Angespannte Lage in den Pflegeheimen und bei der Spitex

13 Januar 2022 - 14H14

Die Pflegeheime des Kantons und die Spitex leiden wie andere Arbeitgebende unter der Ausbreitung der Virusvariante Omikron. Gesundheitsnetze, VFA und Gesundheits-Taskforce verstärken ihre Zusammenarbeit, um die Schwierigkeiten zu überwinden.

Die Omikron-Welle breitet sich in der Spitex und in den Pflegeheimen innerhalb des Personals und in geringerem Masse auch bei den Bewohnerinnen und Bewohnern aus. Letztere wurden vorrangig geimpft und erhielten im November – auf Wunsch – den Booster, sodass im Allgemeinen ein stabiler Gesundheitszustand (wenig oder keine Symptome) und kaum Spitalaufenthalte zu verzeichnen waren.
Gesundheitsnetze, VFA und GSD hielten mehrere gemeinsame Sitzungen ab, um Lösungen zu finden, die sowohl aus organisatorischer Sicht als auch in Bezug auf die Gesundheitsversorgung akzeptabel sind. Zu beachten ist auch, dass für das Personal dieser Einrichtungen Quarantänebefreiungen möglich sind.

Massnahmen in den Pflegeheimen

Eine erhebliche Anzahl von Mitarbeitenden (11 Personen, davon 86 Pflegende) ist aufgrund von COVID-19 oder aus anderen Gründen krankgeschrieben oder befindet sich in Quarantäne, und zwar in allen Bereichen der Einrichtungen. Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sind es 17. Diese Situation erfordert eine Reorganisation innerhalb der betroffenen Pflegeheime, wobei mehrere Massnahmen eingeführt werden, die zu einer vorübergehenden Verringerung der Leistungen führen können:

  • Pflegeheime: Ferienverschiebung, Erhöhung des Arbeitspensums, Einstellung von Zeitarbeitskräften, Auslagerung bestimmter Leistungen, Umverteilung von Ressourcen auf den Pflegebereich, Konzentration der Ressourcen auf die unbedingt notwendige Pflege.
  • Bezirke, in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsnetz des Bezirks: Personalaustausch, insbesondere Pflegeheime–Spitex.
  • kantonale Ebene, in Zusammenarbeit mit der Gesundheits-Taskforce und dem Sektor Risikoinstitutionen: besondere Empfehlungen, Unterstützung bei der Bewältigung von Ausbrüchen bei den Bewohnenden und/oder beim Personal, Verstärkungspool.

Die Tagesstätten bleiben trotz der aktuellen Lage geöffnet und halten ihr Leistungsangebot aufrecht. Kürzere Öffnungszeiten sind möglich, wenn dies aufgrund von Personalmangel oder des pandemiebedingten Gesundheitszustands der Klientel erforderlich ist.

Bei der Bewältigung von Ausbrüchen wird die Gesundheits-Taskforce in Absprache mit der VFA und den Gesundheitsnetzen besonders darauf achten, in den Einrichtungen die Aufteilung in Sektoren zu begünstigen. Die Partner nutzen die Gelegenheit, um die Angehörigen zur äussersten Vorsicht aufzurufen, sprich: äusserste Vorsicht beim Verlassen des Pflegeheims durch die Bewohnenden, Test vor dem Besuch, Einhaltung der Schutzmassnahmen und Maskentragen (gilt auch für Kinder). Mit diesen Massnahmen soll verhindert werden, dass Pflegeheime unter Quarantäne gestellt und Besuchsverbote erlassen werden.

Massnahmen in der Spitex

Auf Beschluss der Leitung und nach einer klinischen Beurteilung werden bestimmte Leistungen umorganisiert, verschoben oder gestrichen (z. B. hauswirtschaftliche Leistungen für Haushaltshilfen, vorübergehende Verringerung bestimmter Hygienehilfen). Entscheidungen werden in Absprache mit den Klientinnen und Klienten, den Angehörigen und wenn nötig einer Ärztin oder einem Arzt getroffen. In einer solchen Situation ist die Unterstützung durch pflegende Angehörige, die bestimmte Leistungen übernehmen, von entscheidender Bedeutung.

Die Sicherheit der Pflege ist gewährleistet, ebenso ein Höchstmass an Reaktionsfähigkeit bei der Aufnahme neuer Klientinnen und Klienten, insbesondere bei Spitalaustritten.

Verfügbare Pflegerinnen und Pfleger können sich mit den Gesundheitsnetzwerken der Distrikte in Verbindung zu setzen.