Es gibt verschiedene Arten von Sorghum. Im Gegensatz zu den geläufigen Mehrschnitt-Sorten ist Einschnittsorghum, für eine einzige Verwendung entweder in Form von Körnern oder als ganze Pflanze bestimmt. Es eignet sich gut als Tierfutter, kann aber auch für die menschliche Ernährung verwendet werden.
Monoschnitt-Sorghum: eine süße und nahrhafte Dualität
Die Einschnitt-Sorten können in zwei Kategorien unterteilt werden: Zuckersorghum und Körnersorghum. Das Zuckersorghum bildet nur kleine Rispen, liefert aber sehr hohe Erträge. Das Körnersorghum wächst weniger hoch, hat aber grosse Rispen und höhere Energiegehalte. Die Klassifizierung ist komplex, aber es gibt eine klare Unterscheidung zwischen ertragreichen Sorten und Sorten mit höheren Gehalten.
Einschnitt-Sorghum: ein natürlicher Schutzwall gegen Schädlinge und Klimaeinflüsse
Sorghum ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Es verträgt trockeneund heisse Bedingungen besser als Mais. Es kann in Gebieten, die von Wurzelbohrerbeschränkungen betroffen sind, nach Mais ausgesät werden, ohne dass die Gefahr besteht, dass das Insekt seinen Zyklus abschliessen kann. Es wird in bestimmten Regionen auch als Alternative zu Mais angebaut, in denen der Druck durch Wildschweine zu hoch ist. Ausserdem scheint es weniger empfindlich auf Schäden durch Krähen und andere Vögel zu reagieren.
Sorghum in der Schweiz: eine Karte zum besseren Verständnis
Agroscope hat eine Karte der Schweizer Ackerflächen erstellt, die sich für den Anbau von Silagesorghum und Körnersorghum unter Berücksichtigung ihres Wärmebedarfs eignen. Diese Studie hat gezeigt, dass nahezu alle derzeit verfügbaren Ackerflächen für Silagesorghum geeignet wären. Nach ihren Schätzungen würde die Erntefähigkeit fast jedes Jahr zwischen Mitte August und Ende September erreicht sein.
Zwei Jahre lang wurden in Grangeneuve Versuche durchgeführt, um die Milchgehalte von zwei Gruppen von Kühen zu vergleichen: Die erste mit einer Einschnitt-Sorghum-Ration und die zweite mit einer Mais-Ration, welche beide grün im Stall verfüttert wurden. Futteranalysen zeigten beim Sorghum einen geringeren Energiegehalt und etwas höhere Proteinwerte als beim Mais.
Für den Versuch wurde ein Körnersorghum gewählt, um eine ausreichende hohe Futterqualität für die Milchkühe zu gewährleisten. Die Erträge waren niedrig (nur halb so hoch wie beim Mais), da die Bedingungen im Frühjahr 2024 für das Sorghum ungünstig waren. Der Vorteil ist sicherlich, dass Sorghum heissen und trockenen Sommern besser standhält als Mais, ein Nachteil ist jedoch, dass es zu Beginn der Vegetation einen höheren Wärmebedarf hat.
Die Aussaatdichte sollten zwischen 180’000 und 210’000 Körner pro Hektare liegen. Die Empfehlungen sind oft höher, aber eine zu dichte Aussaat erhöht das Risiko der Lagerung erheblich. Gleichzeitig ist mit einem recht hohen Verlust beim Auflaufen zu rechnen (10 - 20 %). Die Aussaat erfolgt ab Mitte Mai in einem etwa 12° C warmen Boden.
Unkrautregulierung
Da Sorghum eine Hirse ist, ist die chemische Unkrautbekämpfung recht unbefriedigend. Ein Durchgang mit dem Striegel im Vorauflauf, gefolgt von ein oder zwei Nachauflaufdurchgängen, kann dem Unkrautdruck abhelfen. Das in Abständen von 50 cm gesäte Einschnittsorghum wurde mit einem gewöhnlichen Maishäcksler geerntet. Die Ernte war nur mit reduzierter Arbeitsgeschwindigkeit möglich, da die Pflanzen zum Abknicken neigen. Sorghum sollte im Stadium vom Übergang Milchreife zu Teigreife geerntet werden und dabei einen hohen Korngehalt (Stärke > 25 %) aufweisen.
Abschluss
Obwohl das Sorghum niedrigere Nährwerte als der Mais hat, ist es interessant, dass der Anteil Sorghum in der Ration ausreichend war, die Milchproduktion der Kühe über die 10 Tage der Fütterung aufrechtzuerhalten. Der Nachteil von einschnittigem Körnersorghum ist seine späte Reife. Es ist sicherlich nahrhafter als eine Zuckersorghum-Sorte, wobei Zuckersorghum aber flexibler verwendet werden kann.Ziel dieses Versuchs war es, die Praxistauglichkeit des Einsatzes von Körnersorghum als Ersatz für Mais in der Maiswurzelbohrerzone zu untersuchen. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass dies möglich ist. Angesichts der niedrigeren Gehalte und der eher späten Reife sollten nicht alle Maisparzellen auf einmal durch Sorghum ersetzt werden.
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