Wichtigste regionale Ergebnisse
Die Strukturerhebung (SE) ist ein Element der Eidgenössischen Volkszählung und ergänzt die Informationen aus den Registern mit zusätzlichen Statistiken zur Bevölkerungsstruktur. Dabei wird ein Teil der Bevölkerung vom Bundesamt für Statistik (BFS) per Online- oder Papierfragebogen befragt. Erste Resultate stehen ein Jahr nach dem Stichtag (31. Dezember) zur Verfügung. Die Strukturerhebung liefert unter anderem Informationen über die Anzahl der Erwerbspersonen, ihren Bildungsabschluss, ihren Erwerbsstatus und ihren Wirtschaftszweig.
Die Grenzgängerstatistik (GGS) des Bundesamts für Statistik (BFS) erfasst vierteljährlich die Inhaberinnen und Inhaber einer Grenzgängerbewilligung (Ausweis G), die in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachgehen, aber im Ausland wohnhaft sind. Sie liefert unter anderem Angaben zur Anzahl Grenzgängerinnen und Grenzgänger nach Geschlecht, Alter, Wirtschaftszweig, Arbeitsgemeinde bzw. -bezirk und Wohnsitzland. Sie stützt sich auf die Verwaltungsregister ZEMIS und AHV; die jüngsten Ergebnisse sind deshalb provisorisch und können im Zuge der Aktualisierung dieser Register revidiert werden.
Erwerbspersonen
Im Jahr 2024 waren 185'900 Erwerbspersonen im Kanton Freiburg wohnhaft, was 3,9% aller Erwerbspersonen in der Schweiz entspricht. Mehr als ein Drittel der Erwerbspersonen (35,2%) lebten in den Agglomerationen von Freiburg oder Bulle. Von den Erwerbspersonen waren 176'900 (95,2%) erwerbstätig und 9000 (4,8%) erwerbslos. Von den Erwerbstätigen waren 113’800 (64,3%) Personen vollzeiterwerbstätig, 58’000 (32,8%) teilzeiterwerbstätig und 5100 Personen waren Lernende (2,9%). Der Anteil der Männer (53,3%) an der Erwerbsbevölkerung lag etwas höher als jener der Frauen (46,7%). Rund drei Viertel der im Kanton Freiburg wohnhaften Erwerbspersonen waren schweizerischer Staatsangehörigkeit (71,5%), die übrigen waren ausländischer Staatsangehörigkeit (28,5%). Die Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen mit einem Anteil von 47,3% war am stärksten vertreten. Ihr folgte die Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen (41,2%), der 15- bis 24-Jährigen (9,6%) und schliesslich der Personen ab 65 Jahren (2,0%).
Im Kanton Freiburg wohnhaften Erwerbspersonen 2024
Erwerbspersonen nach Geschlecht von 1970 bis 2024
Bildungsabschluss der Erwerbspersonen
Die Erwerbspersonen mit einem Bildungsabschluss auf Sekundarstufe II sind im Kanton Freiburg am meisten vertreten (43,1%). Dieser Anteil fällt etwas höher aus als im Schweizer Durchschnitt, der bei 40,5% liegt. Der Anteil der Personen mit einem Bildungsabschluss auf Tertiärstufe ist hingegen im Schweizer Durchschnitt (46,6%) höher als im Kanton Freiburg (40,0%). Was die Personen mit einem Bildungsabschluss auf Sekundarstufe I betrifft, ist es erneut der Kanton Freiburg, der einen höheren Anteil aufweist (16,9%) als der Schweizer Durchschnitt (12,9%).
Anteil Erwerbspersonen mit Bildungsabschluss auf Sekundarstufe II im Kanton Freiburg 2024
Erwerbspersonen nach dem höchsten Bildungsabschluss 2024
Erwerbsstatus der Erwerbspersonen
Der Kanton Freiburg hat hinsichtlich des Erwerbsstatus der Erwerbspersonen ein ähnliches Profil wie die ganze Schweiz mit einem hohen Anteil an Arbeitnehmenden (FR: 79,5%; CH: 77,5%). Bei den anderen Kategorien gibt es leichte Unterschiede, insbesondere hinsichtlich der mitarbeitenden Familienmitglieder und Firmeneigentümer, bei denen der Kanton Freiburg einen tieferen Anteil aufweist, nämlich 2,1% bzw. 4,6%, während dieser im Schweizer Durchschnitt bei 3,3% bzw. 5,8% liegt.
Anteil Arbeitnehmende im Kanton Freiburg 2024
Erwerbspersonen nach Erwerbsstatus 2024
Wirtschaftszweig der Erwerbstätigen
Die meisten im Kanton Freiburg wohnhaften Erwerbstätigen sind im Tertiärsektor aktiv, ihr Anteil beträgt etwa 74,6%. Er umfasst eine breite Palette von Tätigkeiten, wobei das Gesundheits- und Sozialwesen den grössten Platz einnimmt mit etwa 14,9% der Erwerbstätigen. Auch im Sekundärsektor ist ein bedeutender Teil der Erwerbstätigen beschäftigt, ihr Anteil beträgt etwa 23,1%. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist hier das verarbeitende Gewerbe und die Herstellung von Waren mit etwa 13,5% der Erwerbstätigen. Auf den Primärsektor schliesslich entfällt nur ein geringer Anteil der Erwerbstätigen (2,3%).
Anteil der im Tertiärsektor beschäftigten Erwerbstätigen im Kanton Freiburg 2024
Erwerbstätige nach Wirtschaftszweig 2024
Erwerbstätige ausländische Grenzgängerinnen und Grenzgänger
Die Grenzgängerbeschäftigung war vor 2007 praktisch inexistent, hat sich aber in knapp zwanzig Jahren zu einem festen Bestandteil des Freiburger Arbeitsmarkts entwickelt. Der Kanton zählte im 2. Quartal 2026 2140 erwerbstätige Grenzgänger (provisorische Daten, Stand 06.08.2026). Der Anstieg bleibt deutlich: +940 Grenzgänger in fünf Jahren (+78%) und +280 allein im letzten Jahr (+15%). Diese Bevölkerungsgruppe ist mehrheitlich männlich (83% Männer). Knapp 60% der Grenzgänger sind zwischen 30 und 49 Jahre alt. Über 80% von ihnen stammen aus Frankreich, hauptsächlich aus den Regionen Rhône-Alpes und Franche-Comté, während sich der Rest auf Deutschland, Italien und weitere europäische Länder verteilt.
Erwerbstätige ausländische Grenzgänger, die im Kanton Freiburg beschäftigt sind, im 2. Quartal 2026
Die grosse Mehrheit der im Kanton Freiburg beschäftigten Grenzgänger ist im tertiären Sektor tätig (68%), vor dem sekundären Sektor (31%, insbesondere verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe) und dem primären Sektor (weniger als 1%). Bemerkenswert ist, dass die Branche «Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften» (worunter auch die Temporärarbeit fällt) allein 247 dem tertiären Sektor zugeordnete Grenzgänger umfasst. Der tatsächliche Einsatzbereich dieser Temporärarbeitskräfte lässt sich jedoch nicht bestimmen, da die NOGA-Klassifikation den rechtlichen Arbeitgeber und nicht den effektiven Arbeitsort widerspiegelt. Geografisch konzentrieren sich knapp 60% der von Grenzgängern besetzten Stellen auf den Saane- und den Greyerz-Bezirk, mit Bulle und Freiburg als wichtigsten Arbeitsgemeinden. Das Phänomen beschränkt sich jedoch nicht auf wenige Zentren: 91 der 119 Freiburger Gemeinden verzeichneten im 2. Quartal 2026 mindestens einen Grenzgänger.
Erwerbstätige ausländische Grenzgänger nach Bezirk und Quartal von 2007 bis 2026
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Standardgrafiken
Open Government Data (OGD)
Metadaten
Die Strukturerhebung (SE) wird seit 2010 realisiert und bietet Schätzungen aufgrund einer Stichprobe. Jährlich wird im Kanton Freiburg eine Stichprobe von rund 8000 Personen befragt. Diese Zahlen beruhen auf der ständigen Wohnbevölkerung. Nur Personen ab 15 Jahren der ständigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten werden befragt (ohne Diplomaten, internationale Funktionäre und deren Familienangehörige). Stichtag ist der 31. Dezember.
Die Strukturerhebung stellt Ergebnisse auf folgenden geografischen Ebenen bereit: Schweiz, Grossregionen, Kantone und Gemeinden ab 15'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Ergebnisse können über 3 und 5 Jahre kumuliert werden. Dies ermöglicht geografisch kleinräumigere oder thematisch detailliertere Auswertungen.
Die Erwerbspersonen bilden das Arbeitsangebot. Sie werden unterteilt in Erwerbstätige und Personen, die eine Arbeit suchen (Erwerbslose).
Bis 1980 galt als Erwerbsperson, wer eine Erwerbstätigkeit von mindestens 6 Stunden pro Woche ausführte oder suchte; später wurde dieser Wert auf 1 Stunde gesenkt, um internationalen Normen zu entsprechen.
Bis zum Jahr 2000 stammt das Zahlenmaterial zu den Erwerbspersonen aus den eidgenössischen Volkszählungen (Wohnbevölkerung) und ab dem Jahr 2010 aus der Strukturerhebung (ständige Wohnbevölkerung).
Erwerbstätige sind Personen, die während mindestens 1 Stunde pro Woche (min. 6 Stunden für die Volkszählungen vor 1990) einer bezahlten Arbeit nachgehen oder die unentgeltlich in einem Familienbetrieb tätig sind.
Erwerbslose sind Personen, die eine Arbeit suchen oder denen eine Arbeit zugesichert wurde. Dieser Begriff entspricht nicht der Definition der gemeldeten Arbeitslosen, die vom SECO verwendet wird.
Ein Grenzgänger ist ein ausländischer Erwerbstätiger mit Wohnsitz im Ausland, der in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachgeht und mindestens einmal pro Woche an seinen Wohnsitz zurückkehrt. Er ist Inhaber eines Ausweises G (Grenzgängerbewilligung). Da die traditionellen Grenzzonen abgeschafft wurden, können Staatsangehörige der EU/EFTA ihren Wohnsitz an einem beliebigen Ort innerhalb dieses Raums haben.
Die Daten der jüngsten Quartale (rund zwei Jahre) sind provisorisch und können jedes Quartal revidiert werden. In den Open Data auf der Website des SDA gibt die Spalte «Status» für jede Beobachtung an, ob sie provisorisch oder definitiv ist.