Die Daten zeigen, dass die Gleichstellung von Frau und Mann in Freiburg wie auch in der Schweiz noch lange nicht erreicht ist. Die regelmässig aktualisierten Indikatoren, die im Rahmen der kantonalen Strategie Nachhaltige Entwicklung erarbeitet wurden, verdeutlichen die Herausforderungen in diesem Bereich und sollen neben der Information der Öffentlichkeit als faktenbasiertes Steuerungsinstrument für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger dienen.
Einige wichtige Fakten:
- Berufsberatung: Die Berufswahl wird auf Niveau Grundbildung nach wie vor stark von Geschlechterstereotypen beeinflusst. Im Kanton Freiburg machen Männer bloss 12 % der Studierenden im Bereich Pflege aus und im Bereich Elektrizität und Energie sind nur 3 % der Lernenden Frauen.
- Auswirkungen der Elternschaft: Bei heterosexuellen Paaren verschärft die Geburt eines Kindes die Geschlechterungleichheiten. 39 % der Freiburger Paare ohne weitere Haushaltsmitglieder sind vollzeitbeschäftigt; bei Paaren mit Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren entscheiden sich lediglich 13 % für dieses Erwerbsmodell. Die Statistiken zeigen zudem eine deutliche Tendenz zur Teilzeitarbeit bei Frauen.
- Lohnunterschiede: Im Kanton Freiburg ist der Anteil der Frauen, die im Privatsektor einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen und einen Tieflohn beziehen (zwischen 1001 und 4000 Franken netto pro Monat), mehr als viermal so hoch wie der Anteil der Männer (16,2 % gegenüber 3,3 %). Umgekehrt verdienen deutlich mehr Männer als Frauen, die Vollzeit arbeiten, mindestens 8000 Franken netto pro Monat (18,1 % der Männer gegenüber 11,2 % der Frauen).
Zum besseren Verständnis werden die Ergebnisse um eine kurze Zusammenfassung des GFB ergänzt.
Die jährlich aktualisierten Indikatoren verbessern die Datentransparenz und bieten einen Überblick über bereits erzielte oder noch zu erreichende Meilensteine. Dadurch tragen sie zur Förderung eines gleichberechtigten Arbeitsumfelds bei. Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene sind Daten ein bewährtes Mittel für die Ausrichtung der öffentlichen Politik und die Bewertung ihrer Auswirkungen. Mit der regelmässigen Aktualisierung der Indikatoren bekräftigt der Kanton Freiburg sein Engagement für die Gleichstellung in Unternehmen.