Die Bibliotheca Otolandana ist eine Editionsreihe historischer Freiburger Quellen und wurde 2021 gegründet. Bis heute sind bereits vier Bände erschienen. Das Staatsarchiv Freiburg geht im Rahmen seines Auftrags zur Vermittlung und Förderung des dokumentarischen Kulturerbes nun einen Schritt weiter und lanciert eine digitale Plattform, die der Online-Publikation dieser Sammlung gewidmet ist.
Die digitale Version des ersten Bandes (BO1) ist ab sofort für die Öffentlichkeit verfügbar, d.h. diese bemerkenswerte Notariatsquelle aus dem 15. Jahrhundert kann jederzeit kostenlos konsultiert werden. Während das Originalmanuskript in gotischer Schrift verfasst ist, wurde seine Transkription, die zunächst in gedruckter Form erschien, nun nach dem XML-TEI-Standard kodiert. Dadurch sind die insgesamt 939 Notariatsakten dieser aussergewöhnlichen Quelle jetzt online einsehbar. Zusätzlich wird jeder Text durch ein Faksimile der entsprechenden Passage im Originalmanuskript ergänzt.
Die Online-Stellung der nachfolgenden Bände ist bereits in Planung. Darüber hinaus wird die Plattform wissenschaftliche Editionsarbeiten von Studierenden der Universität Freiburg aufnehmen, die im kommenden Jahr in Form eines digitalen Sonderbandes erscheinen.
Mit dieser Initiative werden zwei Ziele verfolgt. Einerseits sollen, ganz im Sinne des Gesetzes über die Archivierung und das Staatsarchiv (ArchG) und der Förderung des dokumentarischen Kulturerbes, «die Archive aus den Archiven herausgetragen» werden. Andererseits reiht sie sich in die internationale Open-Science-Bewegung ein, die einen freien und offenen Zugang zu Forschungsergebnissen, Forschungsdaten und wissenschaftlichen Publikationen fördert.
Durch diesen vereinfachten Quellenzugang werden die Leser und Leserinnen dazu eingeladen, in die Freiburger Geschichte und ihre Zweisprachigkeit einzutauchen. Das Staatsarchiv Freiburg nutzt durch die Verbindung von gedruckten Publikationen und digitalen Ressourcen die Möglichkeiten der Digital Humanities, um die Erinnerung an die Vergangenheit zu bewahren und das kulturelle Gedächtnis von morgen mitzugestalten. Von der gotischen Schrift über die XML-TEI-Kodierung bis hin zum Smartphone: Die Freiburger Geschichte ist heute nur noch einen Klick entfernt.
Bisher erschienene Bände (in gedruckter und digitaler Form):
Bisher erschienene Bände (in gedruckter Form):
BO2 : Dorthe Lionel (éd.), Le livre noir no 4 (1516-1521), Freiburg, 2022 (Bibliotheca Otolandana 2).
BO3 : De Reyff Simone (éd.), D’Adèle à Marcello: Fragments autobiographiques (1876-1879), Freiburg, 2024 (Bibliotheca Otolandana 3).
BO4 : Dafflon Alexandre (éd.), Tobie de Raemy d’Agy: Journal d’un archiviste (1914-1916), Freiburg, 2025 (Bibliotheca Otolandana 4).