Wichtigste regionale Ergebnisse
Die Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) ist Teil des eidgenössischen Volkszählungssystems. Sie liefert Informationen zum Bestand und zur Struktur der Wohnbevölkerung am Jahresende sowie zu den Bevölkerungsbewegungen während des laufenden Jahres. Zusammen mit der Strukturerhebung bildet sie zudem die Grundlage für die Haushaltsstatistik.
Die ständige Wohnbevölkerung des Kantons Freiburg belief sich Ende 2024 auf 346'674 Einwohnerinnen und Einwohnern, was einer Zunahme von 1,5% gegenüber dem Vorjahr entspricht (+5137 Personen). Seit 2010 ist die Bevölkerung um +24,5% gewachsen und hat damit eine der stärksten Zuwachsraten unter den Schweizer Kantonen.
Langfristig zeichnet sich der Kanton Freiburg durch eine starke demografische Dynamik aus. Der Entwicklungsindex (1900 = 100) stieg für den Kanton Freiburg von 145 im Jahr 1980 auf 271 im Jahr 2024, gegenüber einem Anstieg von 192 auf 273 für die Schweiz, wodurch sich der Abstand zum gesamtschweizerischen Durchschnitt deutlich verringert hat. Die Bevölkerung des Kantons weist bis 1980 ein relativ moderates Wachstum auf, gefolgt von einer Beschleunigung zwischen 1980 und 2000 sowie von einer stärkeren Beschleunigung seit 2000. Die erste Phase dieser Beschleunigung steht im Zusammenhang mit der verbesserten Erreichbarkeit des Kantons, insbesondere durch die schrittweise Fertigstellung der Autobahn A12 (1971-1981), während seit 2000 die Migration zunehmend an Bedeutung gewann.
Bevölkerung des Kantons Freiburg 2024
Bevölkerungswachstum des Kantons Freiburg in den letzten 15 Jahren, Referenzjahr 2024
Bevölkerungsentwicklung von 1900 bis 2024
Entwicklung des Wanderungssaldos und Geburtenüberschusses
Das Bevölkerungswachstum beruht in erster Linie auf dem internationalen Wanderungssaldo (+2889 Personen im Jahr 2024). Auch der interkantonale Wanderungssaldo (+1295) trägt dazu bei, während der Geburtenüberschuss zwar weiterhin positiv, aber bescheiden bleibt (+982). Nach einem aussergewöhnlich hohen Wanderungssaldo im Jahr 2023 hat die internationale Migration 2024 wieder ein Niveau erreicht, das näher bei dem der Vorjahre liegt.
Komponenten der Entwicklung der ständigen Wohnbevölkerung 1981 bis 2024
Entwicklung in den Gemeinden
Die Entwicklungen auf Gemeindeebene sind unterschiedlich. Zwischen 2010 und 2024 verzeichneten einige Gemeinden ein starkes Wachstum, etwa Prévondavaux (+79,4%, von 63 auf 113), Crésuz (+64,7%, von 295 auf 486) oder Misery-Courtion (+60,9%, von 1494 auf 2404). Umgekehrt verloren einige Gemeinden Einwohnerinnen und Einwohner, zum Beispiel Villarsel-sur-Marly (-20,7%, von 87 auf 69), Fräschels (-7,7%, von 482 auf 445) oder Meyriez (-5,2%, von 600 auf 569).
Entwicklung der ständigen Wohnbevölkerung zwischen 2010 und 2024
Bevölkerung nach Alter und Nationalität
Mit einem Anteil von 21,7% an jungen Menschen unter 20 Jahren bleibt Freiburg der jüngste Kanton der Schweiz, verglichen mit einem landesweiten Durchschnitt von 19,9%. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung im Kanton Freiburg beträgt 25,3 % der Gesamtbevölkerung, gegenüber 27,4 % in der gesamten Schweiz. Der Anteil der 65-Jährigen und Älteren beträgt im Kanton 17,1% und liegt damit unter dem gesamtschweizerischen Wert (19,5%). Freiburg gehört damit zusammen mit Genf (16,6%) und Waadt (16,9%) zu den Kantonen mit den tiefsten 65+-Anteilen.
Demografische Entwicklung seit Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkommens
Das Abkommen über die Freizügigkeit (FZA) zwischen der Schweiz, der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) ist seit dem 1. Juni 2002 in Kraft. Es erleichtert die Aufenthalts- und Arbeitsbedingungen für die Staatsangehörigen dieser Staaten in der Schweiz. Die nachfolgend dargestellten Ergebnisse beziehen sich auf den Kanton Freiburg.
Die ständige Wohnbevölkerung des Kantons Freiburg nahm von 243'400 Einwohnerinnen und Einwohnern am 31.12.2002 auf 346'674 am 31.12.2024 zu, was einer Zunahme um 103'274 Personen (+42,4%) entspricht. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von +1,62%.
Zwischen dem 31.12.1982 und dem 31.12.2002 stieg die Bevölkerung von 187'597 auf 243'400 Einwohnerinnen und Einwohner (+29,7%), was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von +1,31% entspricht. Das seit 2002 beobachtete Wachstum liegt somit über jenem der vorangegangenen zwanzig Jahre. Seine Intensität variiert jedoch je nach Bezirk und Gemeinde.
Demografische Bilanz nach Staatsangehörigkeitskategorie von 1981 bis 2024
Demografische Bilanz des Kantons Freiburg (1981-2024)
Die demografische Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung zeigt eine schrittweise Veränderung der Treiber und der Struktur des Bevölkerungswachstums im Kanton Freiburg zwischen 1981 und 2024 auf.
Gesamtwachstum:
Insgesamt nahm die Bevölkerung des Kantons über nahezu 45 Jahre durchschnittlich um +3678 Personen pro Jahr zu. Seit den 2000er-Jahren fällt das Wachstum stärker aus: Zwischen 2002 und 2024 betrug die durchschnittliche Zunahme +4592 Einwohnerinnen und Einwohner pro Jahr, gegenüber +2677 Personen zwischen 1981 und 2001.
Internationaler Wanderungssaldo der ausländischen Bevölkerung:
Diese Komponente entwickelte sich insbesondere seit Beginn der 2000er-Jahre zum wichtigsten Treiber des Bevölkerungswachstums. Zwischen 2002 und 2024 belief er sich durchschnittlich auf +2098 Personen pro Jahr, gegenüber +969 Personen zwischen 1981 und 2001. Es bestehen jedoch starke Schwankungen, die durch weltweite wirtschaftliche und politische Krisen beeinflusst werden. Der internationale Wanderungssaldo umfasst auch die Änderung des Bevölkerungstyps, das heisst die Übertritte ausländischer Staatsangehöriger von der nichtständigen zur ständigen Wohnbevölkerung. Demgegenüber bleibt der internationale Wanderungssaldo der Schweizer Bevölkerung seit den 1990er-Jahren leicht negativ.
Interkantonaler Wanderungssaldo:
Dieser Saldo, der die Zu- und Wegzüge aus anderen Kantonen umfasst, stellt einen wichtigen Wachstumsfaktor für den Kanton Freiburg dar und betrug über die gesamte Periode durchschnittlich +1164 Personen pro Jahr. Er stieg von +743 Personen zwischen 1981 und 2001 auf +1549 Personen zwischen 2002 und 2024. Dieser Saldo wird hauptsächlich von der Schweizer Bevölkerung getragen.
Geburtenüberschuss:
Der Geburtenüberschuss bleibt ein wichtiger Wachstumsfaktor (durchschnittlich +1058 Personen pro Jahr im Zeitraum 1981-2024), seine Bedeutung verändert sich jedoch im Zeitverlauf. Aufgrund des Rückgangs der Fertilität und der steigenden Sterblichkeit, was die Alterung der Schweizer Bevölkerung widerspiegelt, nimmt der Geburtenüberschuss der Schweizer Bevölkerung schrittweise ab. Bei der ausländischen Bevölkerung übersteigt die Zahl der Geburten jene der Todesfälle deutlich, da diese Bevölkerung jünger ist und eine etwas höhere Geburtenrate aufweist. Zudem verlassen ausländische Staatsangehörige die Schweiz öfters im rentennahen Alter, wodurch die beobachtete Sterblichkeit sinkt. In den letzten Jahren wurde der Geburtenüberschuss durch den Anstieg der Sterblichkeit im Jahr 2020 (COVID-19) sowie durch den Rückgang der Geburten seit 2018 beeinflusst; ausgenommen davon ist ein vorübergehender Anstieg im Jahr 2021.
Das Bevölkerungswachstum des Kantons ergibt sich somit aus internationalen Wanderungen, interkantonalen Wanderungen und dem Geburtenüberschuss. Ihre relative Bedeutung verändert sich jedoch im Zeitverlauf und spiegelt die schrittweise Veränderung der Wachstumstreiber und der Bevölkerungsstruktur wider.
Das Bundesamt für Statistik stellt die Daten zur demografischen Bilanz für die Schweiz und die Kantone sowie methodische Informationen unter folgender Adresse zur Verfügung: Demografische Bilanz nach Kanton .
Entwicklung nach Staatsangehörigkeit (2010-2024)
Im Zeitraum 2010-2024 nahm die Schweizer Bevölkerung um 31'231 Personen zu (45,8% des Anstiegs), die Zahl der Staatsangehörigen der 31 vom FZA betroffenen Staaten erhöhte sich um 26'653 Personen (39,1%), während die übrigen Staatsangehörigkeiten um 10'249 Personen zunahmen (15,0%).
Bei den vom FZA erfassten Staatsangehörigkeiten wurden die stärksten Zunahmen bei Portugal (+10'137 Personen), Frankreich (+8453), Italien (+2300) und Spanien (+1609) verzeichnet. Es folgen Rumänien (+1007), Polen (+786) und Bulgarien (+689). Ausserhalb des FZA betrafen die grössten Zunahmen Kosovo (+2925), die Ukraine (+2324) und Eritrea (+1334).
Die Struktur der Aufenthaltsbewilligungen zeigt eine starke Präsenz dauerhaft ansässiger Bevölkerungsgruppen: Im Jahr 2024 verfügten 63,2% der ausländischen ständigen Wohnbevölkerung über eine Niederlassungsbewilligung (C) und 31,3% über eine Aufenthaltsbewilligung (B, Ci).
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Open Government Data (OGD)
Metadaten
Die ständige Wohnbevölkerung ist die Referenzbevölkerung der Bevölkerungsstatistik.
Seit 2010 umfasst die ständige Wohnbevölkerung alle schweizerischen Staatsangehörigen mit einem Hauptwohnsitz in der Schweiz sowie alle ausländischen Staatsangehörigen mit einer Anwesenheitsbewilligung für mindestens 12 Monate oder ab einem Aufenthalt von 12 Monaten in der Schweiz (Ausweise B/C/L/F oder N oder EDA-Ausweis, d.h. internationale Funktionäre, Diplomaten und deren Familienangehörige).
Die Daten stammen hauptsächlich aus den Einwohnerregistern der Kantone und Gemeinden (EWR) und den amtlichen Personenregistern des Bundes: dem Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS), den Zivilstandsregistern (Infostar), dem Auslandschweizerregister (eVera) und dem Register der internationalen Funktionäre und Diplomaten (OrdiPro).