Monat der psychischen Gesundheit: 27 Aktionen, um Tabus zu brechen und auf die verfügbaren Hilfsangebote hinzuweisen
Die Direktion für Gesundheit und Soziales lanciert in Zusammenarbeit mit der Freiburgischen Interessengemeinschaft für Sozialpsychiatrie (AFAAP) den ersten «Freiburger Monat der psychischen Gesundheit». 16 kantonale Partnerinnen und Partner beteiligen sich an dieser Initiative zur Förderung der psychischen Gesundheit, die von den lateinischen Kantonen und Psy-Gesundheit.ch getragen und von Gesundheitsförderung Schweiz unterstützt wird.
Veröffentlicht am 25. September 2026 - 13h47
Steigender Bedarf
In unserem Kanton wie auch anderswo stellt die psychische Gesundheit ein wichtiges Thema der öffentlichen Gesundheit dar, und darüber zu sprechen kann dazu beitragen, die noch allzu oft vorherrschenden Tabus zu brechen. Wie die körperliche Gesundheit auch ist sie ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesundheit und muss täglich gepflegt und gefördert werden.
Gesundheitsförderung und Prävention spielen im Bereich der psychischen Erkrankungen eine wichtige Rolle, da sie es ermöglichen, frühzeitig zu handeln, individuelle und kollektive Ressourcen zu stärken und Risikofaktoren zu verringern. Jeder und jede, unabhängig von Alter, sozialem Hintergrund oder Lebensweg, kann von einer psychischen Erkrankung betroffen sein. Es ist jedoch nach wie vor schwierig, über psychische Probleme zu sprechen, was mitunter die notwendige Behandlung verzögert. Die Zahlen zur Behandlung von Menschen mit psychischen Problemen sprechen für sich: Für das Jahr 2026 werden beim FNPG fast 36 000 Notrufe erwartet, zwischen 2024 und 2026 wird die Zahl der in der Kinder- und Jugendpsychiatrie betreuten Kinder und Jugendlichen voraussichtlich um 25 % steigen, und die Situationen werden immer komplexer.
Der «Monat der psychischen Gesundheit» hat zum Ziel, eine Diskussion darüber anzustossen, wie wichtig es ist, auf die eigene psychische Gesundheit zu achten, den Zugang zu bestehenden Ressourcen sichtbar zu machen und zu fördern sowie den wertvollen Einsatz der Partnerinnen und Partner vor Ort hervorzuheben. Denn das Netzwerk rund um die öffentlichen Einrichtungen ist dicht und bietet eine Vielzahl von Dienstleistungen, die sich sowohl für die direkt Betroffenen und ihre Angehörigen als auch für die Bevölkerung im Allgemeinen als wichtige Unterstützung erweisen können.
Es wurde eigenes eine Internetseite des Kantons Freiburg (Alles über psychische Gesundheit) eingerichtet, um die Angebote der öffentlichen Dienste und der im Bereich der psychischen Gesundheit tätigen Vereine vorzustellen. Sie ermöglicht es den Betroffenen, auf einfache Weise Informationen und Ressourcen zu finden, die auf ihre Situation und ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Alle Lebensbereiche sind betroffen
Lebensumstände, soziale Beziehungen, Bildung, Arbeit, das familiäre Umfeld, Gewalt, Suchterkrankungen oder auch die Bildschirmnutzung können das psychische Wohlbefinden beeinflussen.
Da sich die Bedürfnisse ständig verändern und zunehmen, müssen die verschiedenen staatlichen Strategien und die daraus resultierenden Massnahmen kontinuierlich angepasst werden. Denn auch wenn manche psychischen Erkrankungen geheilt werden können, ist es dank einer angemessenen Begleitung und geeigneter Ressourcen ebenfalls möglich, Menschen mit einer psychischen Störung dabei zu unterstützen, ihre Autonomie zu bewahren oder wiederzuerlangen, uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ein würdiges und erfülltes Leben zu führen. Ebenso ermöglicht die Schaffung von Umgebungen und die Durchführung von Aktionen, die der körperlichen und psychischen Gesundheit förderlich sind, gesunden Menschen, ihr psychisches Wohlbefinden zu erhalten und Ereignisse zu bewältigen, die dieses Wohlbefinden beeinträchtigen könnten.
Der «Monat der psychischen Gesundheit» bietet die Gelegenheit, diese Realität stärker ins Bewusstsein zu rücken. Die zahlreichen Aktionen, die in diesem Rahmen durchgeführt werden, verdeutlichen die Vielfalt der vorhandenen Ressourcen. Zu den 27 Aktionen für die breite Öffentlichkeit und den 8 Aktionen für Fachpersonen gehören unter anderem Workshops, Spiele, öffentliche Vorträge, eine Ausstellung sowie Informationsstände. Die AFAAP wird unter anderem mit einem Fotoautomaten im Rahmen eines Kinoabends und einer Podiumsdiskussion in Freiburg und Bulle vertreten sein.
Psychische Gesundheit: Was unternimmt der Kanton Freiburg in den Bereichen Förderung, Prävention und Betreuung?
Der Kanton hat die Förderung der psychischen Gesundheit bereits seit mehreren Jahren zu einer Priorität seiner Gesundheitspolitik gemacht. Sie ist Teil der kantonalen Strategie zur Gesundheitsförderung und Prävention «Perspektiven 2030» sowie des kantonalen Aktionsprogramms - Ernährung, Bewegung und psychische Gesundheit 2026–2029. Sie ist zudem in das direktionsübergreifende Konzept Gesundheit in der Schule sowie in mehrere kantonale politische Strategien integriert, insbesondere in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit sowie sexuelle Gesundheit.
Im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention widmen sich 30 Massnahmen des kantonalen Aktionsprogramms - Ernährung, Bewegung und psychische Gesundheit 2026–2029 der Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern, Jugendlichen, Seniorinnen und Senioren und deren Umfeld und umfassen insbesondere die Themen Bildschirmnutzung, soziale Bindungen, Selbstwertgefühl und Resilienz. Darüber hinaus wurden Fortbildungen zur Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 25 Jahren für nicht im Gesundheitsbereich tätige Fachpersonen eingerichtet, die diese Zielgruppe betreuen. Dank einer verstärkten Unterstützung der AFAAP konnten die Betreuungsleistungen im Greyerz- und im Sensebezirk dezentralisiert werden.
In Bezug auf die Versorgung lag der Schwerpunkt in den letzten Jahren auf dem Ausbau bestimmter Leistungen im öffentlichen Sektor (neues Gebäude für Psychogeriatrie, geplant für 2030; Tageszentrum für Jugendliche, geplant für 2027; neue Therapien; Pilotprojekt eines mobilen Teams des FNPG für Einsätze bei den Betroffenen usw.) sowie auf der Unterstützung von Vereinen wie insbesondere Home Treatment, der im deutschsprachigen Teil des Kantons häusliche Betreuungsleistungen für Familien mit betroffenen Kindern und Jugendlichen anbietet.
Eine Initiative der Kantone der lateinischen Schweiz
Der Monat der psychischen Gesundheit soll die Bevölkerung für dieses Thema sensibilisieren und über die verfügbaren Ressourcen in den Bereichen Prävention und Begleitung informieren. Im Jahr 2026 beteiligen sich alle Kantone der lateinischen Schweiz an dieser Initiative. Einen Monat, eine Woche oder einen Tag lang finden in der Westschweiz und im Tessin Veranstaltungen zur Förderung der psychischen Gesundheit und eines gesunden Selbstwertgefühls statt. Diese Aktionen werden von den Kantonen der lateinischen Schweiz und Psy-Gesundheit.ch mit Unterstützung von Gesundheitsförderung Schweiz durchgeführt. Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, zahlreich an den verschiedenen angebotenen Veranstaltungen teilzunehmen.
Dokumente
Herausgegeben von Direktion für Gesundheit und Soziales
Letzte Änderung: 25.09.2026 - 19h00