Sömmerung 2020: keine Verluste durch Grossraubtiere auf den Alpbetrieben des Kantons Freiburg

2. Dezember 2020 -10h00

Obwohl der Luchs im Kanton Freiburg gut etabliert und die natürliche Besiedlung durch den Goldschakal und den Wolf im Gange ist, wurden im zweiten Jahr in Folge keine Angriffe auf Nutztiere auf den Alpbetrieben des Kantons Freiburg gemeldet.

© Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Pixabay/cco

Der Luchs ist seit einigen Jahren in der gesamten voralpinen Region des Kantons präsent. Wie bereits in der Vergangenheit wird das Amt für Wald und Natur diesen Winter, zusätzlich zum nationalen Monitoring, ein intensives kantonales Monitoring durchführen, um die räumliche Verteilung der einzelnen Luchsindividuen und die Dichte der Luchspopulation in den Freiburger Voralpen besser zu verstehen.

Die Kolonisierung unseres Kantons durch den Goldschakal ist im Gange (zwei bestätigte Beobachtungen im vergangenen Juni). Es ist sehr wahrscheinlich, dass neue Individuen auftauchen werden. Mehrere Variablen beeinflussen diese natürliche Ausbreitung, wie etwa die globale Erwärmung, das geringe Vorkommen an natürlichen Feinden sowie die große Bewegungsfähigkeit des Tieres.

Was den Wolf betrifft, so gab es im Jahr 2020 nur wenige Anzeichen einer Präsenz. Diese beschränken sich auf ein Foto, das im Februar im Jauntal aufgenommen wurde, und auf Beobachtungen von Spuren in der Region Schwarzsee einige Tage später. Die natürliche Wiederbesiedlung des Wolfes in der Schweiz ist noch im Gange. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass Wölfe in naher Zukunft in unseren Kanton zurückkehren derzeit sind es aber vor allem vorüberziehende Individuen.

Zu den im Jahr 2020 ausgeführten Schutzmassnahmen gehörten neben der Umzäunung von Weiden auch 13 Schutzhunde, die auf 5 der 69 Alpbetrieben mit Schafen oder Ziegen eingesetzt wurden; es wurde kein einziger Angriff durch Grossraubtiere verzeichnet. Der Einsatz der Herdenschutzhunde stellt eine zusätzliche Arbeitsbelastung für die Hirten dar, reduziert aber die Verluste durch Grossraubtiere. In zwei Fällen trafen Spaziergänger in Begleitung ihres Hundes, als sie sich einer Schafherde näherten, auf heftige Reaktionen der Schutzhunde.

Diese Bilanz wurde von der Koordinationsgruppe Grossraubtiere Freiburg am vergangenen 23. November erstellt. In dieser Gruppe sind Vertreterinnen und Vertreter von Viehzucht- und Alporganisationen, Naturschutzorganisationen, Jägerinnen und Jäger sowie kantonale Verwaltungen vertreten.