Zu Beginn der Legislaturperiode 2026–2031 veröffentlicht das Amt für Gemeinden (GemA) in Absprache mit der Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft (ILFD) einen methodischen Leitfaden, der die neu ins Amt getretenen Gemeindebehörden bei ihren Überlegungen zu Fusionsprojekten unterstützen soll. Die Gemeindebehörden tragen eine wesentliche Verantwortung für die demokratische und institutionelle Vitalität des Kantons. Mit der Bereitstellung dieses Leitfadens zum Beginn der Legislaturperiode möchten die kantonalen Behörden den Gemeindeexekutiven eine Entscheidungshilfe an die Hand geben ‒ zum Zeitpunkt, da die strategischen Ausrichtungen für die nächsten fünf Jahre festgelegt werden. Zudem wird der Leitfaden in einigen Monaten als Grundlage für die Wiederaufnahme der Fusionspläne von 2013 dienen, damit die Gemeinden Zeit für eigene Überlegungen haben.
Dieses Dokument wurde vom GemA in Zusammenarbeit mit den Oberamtspersonen erarbeitet. Es enthält analytische Grundlagen, Umsetzungskriterien und Indikatoren, anhand derer sich Komplementaritäten zwischen den Gemeinden und ‒ sofern dies sinnvoll ist ‒ kohärente Fusionsperimeter identifizieren lassen. Es schreibt jedoch weder ein einheitliches Modell noch eine vordefinierte Ausrichtung vor. Ein Gemeindezusammenschluss ist nach wie vor ein bewusster und zutiefst politischer Schritt, der die notwendige gesellschaftliche Akzeptanz anstreben und den lokalen Besonderheiten Rechnung tragen muss. Weit über die Frage der Gemeindegrösse hinaus liegt die zentrale Herausforderung in der Fähigkeit der Gemeinden, ihre Aufgaben langfristig wahrzunehmen; insbesondere vor dem Hintergrund immer komplexer werdender Aufgaben, der Schwierigkeit, politische Ämter zu besetzen, und den steigenden Erwartungen der Bevölkerung.
Der Leitfaden ist zudem Teil einer umfassenderen Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Gemeindelandschaft im Kanton Freiburg. Er folgt auf die Veröffentlichung des Gemeindeporträts des Kantons Freiburg im Februar dieses Jahres sowie auf den Fragebogen zum Ende der Legislaturperiode, der Ende 2025 an die Gemeinden verschickt wurde und dessen wichtigste Ergebnisse im Juni vorgestellt werden. Diese verschiedenen Instrumente ergänzen die Schulungen, die der Freiburger Gemeindeverband (FGV) für neu gewählte Gemeinde- und Generalratsmitglieder anbietet und die ein Modul zu den Herausforderungen der territorialen Organisation und der Gemeindezusammenschlüsse umfassen.
In Anknüpfung an die Fusionspläne von 2013 beabsichtigen die kantonalen Behörden, den Dialog mit den Oberamtspersonen und den Gemeinden fortzusetzen, um eine konstruktive Dynamik rund um die Herausforderungen der lokalen Governance aufrechtzuerhalten. Sie bekräftigen ihren Willen, die Gemeinden bei ihren Überlegungen und Projekten aktiv zu unterstützen.