Eine hydrologische Trockenperiode bezeichnet einen Zeitraum mit ungewöhnlich trockenen Witterungsbedingungen, der so lange andauert, dass es zu einer Verknappung der verfügbaren Wasserressourcen kommt. Trockenperioden sind gekennzeichnet durch einen deutlichen Rückgang der Abflüsse in Fliessgewässern sowie der See- und/oder Grundwasserstände, sodass diese unter die Normwerte fallen und/oder es zu einer ausgeprägten Austrocknung der Böden kommt1.
Während Trockenperioden sinken Abfluss und Wasserstand der Fliessgewässer, die Wassertemperatur steigt, während die Sauerstoffkonzentration abnimmt. Diese Faktoren haben erhebliche Auswirkungen auf die Fliessgewässer:
- Sie führen zu einer Verschlechterung der Wasserqualität, da Abwässer aus Kläranlagen sowie Einträge aus Siedlungsgebieten und landwirtschaftlichen Flächen aufgrund der geringeren Wasserführung weniger stark verdünnt werden. Insbesondere in kleinen Fliessgewässern kann dies zu erhöhten Konzentrationen von Bakterien sowie von Schad- und Nährstoffen führen.
- Sie haben erhebliche Auswirkungen auf die aquatische Fauna und Flora und können sogar zu Fischsterben führen.
Wiederkehrende Trockenperioden
Seit 1998 hat das Amt für Umwelt (AfU) 17 Jahre mit hydrologischen Trockenperioden erfasst (1998, 2003, 2004, 2005, 2006, 2009, 2010, 2011, 2012, 2015, 2017, 2018, 2019, 2020, 2022, 2023, 2025). Für die Zeit vor 1998 liegen keine Statistiken vor.
Laut den Schweizer Klimaszenarien CH2025 werden die durchschnittlichen Niederschlagsmengen im Sommer abnehmen und die Verdunstung zunehmen. In der Folge werden Trockenperioden häufiger auftreten und länger andauern.
Im Jahr 2025 veröffentlichte das AfU eine umfassende Studie zu den klimatischen und hydrologischen Szenarien für den Kanton Freiburg, die auf den Schweizer Klimaszenarien CH2018 aufbaut. Ohne eine deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen ist bis Mitte des Jahrhunderts mit einem Rückgang der Niedrigwassermengen um 30 % und bis zum Ende des Jahrhunderts mit einem Rückgang um 50% zu rechnen. Sollte es jedoch weltweit zu einer deutlichen Emissionsminderung kommen, könnte der Rückgang der Niedrigwassermengen bis Mitte des Jahrhunderts auf 25 % begrenzt werden und sich auf diesem Niveau stabilisieren.
Monitoring der Situation
Das Amt für Umwelt verfolgt die Situation der Fliessgewässer täglich und nutzt dafür folgende Instrumente und Daten:
- Hydrometrische Messstationen, welche die Abflüsse und Wassertemperaturen der Broye, der Kleinen Glane, der Arbogne, des Chandon, der Bibera, der Sense und anderer Fliessgewässer erheben;
- Zusätzlich zu den oben genannten Stationen stützt sich das Monitoring auf das kantonale hydrometrische Netz, wodurch ein besserer Überblick gewährleistet wird;
- Punktuelle Abflussmessungen, die vom Amt für Umwelt oder von spezialisierten Büros durchgeführt werden;
- Daten, die von den Wildhütern und Fischereiaufsehern des Amts für Wald, Wild und Fischerei bereitgestellt werden;
- Vorhersagen und Informationen von MeteoSchweiz;
- Die 2025 ins Leben gerufene nationale Trockenheitsplattform .
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- Wasserstände, Temperaturen und Abflüsse der Fliessgewässer und Seen
Bewilligungspflicht für Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern
Für jede Wasserentnahme aus öffentlichen Gewässern ist eine Bewilligung erforderlich.
Wenn es die Situation erfordert, setzt das Amt für Umwelt die Bewilligungen zur Entnahme aus Oberflächengewässern in einem Teil oder im gesamten Kanton aus. Für bestimmte Fliessgewässer können Ausnahmen gewährt werden, sofern deren Wasserstand es zulassen.
Die Kriterien für eine Einschränkung oder ein Verbot von Entnahmen aus Oberflächengewässern sind in einer Richtlinie festgelegt. Sie betreffen den Abfluss der Fliessgewässer, die Wassertemperatur, die Situation für die aquatische Fauna sowie den Wasserbedarf der Vegetation.
Projekte für eine bessere Gewässerbewirtschaftung
Gewässerbewirtschaftung nach Einzugsgebiet
Der Kanton Freiburg hat eine gesamtheitliche Gewässerbewirtschaftung auf regionaler Ebene (Einzugsgebiet) eingeführt, um die Ressource Wasser langfristig zu erhalten. Durch diese Art der Gewässerbewirtschaftung nach Einzugsgebiet können nicht nur die Bedürfnisse der Wassernutzer besser erfüllt, sondern auch die Auswirkungen von Einleitungen auf Oberflächengewässer und Grundwasser begrenzt werden, was besonders in Trockenperioden von Bedeutung ist.
Bewässerung in der Landwirtschaft
Der Wasserbedarf für die landwirtschaftliche Bewässerung nimmt im Sommer deutlich zu, während die Abflussmengen in den Fliessgewässern in dieser Periode abnehmen. Der Klimawandel und die zunehmend trockenen und heissen Sommer erhöhen den Bewässerungsbedarf in der Landwirtschaft. Entsprechend werden neue Bewässerungsnetze geschaffen, die den heutigen Anforderungen gerecht werden.
Um dieser Situation zu begegnen bieten sich verschiedene Lösungen an:
- Anpassung der Landwirtschaft (Wahl der Pflanzen, Anbaumethoden usw.);
- Neue, sparsamere Bewässerungssysteme;
- Wasserentnahmen aus Seen statt aus Fliessgewässern.
Der Staatsrat hat eine Bewässerungsstrategie ausgearbeitet, um die Entwicklung von leistungsfähigen Bewässerungsinfrastrukturen zu unterstützen, welche die lokale landwirtschaftliche Produktion und gleichzeitig eine nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen gewährleisten.
Entwässerung und Abwasserreinigung
Das Amt für Umwelt hat eine Strategie entwickelt, um Einleitungen in kleine Fliessgewässer zu begrenzen, da diese bei Trockenheit besonders gefährdet sind. Betroffen sind sowohl Einleitungen aus Kläranlagen als auch aus der Siedlungsentwässerung.
In Zusammenarbeit mit den Abwasserverbänden und Gemeinden hat das AfU die Regionalisierung der Abwasserreinigung und die Verbesserung der Abwasserbehandlung geplant, wobei insbesondere die Elimination von Mikroverunreinigungen in den ARA im Vordergrund steht.
Ziel ist es, insbesondere in Trockenperioden die Wasserqualität in den Fliessgewässern und die Trinkwasserressourcen sicherzustellen.
Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen wird der Versickerung von Regenwasser an der Quelle Vorrang eingeräumt. Wo eine Versickerung technisch nicht möglich ist, können Massnahmen wie die Einrichtung von Regenrückhaltebecken geprüft werden. Diese Anlagen dienen zwar dazu, die Abflussmengen das ganze Jahr über zu regulieren, erweisen sich jedoch besonders bei Regen nach einer Trockenperiode als nützlich. Mit solchen Einrichtungen lässt sich in kleinen, flussabwärts gelegenen Fliessgewässern der «Schwall-Sunk-Effekt» (hydraulischer Schock) vermeiden, wodurch die sehr empfindliche benthische Fauna geschützt wird.
Grundwasser
Das Amt für Umwelt hat eine quantitative Überwachung der Grundwasserressourcen eingeführt, um die Auswirkungen wiederholter Trockenperioden auf die für die Trinkwasserversorgung verfügbaren Reserven zu bewerten (80 % des Trinkwassers stammen aus dem Grundwasser).
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Reduktion des Wasserverbrauchs während Trockenperioden
Die Gemeinden veröffentlichen Empfehlungen und erlassen bei drohender Wasserknappheit auf ihrem Gebiet Einschränkungen der Trinkwassernutzung.
Selbstverständlich ist es nicht notwendig, das Auftreten einer Trinkwasserknappheit abzuwarten, um geeignete Massnahmen zum Schutz der Ressourcen zu ergreifen.
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Baden von Tieren in Fliessgewässern und Seen
Zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt ist es laut Gesetz über die Fischerei verboten, Haustiere in den Regalgewässern frei herumlaufen zu lassen. Pferde und andere Reittiere dürfen Flussläufe nur auf dem kürzesten Weg überqueren.