Kanton Freiburg: tiefste mittlere Krankenversicherungsprämie aller lateinischen Kantone

28 September 2021 - 15H33

Die mittlere Krankenversicherungsprämie über sämtliche Altersgruppen sinkt im Kanton Freiburg um durchschnittlich 0,2 %. Mit 293 Franken ist dies die tiefste Prämie aller lateinischen Kantone. Auch dieses Jahr schaltet der Kanton wieder eine Webseite auf, damit die Versicherten ihre Situation analysieren können. Eine Telefonnummer wird ebenfalls eingerichtet. Im November finden mehrere öffentliche Informationsveranstaltungen in der Stadt Freiburg statt.

Die mittlere Krankenversicherungsprämie über sämtliche Altersgruppen (inkl. Wahlfranchise und andere Modelle, gewichtet) unter den Prämien aller anderen lateinischen Kantone. 

Als Beispiel beträgt die höchste Prämie bei den Erwachsenen im Kanton Freiburg Fr. 625.90 (Region I*, Franchise 300 Franken + Unfalldeckung), die tiefste Fr. 469.50. Bei den Kindern beträgt die höchste Prämie (ohne Franchise, mit Unfalldeckung, erstes Kind, Region I) 156 Franken, die tiefste Fr. 103.30. 

Die seit mehreren Jahren steigenden Krankenversicherungsprämien wirken sich weitreichend auf die Haushaltsbudgets aus; der Kanton Freiburg freut sich daher über die diesjährige Prämiensenkung. Die Reserven der Krankenversicherer sind im vergangenen Jahr (u. a. auch wegen der guten Lage auf dem Finanzmarkt) erneut angewachsen und nach wie vor deutlich zu hoch (Zunahme von knapp fünf Milliarden Franken in den letzten vier Jahren). Die Gesamthöhe der Reserven in der Schweiz beläuft sich per 1. Januar 2021 auf 12,4 Milliarden Franken, sprich eine Erhöhung um 1,1 Milliarden Franken in einem Jahr (2020: Milliarden Franken). 
Daher hat der Kanton Freiburg die Prämienberechnung von 19 Krankenversicherern aufgrund zu hoher Reserven in Frage gestellt. Das BAG hat diese Stellungnahme für acht Krankenversicherer berücksichtigt.

Wird das Wachstum der Gesundheitskosten gedämpft, so wird auch das Prämienwachstum gebremst. In diesem Rahmen übernehmen die Kantone die Verantwortung durch die Versorgungsplanung und -steuerung der stationären Betreuung. Im stationären Bereich ist das Kostenwachstum in den letzten Jahren deutlich weniger stark ausgefallen als in anderen Bereichen. Freiburg wird sich auch in Zukunft für eine Eindämmung des Anstiegs der Gesundheitskosten einsetzen, insbesondere über die Spitalplanung und über die Politik der Gesundheitsförderung und Prävention. 

Wie die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) wünscht sich auch die GSD mehr Transparenz bei der Datenbereitstellung durch das BAG mittels Wiederherstellung einer integralen Datenlieferung analog der Jahre bis und mit 2018. 

Zudem gilt darauf hinzuweisen, dass über ein Viertel der Freiburger Bevölkerung von einer Prämienverbilligung profitiert. Im Voranschlag 2022 sind dafür 184 785 400 Millionen Franken vorgesehen (+0,585 Millionen für die Prämienverbilligung generell). 

*Region I: Saanebezirk. Region II: alle anderen Bezirke.


Was können die Versicherten tun?

Angesichts der erheblichen Prämienunterschiede zwischen den einzelnen Versicherern empfiehlt die Direktion für Gesundheit und Soziales (GSD) allen Versicherten, die Prämien der verschiedenen Krankenversicherer miteinander zu vergleichen und die eigene Situation genau zu analysieren.

Wo kann man sich informieren?

Die Prämien können sich je nach Alter oder Wohnregion stark unterscheiden. Auch in diesem Jahr besteht die Möglichkeit, den Krankenversicherer bis zum 30. November 2021 zu wechseln. Wer dies ins Auge fasst und dabei einen wohlüberlegten Entscheid treffen will, kann sich auf verschiedenen Wegen informieren:

  1. Schriftliche Informationen können beim Amt für Gesundheit (GesA) unter 026 305 29 38 bestellt werden (Postversand).
  2. Nützliche Informationen gibt es auch auf der Website der GSD (www.fr.ch/gsd) und des GesA (www.fr.ch/gesa).
  3. Ergänzende Informationen gibt es beim Eidgenössischen Departement des Innern auf der Website www.priminfo.ch, mit dem Prämienrechner des Bundesamts für Gesundheit, oder unter der Telefonnummer 058 464 88 02.
  4. Genauere Angaben über die Gewährung von Prämienverbilligungen und den Krankenkassenwechsel für Personen, die bereits Verbilligungen erhalten, sind auf der Website www.caisseavsfr.ch oder während der Bürozeiten unter der Telefonnummer 026 305 45 01 (Deutsch) und 026 305 45 00 (Französisch) bei der kantonalen AHV-Ausgleichskasse verfügbar.
  5. Die GSD organisiert Informationsveranstaltungen: 
Mittwoch, 3. November 2021 Freiburg für alle (Patientenstelle Westschweiz) 9 bis 12 Uhr

Samstag, 6. November 2021

Freiburg für alle (Patientenstelle Westschweiz)  9 bis 12 Uhr

Freiburg für alle, Rue du Criblet 13, Freiburg (www.freiburgfueralle.ch )

  1. Telefonischer Bereitschaftsdienst des Westschweizer Konsumentenverbands

Telefonische Beratungstermine durch Spezialisten des Westschweizer Konsumentenverbands, die Ihre Fragen kostenfrei beantworten (von 8. Oktober bis 25. November 2021) www.frc.ch/conseils-lamal.

7. Alles über die Prämien auf der Website des Bundesamts für Gesundheit: www.bag.admin.ch.