Hydrometrische Messstationen
Das Amt für Umwelt betreibt ein Netz von 12 hydrometrischen Messstationen, an denen seit über zehn Jahren die Wasserstände mithilfe von Radar- und/oder Drucksonden gemessen und aufgezeichnet werden. Dieses Netz ergänzt das Messnetz des Bundesamtes für Umwelt, das sich auf Fliessgewässer von nationaler Bedeutung konzentriert.
Standorte der hydrometrischen Stationen
| Gewässer | Ort |
|---|---|
| Ärgera | Marly |
| Ärgera | Plasselb |
| Glâne | Matran |
| Glâne | Romont |
| Veveyse | Châtel-St-Denis |
| Trême | Tour-de-Trême/ Bulle |
| Warme Sense | Schwarzsee / Plaffeien |
| Petite Glâne | Cugy/ Bussy |
| Taverna | Flamatt |
| Sonnaz | La Corbaz / Belfaux |
| Jogne | La Tzintre/ Charmey |
| Serbache | La Roche |
Abflussmessungen
Zusätzlich zu den automatischen, kontinuierlichen Messungen an den hydrometrischen Stationen werden manuelle Abflussmessungen durchgeführt:
- um die Qualität der Messungen der automatischen Stationen zu überprüfen und sicherzstellen;
- monatlich an 9 fixen Standorten, zusätzlich zu den automatischen Stationen. Anhand dieser 9 monatlich erhobenen Messwerte lassen sich allgemeinere statistische Werte ermitteln, beispielsweise die Niedrigwassermenge, insbesondere der Q347. Der Q347 entspricht dem Schwellenwert, unter dem die 5% der niedrigsten Abflussmengen liegen, die über einen Zeitraum von zehn Jahren an für den Kanton charakteristischen Fliessgewässern beobachtet wurden;
- im Rahmen der Überwachung der Restwassermengen;
- als punktuelle Messungen während Trockenperioden, um die genauen Abflussmengen an Fliessgewässern im Niedrigwasserbereich zu überprüfen, die nicht durch das Netz der kontinuierlichen oder monatlichen Messstationen erfasst werden.
Zur Messung der Abflussmengen vor Ort wendet das Amt für Umwelt das sogenannte «Tracerverfahren» an. Dabei wird eine bestimmte Menge eines Markierungsstoffes in das Fliessgewässer eingebracht, der sich allmählich mit dem Wasser vermischt. Weiter flussabwärts messen Sonden die Entwicklung der Markierungsstoffkonzentration im Wasser. Aus der Kombination verschiedener Parameter (Ausgangskonzentration, Veränderungen der Konzentration über die Zeit, eingebrachte Markierungsstoffmenge usw.) lässt sich dann die Abflussmenge des Fliessgewässers berechnen.
Das Amt für Umwelt verwendet zwei verschiedene Tracer:
- Salz wird eingesetzt, wenn das Fliessgewässer klein und ausreichend turbulent ist oder wenn die Abflussmenge relativ gering ist;
Fluorescein wird in Situationen verwendet, in denen der Einsatz von Salz aufgrund der erforderlichen Mengen nicht praktikabel ist, beispielsweise bei sehr hohem Abfluss. Fluorescein ist ein für Fauna und Flora unschädlicher Farbstoff und für die Bevölkerung vollkommen ungefährlich. Für einige Minuten färbt sich das Wasser über eine Distanz von etwa hundert Metern leuchtend neongrün. Da dieser Markierungsstoff hauptsächlich bei Hochwasser eingesetzt wird, können diese Messungen nicht im Voraus geplant und angekündigt werden. Am Tag der Messungen wird auf der Website des Amts für Umwelt eine entsprechende Information veröffentlicht.
Überwachung der Wassertemperatur
Die Temperatur ist ein wesentlicher Parameter für die Wasserqualität und die Lebensbedingungen zahlreicher Wasserorganismen. Durch ihre Überwachung lässt sich insbesondere die Entwicklung eines Fliessgewässers im Laufe des Tages, der Jahreszeiten oder der Jahre im Zusammenhang mit dem Klimawandel beobachten oder die Auswirkungen von Wasserbau- und Revitalisierungsmassnahmen beurteilen.
Seit 2015 werden im Rahmen der Überwachung der Wasserqualität und der Fischbestände punktuelle und gezielte Temperaturmessungen vorgenommen. Diese Messungen werden vom Amt für Wald und Natur über begrenzte Zeiträume von einigen Monaten bis zu einigen Jahren durchgeführt.
Ergänzend zu dieser punktuellen Überwachung wurden 2023 an allen hydrometrischen Messstationen Sonden zur Messung der Wassertemperatur installiert, die vom kantonalen Klimaplan mitfinanziert wurden. Langfristig wird dieses Netzwerk eine solide Grundlage für die Optimierung der Temperaturaufzeichnung vor dem Hintergrund des Klimawandels bilden.
Wo sind die Daten einsehbar?
Die Daten zu Wasserständen, Temperaturen und Abflussmengen sind in Echtzeit auf der Website https://fribourg.hydrique.ch/ abrufbar. Die Qualität dieser Daten ist insbesondere bei Hoch- und/oder Niedrigwasser (Extremwerte) nicht gewährleistet. Die Daten haben keine öffentliche Beweiskraft. Für weitere Informationen zur Nutzung der Daten wenden Sie sich bitte an das Amt für Umwelt, Sektion Gewässer.
Vorhersagen
Auf der Website https://fribourg.hydrique.ch/ sind zudem hydrologische Vorhersagen zu finden, welche die wahrscheinliche Entwicklung der Abflussmengen auf Grundlage der Wettervorhersagen wiedergeben. Diese Vorhersagen sind insbesondere bei Hochwasserereignissen nützlich.
Die Vorhersagen werden auf Grundlage eines hydrologischen Modells berechnet, das vom spezialisierten Ingenieurbüro Hydrique Ingénieurs entwickelt wurde. Dieser Autragnehmer übernimmt sowohl den Betrieb der Website als auch die Berechnung der Vorhersagen.