Olivier Curty, Vize-Präsident, Staatsrat

Präsentation von Olivier Curty, Vize-Präsident, Staatsrat, Volkswirtschaftsdirektor (VWD)

Olivier Curty, Volkswirtschaftsdirektor

  • geboren 1972, von Alterswil
  • MA European Studies, lic. ès sc. pol.
  • wohnhaft in Murten
  • im Amt seit 2017
  • verheiratet mit Daniela Curty-Stempfel, 2 Kinder
  • frühere Tätigkeit: Vizekanzler

Zuständig für

Volkswirtschaftsdirektion VWD
Bd. de Pérolles 25
Postfach 1350
1701 Freiburg
Lageplan
T +41 26 305 24 02
F +41 26 305 24 09
Kontakt

Dienst der VWD

Dienststellen der VWD

Vertreterin: Anne-Claude Demierre

Olivier Curty ist der Präsident der Delegation für das Wirtschafts- und Finanzwesen

Interessenbindungen

Bibliografische Angaben

Geboren am 18. Januar 1972 in Freiburg. Von Alterswil. Katholisch. Sohn des Joseph Curty, Polizist, und der Anita Andrey. Er heiratet 2004 Daniela Stempfel, Tochter von Peter Stempfel, Bankier. Olivier und Daniela Curty haben zwei Töchter.

Er besucht die Primarschule in Sankt Ursen und danach die Orientierungsschule in Tafers. 1987 beginnt er eine Lehre in einer Treuhandfirma und erwirbt 1990 einen EFZ Kaufleute an der Kaufmännischen Berufsfachschule Freiburg. Nachdem er sich um die Aufnahme beworben hat, nimmt er ein Studium am Kollegium St. Michael auf, wo er 1993 die Wirtschaftsmatur (Matura Typ E) erlangt; gleichzeitig hat er auch noch die Rekrutenschule absolviert.

Seine akademische Laufbahn führt ihn 1996 zu einem Lizentiat (Master) in Politikwissenschaften an der Universität Lausanne und einem «Diploa in international relations» an der Universität Kent in Canterbury (Vereinigtes Königreich). Im Jahr 1998 erwirbt er am Europainstitut der Universität Basel einen «Master of Advanced European Studies». Diese Studien tragen dazu bei, dass Olivier Curty dreisprachig ist (Deutsch, Französisch und Englisch).

Nachdem er während seines Studiums für die Treuhandgesellschaft Fidurévision SA (Freiburg) gearbeitet hat, wird er 1999 als Assistent der Geschäftsleitung von Promarca (Schweizerischer Markenartikelverband) eingestellt. Ab dem Jahr 2001 ist er als sicherheitspolitischer Analyst im Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport tätig. Seit 2005 arbeitet er im Stab für internationale Entwicklung des Bundesamtes für Polizei (Fedpol).

Olivier Curty zieht 2002 von seinem damaligen Wohnort Bern nach Murten um. Als Präsident der CVP der Region Murten engagiert er sich in der Politik. Er gehört bis 2016 dem Generalrat an.

Im Jahr 2008 wird Olivier Curty zum Vizekanzler des Kantons Freiburg ernannt, ein Amt, das er bis zu seiner Wahl in den Staatsrat am 6. November 2016 neun Jahre lang ausübt.  So nimmt er vor seiner Wahl an nahezu 500 Sitzungen der kantonalen Exekutive teil.

Die kantonale CVP sucht 2016 einen deutschsprachigen Kandidaten als Nachfolger von Beat Vonlanthen, der die Bisherigen George Godel und Jean-Pierre Siggen begleitet. Es ist Tradition, dass das deutschsprachige CVP-Mitglied oft aus dem Sensebezirk kommt, aber 2016 hat dieser Bezirk keinen Kandidaten vorzuschlagen. Die CVP des Seebezirks, die bloss die vierte Partei im Bezirk ist, nominiert daraufhin Olivier Curty, mit Unterstützung der Frauen der Sektion. Olivier Curty, ursprünglich Sensler und im Seebezirk wohnhaft, vermag als Brückenbauer zwischen den beiden Bezirken zu wirken. Dennoch muss er sich einer sozialdemokratischen Kandidatin aus seinem Bezirk und einer weiteren linken Gegnerin aus dem Sensebezirk stellen.

Anlässlich dieses Urnengangs beschliessen die CVP, die FDP und die SVP ein Wahlbündnis. Die drei Vertreter der CVP und der freisinnige Kandidat werden im ersten Wahlgang gewählt, was für Olivier Curty, einem Neuling in der kantonalen Politik, eine grossartige Leistung ist. Er übernimmt in der Folge die Volkswirtschaftsdirektion (VWD), die u.a. auch die Berufsbildung an der HES-SO in Freiburg, sowie die Bereiche Energie, Tourismus und Wohnungswesen verantwortet.

Seine Amtszeit beginnt mit viel legislativer Arbeit. Das Gesetz über die Wirtschaftsförderung wird ab 2018 geändert, um neue Instrumente zur Unterstützung von Unternehmen einzuführen. Er bringt auch eine Revision des Energiegesetzes (2019) durch, während die vorherige Fassung des Energiegesetzes Gegenstand eines Referendums war und vom Volk abgelehnt wurde. Er setzt sich auch für eine Revision des Arbeitsmarktgesetzes ein, welches die Instrumente zur Bekämpfung der Schwarzarbeit erheblich stärkt (im Gange).

Eine Revision des Gesetzes über den Tourismus ist ebenfalls im Gange: Eines seiner Ziele ist, gemäss einer breit angelegten Studie über das Potenzial der Ferienorte in den Freiburger Voralpen, die Spezifizierung der Finanzierungskriterien des Tourismusförderungsfonds.

Auch auf gesetzgeberischer Ebene wird eine Änderung des Gesetzes über die Berufsbildung erwogen. Das Gesetz über die aktive Bodenpolitik wird auch einer parlamentarischen Kommission des Grossen Rates zur Prüfung unterbreitet. Sein Hauptzweck besteht darin, die Entwicklung der Industriegebiete des Staates (Romont und Saint-Aubin) an eine unabhängige Einrichtung zu vergeben.

Olivier Curty bringt ein Darlehen von 24 Millionen Franken für den Bau eines experimentellen Gebäudes für den Wohnbau der Zukunft im Innovationsquartier blueFACTORY (2019) durch. Ausserdem erhielt er vom Grossen Rat grünes Licht für ein Darlehen von 5 Millionen Franken zur Erneuerung der technischen Ausrüstung der Berufsfachschule Fribourg / Freiburg (EMF).

Auf seinen Anstoss hin wird eine Strategie für die wirtschaftliche Entwicklung des Agrar- und Lebensmittelsektors ausgearbeitet. Die ersten Investitionen werden auf einem Gelände des Staates in Saint-Aubin getätigt, um KMU und Start-ups in diesem Tätigkeitsbereich anzusiedeln.

Der Direktor der VWD wird vom Staatsrat mit dem Dossier der Aussenbeziehungen betraut und es wird daher von ihm verlangt, dass er die Interessen des Kantons bei der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK), der Westschweizer Regierungskonferenz und der Hauptstadtregion vertritt (siehe Interessenregister unten).

Er liebt den Sport und ist Mitglied des Leichtathletikclubs Murten und ein begeisterter Läufer. Er mag auch die Musik, der er als Schlagzeuger frönte.

Olivier Curty wird 2016 im ersten Wahlgang gewählt und übernimmt die Spitze der Volkswirtschaftsdirektion. Das Regierungsprogramm 2017-2022 verlangt von allen Direktionen die folgenden drei Ziele zu erfüllen:

  • Freiburg setzt sich als Wirtschafts- und Innovationszentrum durch.
  • Freiburg gelingt der Zusammenschluss des Kantonszentrums. 
  • Freiburg macht seine Revolution 4.0.

Die Volkswirtschaftsdirektion erhält drei spezifische Ziele. Das erste ist, die Wettbewerbsfähigkeit zu stimulieren. Das zweite ist, die wirtschaftliche Entwicklung und die Ansiedlung von Unternehmen zu fördern. Das dritte ist, den Tourismussektor zu dynamisieren. Die VWD muss die Werkzeuge der Wirtschaftsförderung anpassen. Sie muss für die Ansiedlung innovativer Unternehmen sorgen. Sie will die industriellen Standorte in Romont, Marly und Saint-Aubin, die sie erworben hat, aufwerten.

Im Jahr 2017 lanciert Olivier Curty die Studie: «Vision Voralpen 2030», welche die Zukunft der Bergbahnen behandelt. Er initiiert zusammen mit der ILFD auch den internationalen Projektaufruf Agri & Co Challenge und den Cluster Food & Nutrition in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und Biomasse. Die Preisträger der Challenge siedeln sich auf dem Campus AgriCo in St-Aubin an, der Standort wurde vom Staat 2016 erworben. Olivier Curty lanciert im Jahr 2017 auch die Arbeiten zur Schaffung des «Wohnungs- und Immobilien-Observatoriums» des Kanton Freiburg, die Trägerorganisation wird im Jahr 2018 aus der Taufe gehoben.

2018 bringt Olivier Curty eine Änderung des Gesetzes über die Wirtschaftsförderung durch. Er erhält vom Grossen Rat eine Finanzhilfe für das Smart Living Building (25 Mio. Franken) zugesprochen. Er erreicht auch einen Kredit zur Unterstützung der Finanzierung von Unternehmensgründungen (5,1 Mio. Franken für die Jahre 2019-2022).

Im Jahr 2019 begann die VWD mit der Arbeit an der Totalrevision des Gesetzes über den Tourismus. Sie hat die neuen Instrumente der Wirtschaftsförderung genutzt, um die Unternehmen in neuen Märkten zu unterstützen. Die Digitalisierung der Ämter und Leistungen schreitet in vielen Bereichen der Direktion voran. Das Programm für die neue Regionalpolitik (NRP 2020-2023) wurde erstellt. Seine Prioritäten sind: die Bioökonomie, die Lebensmittelwirtschaft, die Smart Economy und die digitale Verankerung. Die VWD stellt im Jahr 2020 die wirtschaftliche Entwicklungsstrategie des Kantons vor. Die Direktion ist in den folgenden Bereichen an Bauprojekten beteiligt: Bau im Bereich der blueFactory, Neubau des Kantonalen Berufsbildungszentrums in Freiburg, AgriCo-Gelände in Saint-Aubin.

Olivier Curty hat vor dem Grossen Rat die folgenden Vorlagen verteidigt:

  • den Verpflichtungskredit (5 082 500 Franken) für die Erneuerung der technischen Ausrüstung der Berufsfachschule Fribourg / Freiburg (EMF);
  • das Gesetz zur Änderung des Energiegesetzes; die Änderung betrifft den Ersatz von Elektroheizungen bis 2025 (Kantonsanteil 8 000 000 Franken).
  • das Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Beschäftigung und den Arbeitsmarkt im Zusammenhang mit dem Amt für den Arbeitsmarkt (Sektion Arbeitsmarkt).
  • das Gesetz über die aktive Bodenpolitik des Staates (anfängliche Dotierung von 2 000 000 Franken).