Das Gemeine Rispengras: Eine Herausforderung für das Mähen und Weiden
Ich schiebe meine Rispe sehr früh im ersten Aufwuchs, weshalb ich mich kaum für gutes Heu eigne. Mein Zuckergehalt ist gering, vor allem im Vergleich zu Lord Raygras oder gar Sir Knaulgras. Meine Wurzeln sind flach und oberflächlich, man kann mich leicht ausreissen, wodurch das Futter schnell schmutzig und erdig wird. Ich stinke, und die Kühe spucken mich auf der Weide aus.Im Gegensatz zu meinem Cousin, dem Wiesenrispengras, das sich mit seinen Rhizomen fest im Boden verankert, besitze ich diese Fähigkeiten nicht.Nach dem ersten Schnitt breiten sich meine Ausläufer flach über den Boden aus, und meine Blätter wachsen bodennah. Ja, ich kann ein wenig mit Löwenzahn und Blacken konkurrieren – aber Landwirt*innen biete ich keinen Nachwuchs mehr.Wer mich mähen will, muss den Boden bis auf eine Höhe von 4 cm abrasieren, statt wie bei anderen Gräsern auf einer Höhe von 8 cm zu schneiden. Es ist ein trauriger Anblick!
Strategie zur Erneuerung der Wiese durch Beseitigung des gemeinen Rispengrases
Ich opfere mich gerne, um anderen Platz zu machen – solchen, die alles besser können als ich. Ich mag die Frühlingsweide nicht besonders. Mein Gnadenschuss? Zwei oder drei Striegeldurchgänge im Spätsommer, an einem warmen, sonnigen Tag auf trockenem Boden – das überlebe ich nicht. Wenn ich in grossen Mengen vorhanden bin, müssen meine abgerissenen Reste womöglich sogar abtransportiert werden. Danach bleiben grosse Lücken in der Wiese – die ideal für eine Übersaat sind. Dann wird der roter Teppich für die Oberschicht der grünen Wiese ausgerollt: Ihre Herrschaften Raygras und Klee, aber auch Knaulgras, Wiesenfuchsschwanz oder Luzerne. Doch wenn der Boden nicht gut bedeckt ist – dann bin ich wieder da und werde die noblen und reichen Futtergräser verspotten.
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