Zum ersten Mal seit 510 Jahren werden die beiden Exemplare des Friedens von Freiburg wieder an genau jenem Ort vereint sein, an dem sie ausgearbeitet und besiegelt wurden. Zu diesem Anlass hat das französische Nationalarchiv zugestimmt, das Exemplar auszuleihen, das Franz I. im Jahr 1516 in Paris von einer Delegation der Schweizer Kantone überreicht worden war. Im Jahr 2026 werden Behörden und Öffentlichkeit somit die Ehre haben, die beiden spektakulären Dokumente zu bewundern, die die Geschichte der französisch-schweizerischen Beziehungen nachhaltig geprägt haben und die Grundlagen des Völkerrechts ankündigen.
Die Anerkennung durch die UNESCO gewinnt heute eine besonders große Bedeutung. Sie hebt das gemeinsame Erbe des Friedens, der Stabilität und des Dialogs hervor, das dieses Abkommen seit 500 Jahren verkörpert. In einem internationalen Rahmen, in dem diese Grundsätze nach wie vor von entscheidender Bedeutung sind, erinnert der Vertrag über den «ewigen Frieden» an die nach wie vor aktuelle Tragweite eines nachhaltigen Engagements für die friedliche Beilegung von Streitigkeiten und die Zusammenarbeit zwischen Staaten. Mit dieser Entscheidung verwandelt die UNESCO zwei «Nationalschätze» in einen «Weltschatz».
Offizielle Veranstaltung
Am Rande der Sitzung des Grossen Rates findet am 3. September 2026 ab 11:30 Uhr in der Wandelhalle des Rathauses eine offizielle Feier statt, die den Bundespräsidenten, Herrn Guy Parmelin, die französische Botschafterin in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein, Frau Marion Paradas, den Nationalratspräsidenten, Herrn Pierre-André Page, den Präsidenten des Freiburger Staatsrats, Herrn Philippe Demierre, sowie den Präsidenten des Grossen Rates, Herrn Bruno Marmier, vereint. Ebenfalls das Wort ergreifen werden Frau Michèle Ramis, Präsidentin der französischen UNESCO-Kommission, und ihr Amtskollege, Herr Thomas Zeltner, Präsident der Schweizer Kommission. Die Veranstaltung endet mit der offiziellen Übergabe des UNESCO-Zertifikats an den Präsidenten des Freiburger Staatsrats.
Tag der offenen Tür
Am Samstag, dem 5. September, von 9 bis 16 Uhr, hat die Öffentlichkeit im Rathaus die Gelegenheit, die beiden Exemplare des Vertrags zu bewundern, vor Ort Erklärungen von Experten aus Frankreich und der Schweiz zu bekommen und um 11 Uhr einen mit Spannung erwarteten Vortrag von Herrn Pierre Hazan, Schriftsteller, ehemaliger Kriegskorrespondent und Berater am Centre pour le dialogue humanitaire in Genf, zu hören. Sein Vortrag trägt den Titel: La paix à l’heure des prédateurs.