Senior+: Stand der Umsetzung und erster Teil des Ratgebers für Seniorinnen und Senioren

7. Juli 2021 -10h44

Die Direktion für Gesundheit und Soziales (GSD) informiert über die Umsetzung der Alterspolitik Senior+, mit besonderem Fokus auf den Wohnraum älterer Personen. Sie präsentiert die neue Broschüre «Eine Wohnung für sich ändernde Bedürfnisse. Wie kann ich meinen Wohnraum anpassen oder eine Wohnung auswählen, die meinen Bedürfnissen entspricht?».

Von den 25 Massnahmen des Massnahmenplans Senior+ wurden 14 Massnahmen bereits umgesetzt, die restlichen stehen kurz vor der Fertigstellung.

Vorgängig ist darauf hinzuweisen, dass das Gesetz über die sozialmedizinischen Leistungen (SmLG) die Verantwortlichkeiten erheblich geändert hat, namentlich durch die Schaffung von Gemeindeverbänden in den einzelnen Bezirken, die u. a. zuständig sind für die Koordination und die Sicherstellung der bürgernahen Information. Im Bereich Gesundheit und Betreuung von älteren Menschen erarbeitet demnach die GSD gemeinsam mit diesen Partnern ein allen beauftragten sozialmedizinischen Leistungserbringenden gemeinsames Instrument für die Abklärung des Bedarfs und die Orientierung der Person. Dieses Instrument wird die Übereinstimmung und die Kontinuität bei der Betreuung der Personen in Abstimmung mit ihren Bedürfnissen und den Informationsfluss verbessern. Des Weiteren erteilt die GSD Leistungsaufträge für die Organisation von Kursen und Beratungen für betreuende Angehörige und Freiwillige. Und es wird eine Finanzhilfe für die Lancierung von Projekten für die Organisation von Bereitschaftsdiensten gewährt.

Im Bereich Vereins- und Gemeinschaftsleben wird jährlich eine finanzielle Hilfe für den Start generationsübergreifender Projekte verteilt; das Jahresbudget hierfür beläuft sich auf 80 000 Franken. Seit 2018 hat die GSD 35 Projekte unterstützt, die Gegenstand einer Nachverfolgung sind, derzeit läuft der 5. Projektaufruf.

Fokus Wohnraum älterer Personen

Im Bereich Infrastrukturen, Wohnsituation und Dienstleistungen war das Thema Wohnraum ein wichtiger Teil der Senior+-Massnahmen. Im Kanton Freiburg stürzen täglich etwa acht Menschen über 65 Jahre in ihrem privaten Umfeld, was im Jahr 2015 Kosten von 116 Millionen Franken bedeutete. Mit der progressiven Zunahme der Zahl der über 65-Jährigen könnten diese Kosten bis 2045 auf 250 Millionen Franken steigen. Stürze sind oft mit einem Verlust der Selbständigkeit verbunden, dabei möchte die Mehrheit der über 65-Jährigen in den eigenen vier Wänden bleiben.

Das Wohnforum, das seit 2016 gemeinsam vom Wohnungsamt (WA), dem Sozialvorsorgeamt (SVA), dem Kantonalen Sozialamt (KSA) und dem Amt für Gemeinden (GemA) organisiert wird, hat es ermöglicht, die Akteure aus dem Sozialwesen, die Immobilienbranche und die Gemeinden zusammenzubringen, um neue Sichtweisen einzubringen und all diese Akteure in die Überlegungen in Bezug auf das Wohnen für ältere Menschen einzubeziehen.

Mit dem Dienst Qualidomum kann ein Zuhause einer Beurteilung unterzogen werden, um herauszufinden, mit welchen Mitteln es sicherer gemacht werden kann. Ausserdem wurde ein Leistungsauftrag an die Transportdienste für Personen mit eingeschränkter Mobilität erteilt.

Als bereichsübergreifende Massnahme wird derzeit ein Ratgeber Senior+ erarbeitet. Dieser Ratgeber wird aus mehreren Broschüren bestehen und hat zum Ziel, Personen über 65 Jahre und ihre Angehörigen in verschiedenen Bereichen im Zusammenhang mit dem Alter zu informieren und zu orientieren.

Erste Broschüre des Ratgebers Senior+: Unterstützung bei den Anpassungen, damit das Zuhause sicherer und praktischer wird

Die neue Senior+-Broschüre zum Thema Wohnen: «Eine Wohnung für sich ändernde Bedürfnisse» wird den älteren Personen und ihren Angehörigen auf einer Webseite mit Informationen und Leistungen zugunsten von Seniorinnen und Senioren zur Verfügung gestellt: www.fr.ch/info-senioren.

Die Broschüre mit Illustrationen von Marc Roulin bietet nützliche Informationen darüber, wie bestehende Wohnungen angepasst werden können, um sie sicherer und praktischer zu machen. Des Weiteren erläutert sie die vorhandenen Möglichkeiten für Personen, die eine Alternative zu ihrem aktuellen Zuhause suchen oder ein neues Wohnprojekt entwickeln wollen. Sie richtet sich an Betroffene, an Mieterinnen oder Eigentümer, an deren Angehörige sowie an Menschen aus dem Immobiliensektor, die zur Entwicklung von bedarfsgerechtem Wohnraum für alle beitragen wollen.

Sie wird auch den Gemeinden, den Dienststellen des Staates und den im Betagtenbereich tätigen Organisationen des Kantons Freiburg zur Verfügung gestellt.

 


Was ist Senior+? Die Politik Senior+ tritt für bestimmte Werte und eine Vision einer Gesellschaft ein:

  • in der die Seniorinnen und Senioren in einem Umfeld leben, in dem ihre Selbstständigkeit gefördert und ihre Würde geachtet werden und
  • das Älterwerden als natürlichen Prozess wahrgenommen wird, der für sie eine Bereicherung darstellt.

Ziele von Senior+

  • Integration der Seniorinnen und Senioren in die Gesellschaft (→ Partizipation von Seniorinnen und Senioren, Verständnis und Solidarität zwischen den Generationen);
  • Anerkennung ihrer Bedürfnisse und Kompetenzen (→ Lebensqualität, Qualität und Koordination der Pflegeleistungen, Weitergabe von Kompetenzen);
  • Aufrechterhaltung ihrer Autonomie (→ Sicherheit und Zugänglichkeit von Wohnraum, Umfeld und Dienstleistungen).