen so zu einer nachhaltigeren und widerstandsfähigeren lokalen Wirtschaft bei.
Weitere Informationen
Umsetzung 2024 der kantonalen Strategie Nachhaltige Entwicklung
Zwischenbilanz zum Aktionsplan 2021–2026 der Strategie Nachhaltige Entwicklung 2021–2031