Aufgaben des Amtes
Das JA unterstützt verschiedene Aktivitäten zugunsten von Kindern und Jugendlichen. Es entwickelt und koordiniert die Elemente der kantonalen Kinder- und Jugendpolitik und führt, in Anwendung der eidgenössischen und kantonalen Gesetzgebungen, die verschiedenen Kinderschutzmandate aus. Es informiert die Bevölkerung über die Mittel zur Unterstützung der Kinder und Jugendlichen.
Es ist Teil der Konferenz für Kinder- und Jugendpolitik (KKJP), einer Fachkonferenz der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK). Das JA ist ferner Mitglied der Conférence latine de la promotion et de la protection de l’enfant (CLPPJ), die ein fachtechnisches Organ der Conférence Latine des Affaires Sanitaires et Sociales (CLASS) ist. Das JA ist zudem Mitglied der Fachkonferenz Citoyenneté. In diesem Rahmen tragen verschiedene Gruppen die Bezugswerte in Sachen Schutz, Partizipation und Förderung der Kinder und Jugendlichen der lateinischen Kantone zusammen.
Das JA ist in den schweizweit definierten, grossen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe tätig. Es setzt sich dafür ein, den Zugang zu den Leistungen und ihre Qualität zu gewährleisten und kümmert sich um die Steuerung.
Auf operationeller Ebene beteiligt sich das JA innerhalb der Plattform «Jugendliche» und der kantonalen Indikationsstelle «Sucht» für Minderjährige.
Wichtige Ereignisse
Das Berichtsjahr war geprägt von mehreren Ereignissen und Reorganisationsprojekten aufgrund der Personalaufstockung und der Einführung neuer Arbeitswerkzeuge. Die Abwesenheitsquote, die Fluktuationsrate (Turn-over, 11,3 %) und die krankheitsbedingten Fehlzeiten (über 7 %) waren sehr hoch und deuten auf eine Überlastung hin. Diese Belastung steht in einem Kausalzusammenhang mit Faktoren wie der Zunahme der Einwohnerzahl im Kanton, der stärkeren Nachfrage nach Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben, der Zunahme von Konflikten zwischen Eltern, die das Wohl des Kindes nicht mehr über ihre Streitigkeiten stellen, der Zunahme von Gewalt- und Misshandlungsfällen sowie dem Mangel an ambulanten oder institutionellen sozialpädagogischen Massnahmen. Als Antwort darauf wurden Massnahmen ergriffen, insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Sicherheit: Weiterbildungen, die eine einheitliche Praxis oder eine höhere Effizienz ermöglichen, standardisierte und spezifische Prozesse zur Integration neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, standardisierte und spezifische Prozesse für das Krisen- oder Absenzenmanagement.
Im Jahr 2025 erfolgte zudem eine periodische Überprüfung der Subventionen im Zusammenhang mit dem Gesetz über die familienergänzenden Tagesbetreuungseinrichtungen durch die kantonale Finanzverwaltung sowie eine Kontrolle durch die kantonale Datenschutzbeauftragte.
In Zusammenarbeit mit dem Amt für Justiz wurde 2025 in den Bezirken Glane, Greyerz und Vivisbach das Pilotprojekt Elternkonsens lanciert. Es soll getrennte Eltern dabei unterstützen, einvernehmliche Lösungen für ihre Kinder zu finden, indem es spezielle Formulare, ein angepasstes Gerichtsverfahren und kostenlose Informationsveranstaltungen (Paar- und Familienberatung ) bietet. Ziel ist es, Konflikte durch die Förderung der Zusammenarbeit zu reduzieren. Die Betroffenen werden von neutralen Fachpersonen wie Anwältinnen und Anwälten und Mediatorinnen und Mediatoren begleitet, wobei die ersten Mediationsstunden kostenlos sind. Die ersten Erfahrungen sind positiv, insbesondere dank gezielter Untersuchungen und dem vom JA geleiteten Kompetenzzentrum Gewalt.
Ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Amt für Justiz wurde ein neues Angebot entwickelt: Maison des enfants d'Avenches (MEA) bietet Ort und Begleitung für die Ausübung des von einer Kindesschutzbehörde eingeschränkten Besuchsrechts. MEA ergänzt das Angebot von «Begleitete Besuchstage Freiburg». Während «Begleitete Besuchstage Freiburg» seine Dienstleistungen auch auf den Süden des Kantons ausweitete, wurde die Broye nach wie vor stiefmütterlich behandelt. Das Angebot von MEA eröffnet nun neue Möglichkeiten in dieser Region.
Dank der zusätzlichen Dotation für eine wissenschaftliche Mitarbeiterin oder einen wissenschaftlichen Mitarbeiter konnte sich das JA die nötige Unterstützung für die Entscheidungsfindung, Steuerung, Zukunftsforschung, Datenanalyse und Evaluation holen. Es ermöglichte auch die Entwicklung von Projekten im Hinblick auf eine neue Berufspraxis sowie das Einholen einer bedeutenden finanziellen Unterstützung der Stiftung Palatin für das Pilotprojekt «Reisetagebuch» (2025–2027). Das Projekt zielt darauf ab, Pflegefamilien zu unterstützen, Pflegekinder in den Mittelpunkt zu stellen und ihren Lebensweg zu entstigmatisieren. Das JA sticht mit seinen Innovationen und Massnahmen sowie seiner Verbindungen zum gesamten Kinderschutznetzwerk und seinem ganzheitlichen Ansatz hervor. So wurde es gebeten, sich an den Überlegungen des Bundes und der Kantone zu beteiligen. In mehreren Arbeits- oder Steuerungsgruppen wirkte es unter anderem zu Themen wie Herkunftssuche und internationale Adoptionen, Anwendung und bewährte Praktiken bei der Rückführung bei Kindesentführungen, Begleitung von Jugendlichen infolge deren Ausscheiden aus dem Kindesschutzbereich sowie zu einem standardisierten Rahmen für die Bewilligung und Aufsicht von Betreuungseinrichtungen mit.
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Das JA profitierte von einer Aufstockung des Personals um 4 Vollzeitäquivalente (VZÄ) mit unbefristeten Verträgen. Wie jedes Jahr hat das JA in seiner Rolle als Ausbildner mehrere Praktikantinnen und Praktikanten von Hochschulen und Universitäten beschäftigt. Über alle Funktionen hinweg verzeichnete das Amt 28 Abgänge und 33 Neuzugänge; unter den unbefristeten Verträgen beträgt die Fluktuationsrate 11,3 %.
Die 2024 lancierte Reorganisation konnte im Berichtsjahr abgeschlossen werden. Dies gilt insbesondere für den Sektor Direkte Sozialarbeit mit der Schaffung von 3 Bereichen (siehe Kapitel 1.4).
Die Büros am Boulevard de Pérolles wie auch in der Rue Hans-Fries wurden nach dem Konzept FriBURO eingerichtet. 2026 folgen noch einige Anpassungen, das Konzept kann aber bereits jetzt als erfolgreich umgesetzt betrachtet werden.
Einige Forderungen der Gewerkschaft in Bezug auf die Arbeitsbelastung wurden der Direktion bzw. dem Staatsrat zur Kenntnis gebracht.
Sektor Direkte Sozialarbeit (SDS)
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Die Arbeit im Bereich Kinderschutz zeichnet sich aus durch die Beratung und Unterstützung im Alltag und bei Schwierigkeiten zugunsten der Kinder, Eltern und Fachkräfte (Bereitschaftsdienst), die Organisation der ergänzenden Hilfen zur Erziehung (Sozialpädagogische Familienbegleitung oder Unterbringung in Einrichtungen oder bei Pflegeeltern), die Situationsanalyse (Abklärungen für die Behörden) und das Fallmanagement bei der Umsetzung der von den Schutzbehörden (Friedensgerichte, Jugendgericht, Bezirksgerichte) angeordneten Schutzmassnahmen.
Das Jahr 2025 war erneut von mehreren Veränderungen geprägt: Im Rahmen der Umstrukturierung des SDS wurde zum 1. März 2025 eine neue Stelle als Sektorchef/in geschaffen. So wurde die Organisation des JA zwischen 2023 und 2025 von 4 auf 6 Sektoren erweitert. 2 Sektorchefinnen bzw. Sektorchefs wurden neu angestellt oder traten eine Nachfolge an. Die Umstrukturierung des SDS steht kurz vor dem Abschluss. Die Neuorganisation mit 3 Bereichen ermöglicht eine bessere Synergie zwischen den Teams und somit mehr Flexibilität. Überdies führt die Umstrukturierung zu einer Optimierung der Personalressourcen, sowohl auf Ebene der Fachpersonen für Kinderschutz als auch auf Ebene der Sektorchefin/des Sektorchefs.
Seit Oktober 2025 hat sich der Sektor Intake (Zusammenschluss Vertretungsbeistandschaften und Intake) etabliert und erste positive Rückmeldungen konnten verzeichnet werden.
Der SDS hatte mit einer hohen Fluktuationsrate sowie zahlreichen Abwesenheiten zu kämpfen. Einige Bereiche verzeichneten eine Abwesenheitsrate von fast einem Viertel der Mitarbeitenden. Diese Umstände belasten die Teams sehr, da sie neben ihren eigenen Aufgaben auch die Abwesenheit von Kolleginnen und Kollegen kompensieren müssen, was die Arbeitsbelastung weiter erhöht.
Wartelisten und Platzierungen
Die Auslastung in Freiburger Einrichtungen schwankt und die Wartelisten sind oftmals lang. So mussten die Priorisierungskriterien verschärft werden: Nur äusserst dringende und Fälle mit Gefahr in Verzug werden platziert.
Auch 2025 war der Mangel an Einrichtungsplätzen besorgniserregend. Dies führte zu einer starken Verschlechterung der Situation von Kindern und Jugendlichen und erforderte häufig Notunterbringungen. Ambulante Leistungen sind ebenfalls überlastet, sodass ein frühzeitiges Eingreifen ebenfalls nicht immer möglich ist. Für das Jahresende beantragte das JA beim Kanton Waadt, im Rahmen seines Leistungsauftrags für die institutionelle Betreuung die entsprechenden Ressourcen im Interkantonalen Spital der Broye nutzen zu dürfen.
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Stand 31. Dezember 2025 wurden 2814 Kinder vom JA betreut, was 4,2 % der Bevölkerung im Alter von 0 bis 17 Jahren entspricht. Pro VZÄ wurden 79 Fälle betreut; im Jahr davor lag die Zahl bei 76 (73 Fälle gegenüber 71 einschl. unbegleitete minderjährige Asylsuchende und soziale Abklärungen). Das JA verzeichnete im Jahr 2025 einen Anstieg von 5 % der im Rahmen des Kindesschutz betreuten Fälle, was deutlich über dem prozentualen Anstieg der Kinderpopulation im Alter von 0 bis 17 Jahren (0,6 %) liegt. Die neu geschaffenen Stellen reichten somit nicht aus, um diesen Anstieg der Betreuungsfälle aufzufangen. Hier ist anzumerken, dass nicht alle neu geschaffenen Stellen zur Erhöhung der Anzahl Fachpersonen Kinderschutz vorgesehen waren.
Im Jahr 2025 wurden 614 neue Fälle übernommen, was 19,7 % der am 31. Dezember 2025 laufenden Fälle entspricht. 20 % der am 31. Dezember 2024 laufenden Fälle (604) konnten im Jahr 2025 abgeschlossen werden.
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Kinderschutz : Platzierungen
Ende 2025 waren 318 Kinder in einer Einrichtung oder Pflegefamilie platziert, davon 66 ausserhalb des Kantons. Das entspricht 0,47 % der Bevölkerung im Alter von 0 bis 17 Jahren und 11,3 % der vom JA betreuten Kinder.
Im Jahr 2025 standen zwischen 61 und 84 Kinder auf der Warteliste für eine Platzierung.
Einrichtungen für kurzfristige Platzierung
Einrichtung Neu
laufend / abgeschlossen
2023
2024
2025
2023
2024
2025
Stiftung Transit 69
64
65
80
81
80
FFJ (Sektor Time Out) 8
6
6
8
7
8
Einrichtungen für langfristige Platzierung
Einrichtung Neu
laufend / abgeschlossen
2023
2024
2025
2023
2024
2025
FFJ (Sektor St-Etienne Freiburg) 16
14
6
41
46
40
FFJ (Sektor St-Etienne Sommentier) 2
2
1
10
11
10
FFJ (Sektor Bonnesfontaines) 8
8
10
31
29
33
Association Le Bosquet (Sozialpädagogischer Bereich) 10
21
14
31
36
30
Lehrlingsheim 12
12
5
18
25
17
Association Les Traversées (Sektor Courtaman) 8
5
7
19
16
17
Association Les Traversées (Sektor Cottens) -
8
1
-
8
9
Stiftung Kinderheim Heimelig Kerzers 5
1
2
15
11
12
Verein Bewegung Kindheit (Nid Clairval) 0
1
2
15
16
17
Stiftung für Frau und Kind (Aux Étangs) 4
3
4
9
9
7
Institut Les Peupliers (sozialpädagogischer Bereich) 1
0
0
8
7
0
Aussenwohngruppe Sunneblueme 1
0
0
6
6
7
Übrige 0
1
1
1
1
2
Tagesgruppen
Einrichtung Neu
laufend / abgeschlossen
2023
2024
2025
2023
2024
2025
FFJ (Sektor St-Etienne Bulle) 10
1
4
14
8
11
FFJ (Sektor St-Etienne Freiburg) 3
1
3
5
6
7
Freiburger Pflegefamilien
Einrichtung Neu
laufend / abgeschlossen
2023
2024
2025
2023
2024
2025
FAC Permanente 18
9
18
72
57
78
FAC Ressource 2
3
3
11
18
23
Ausserhalb des Kantons
Einrichtung Neu
laufend / abgeschlossen
2023
2024
2025
2023
2024
2025
Langzeiteinrichtungen 21
21
45
52
47
81
Kurzzeiteinrichtungen 0
2
0
0
2
0
FAC Ressource 0
1
0
0
1
0
FAC Permanent 4
3
5
12
12
14
Total
Neu
laufend / abgeschlossen
2023
2024
2025
2023
2024
2025
202
187
202
459
460
503
Opferberatungsstelle OHG
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Im Jahr 2025 baute die OHG-Stelle ihre Zusammenarbeit mit ESPAS weiter aus und beteiligte sich an den Arbeiten zur Einrichtung der Hotline 142. Überdies begleitete die Beratungsstelle Opfer von Missbrauch in der Kirche (5 Fälle).
Die längere Abwesenheit der Psychologin führte trotz zwischenzeitlicher Unterstützung durch das FNPG zu einer erheblichen Mehrbelastung für die anderen Teammitglieder. Darüber hinaus konnten Kinder und Jugendliche, die innerhalb und ausserhalb der Familie Gewalt und/oder sexuellen Missbrauch erlebt haben, nicht im Rahmen der OHG betreut werden. Die OHG-Stelle bietet üblicherweise eine schnelle Betreuung; die Wartezeiten bei privaten Therapeutinnen und Therapeuten sind für Jugendliche und Kinder hingegen zu lang.
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Beratungen für Männer und Opfer nach SVG 2023
2024
2025 Neue Fälle 326
356
307 Aus dem Vorjahr übernommene Fälle 97
149
166 Neuer Kontakte / keine neue Straftat 47
13
7 Behandelte Fälle insgesamt 470
518
480 Art der berücksichtigten Verstösse gemäss Strafgesetzbuch:
Verstoss (Mehrfachantworten möglich) 2023 2024 2025 Tötung 5 7 10 Tötung SVG 9 3 9 Versuchte Tötung 6 6 5 Körperverletzung 179 232 190 Körperverletzung SVG 63 59 55 Raub 6 6 6 Erpressung, Drohung, Nötigung 60 70 67 Delikte gegen die Freiheit 6 3 1 Entführung von Minderjährigen 3 4 2 Sexualdelikt an Kindern 24 22 15 Sexualdelikt an abhängigen Personen 5 5 1 Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung 13 9 9 Andere Handlungen gegen die sexuelle Integrität 1 3 6 Gewalt in Paarbeziehungen 36 58 64 Zwangsmassnahmen 14 24 17 Andere Straftaten nach StGB 48 73 63 Nicht klar 9 35 52 Beratungen für Kinder 2023 2024 2025 Neue Fälle 257 306 272 Aus dem Vorjahr übernommene Fälle 179 156 175 Neuer Kontakte / keine neue Straftat 29 16 8 Total Fälle 465 478 455 Verteilung nach Alter und Geschlecht
(2025)
Weiblich Männlich Nicht Klar < 10 Jahre 39 36 0 10 bis 17 Jahre 169 111 1 >17 Jahre 62 22 0 Nicht Klar 8 2 5 Straftaten (mehrere mögliche Antworten) 2023 2024 2025 Tötung 0 3 2 Tötung SVG 1 1 1 Versuchte Tötung 3 3 5 Körperverletzung 122 142 125 Körperverletzung SVG 2 4 7 Raub 2 4 7 Erpressung, Drohung, Nötigung 60 32 42 Delikte gegen die Freiheit 1 2 2 Sexualdelikt an Kindern 185 162 126 Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung 76 73 82 Andere Handlungen gegen die sexuelle Integrität 15 40 32 Gewalt in Ehe und Partnerschaft 27 32 21 Gewalt in der Familie 97 193 103 Andere Straftaten nach StGB 42 41 54 Nicht klar 18 27 33
Sektor familienexterne Betreuung (SMA)
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Der Sektor Familienexterne Betreuung (SMA) interveniert in allen Einrichtungen und Stätten der familienergänzenden Betreuung. Seine Hauptaufgabe besteht in der Beurteilung, Bewilligung, Beaufsichtigung und Unterstützung familienergänzender Tagesbetreuungseinrichtungen (Kindertagesstätten, ausserschulische Betreuungseinrichtungen, Spielgruppen, Tageseltern) einerseits sowie von Familienstrukturen und Institutionen, die Kinder tagsüber und in der Nacht längerfristig aufnehmen (Pflegefamilien, Institutionen, die keine Anerkennung im Sinne des Gesetzes über die sonder- und sozialpädagogischen Institutionen und die professionellen Pflegefamilien [SIPG] haben) andererseits.
Als kantonale Zentralbehörde für Adoption beurteilt der SMA Adoptionsanträge und erteilt Paaren, die ein Kind adoptieren möchten, eine Bescheinigung. Er berät künftige Adoptiveltern zum Verfahren und ist Anlaufstelle für die Herkunftssuche im Kanton.
Der SMA ist für die Anwendung des Gesetzes über die familienergänzenden Tagesbetreuungseinrichtungen (FBG) zuständig. Er berechnet die Subventionen und entrichtet den Beitrag Staat–Arbeitgeber und die Beträge aus der Steuerreform zur Senkung des Elternanteils an den Betreuungskosten.
Nach der Aufstockung um 3,3 befristete VZÄ per 1. Januar 2024 betreut eine Fachperson Kinderschutz der Gruppe Familiäre Betreuung in Vollzeit 83 Fälle; eine vollzeitangestellte Fachperson Kinderschutz der Gruppe Tagesbetreuungseinrichtungen betreut 92,44 Fälle (Stand: 31.12.2025).
Gruppe Familiäre Betreuung
Im Jahr 2025 hat die Tätigkeit im Zusammenhang mit Tageseltern weiter zugenommen. Die Gruppe leistete in diesem Bereich wichtige Arbeit.
Der in den letzten Jahren beobachtete Rückgang bei internationalen Adoptionen setzte sich auch im Jahr 2025 fort. 2026 wird auf Bundesebene eine Vorlage für ein Verbot von internationalen Adoptionen erwartet, weshalb die Zukunft dieses Tätigkeitsfelds überdacht werden muss. Im Berichtsjahr hatte die kantonale Zentralbehörde den Vorsitz der Fachgruppe Adoption der lateinischen Kantone inne.
Auch der Bereich Pflegefamilien befindet sich im Wandel und muss in naher Zukunft neu überdacht werden.
Gruppe Familienergänzende Tagesbetreuungseinrichtungen
Im Jahr 2025 stellte die Gruppe Familienergänzende Tagesbetreuungseinrichtungen dank Kapazitätenverstärkung die Beaufsichtigung, Beratung und Unterstützung einer grossen Anzahl von Tagesbetreuungseinrichtungen sicher. Es fanden 64 Aufsichtsbesuche in unterschiedlichen Einrichtungsarten statt, und insgesamt 115 Projekte wurden begleitet. Dies hat massgeblich zur Verbesserung der Betreuungsqualität in den Freiburger vor- und ausserschulischen Betreuungseinrichtungen beigetragen.
Im Jahr 2025 führte die Gruppe zudem eine Zusatzausbildung ein, damit Personen mit einer Ausbildung für die Intervention in der ausserschulischen Betreuung Zugang zu einem EFZ erhalten. Die Zusatzausbildung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Berufsfachschule Soziales-Gesundheit (ESSG), der OrTra, dem Amt für Berufsberatung und Erwachsenenbildung (BEA) und dem Amt für Berufsbildung (BBA) entwickelt.
Schliesslich überarbeitete die Gruppe Familienergänzende Tagesbetreuungseinrichtungen im Jahr 2025 die Richtlinien für vorschulische und ausserschulische Betreuungseinrichtungen, damit diese den Mindestempfehlungen der SODK/EDK (verabschiedet im November 2022) hinsichtlich der Qualität der familienergänzenden Betreuung entsprechen. Es wurden mehrere Arbeitsgruppen mit Akteurinnen und Akteuren aus der Praxis gebildet. Die Veröffentlichung der neuen Richtlinien ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen mit Inkrafttreten im Jahr 2027.
Projekte 2025 ASB KITA BÖZ Total Eröffnung 17 22 12 51 Ausbau 3 3 0 6 Umzug 10 7 2 19 Gesuch um Anhebung der Anzahl Betreuungsplätze 36 3 0 39 Total 66 35 14 115 -
Am 31.12.2025 sind beim SMA 745 Dossiers pendent.
Nachfolgend einige Zahlen.
Allgemeine Lage SMA 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Laufende Adoptionsverfahren 35 39 25 19 17 12 Aktive Pflegefamilien 150 149 145 132 139 153 Aktive professionelle Pflegefamilien 2 2 2 3 2 2 Aktive Tageseltern 136 145 149 141 156 147 Aktive Tageselternvereine 9 9 9 9 9 9 Aktive Einrichtungen für Kinder im Vorschulalter 195 202 214 208 205 205 Aktive ausserschulische Betreuungseinrichtungen 113 119 119 119 122 129 Aktive Sondereinrichtungen 4 3 3 3 3 4 -
Der SMA gewährleistet spezifischere Aufgaben, die sich wie folgt verteilen:
Allgemeine Lage SMA 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Gesuch um gemeinschaftliche Adoption 3 0 5 4 5 4 Gesuch um Adoption des Kindes der Ehegattin/des Ehegatten 8 14 5 14 10 9 Gesuch um Adoption Volljähriger 9 9 6 1 7 7 Antrag um Änderung des Familiennamens 1 1 0 0 0 0 Gesuch um Freigabe zur Adoption/nationale Adoption zustande gekommen 0 0 0 0 1 0 Gesuch um Freigabe zur Adoption/nationale Adoption nicht zustande gekommen 0 1 2 0 2 1 Abklärungen Amt für Bevölkerung und Migration (BMA) – Aufnahme von ausländischen Kindern ohne Adoptionsabsicht 8 7 8 8 6 1 Nachforschungen Herkunft 6 10 5 11 10 6 Stellungnahme «Baugesuch» 13 12 17 22 27 19 Stellungnahme Bundesamt für Sozialversicherungen 0 0 7 25 8 8 -
Am 31. Dezember 2025 zählte der Kanton Freiburg 88 Kindertagesstätten und 2909 bewilligte Betreuungsplätze (+42 Einrichtungen seit Inkrafttreten des FBG im Januar 2012).
Anzahl Krippenplätze 2021 2022 2023 2024 2025 Evolution seit 2024 Broye 79 145 177 190 195 +5%
Glâne 119 135 135 178 189 +11%
Greyerz 356 402 408 408 506 +98%
See 224 234 239 260 270 +10%
Saane 1128 1164 1238 1278 1339 +61%
Sense 164 238 226 257 268 +11%
Vivisbach 120 131 135 135 142 +7%
Total 2190 2449 2558 2706 2909 +203%
Stellungnahme «Baugesuch» 13 12 17 22 14 -8%
Stellungnahme Bundesamt für Sozialversicherungen 0 0 7 25 8 -17%
Am 31. Dezember 2025 zählte der Kanton 125 ausserschulische Betreuungseinrichtungen (ASB, +70 Einrichtungen seit Inkrafttreten des FBG im Juni 2012).
Anzahl ausserschulische Betreuungsplätze
2023
2024
2025
Vormittag
Mittag
Nach der Schule
Vormittag
Mittag
Nach der Schule Vormittag
Mittag
Nach der Schule
Broye 374
464
382
393
531
401
393
567
428
Glâne 273
371
320
297
383
344
332
423
388
Greyerz 298
818
528
365
1030
619
373
1033
631
See 258
439
352
270
461
386
277
501
393
Saane 1243
1991
1574
1343
2251
1688
1411
2420
1857
Sense 289
387
297
309
407
317
312
410
320
Vivisbach 266
670
483
272
685
491
272
685
491
Total 3001
5140
3936
3249
5748
4246
3370
6039
4508
Zur Senkung der Elterntarife zahlte der Staat im Jahr 2025 einen Gesamtbetrag von 8 516 838 Franken (2024: 8 584 160 Franken), einschliesslich der Beträge zur Anwendung von Artikel 13 FBG. Der Arbeitgeberbeitrag belief sich auf 4 455 375 Franken (2024: 4 593 551 Franken). Schliesslich beliefen sich die Beträge aus der Steuerreform auf insgesamt 4 821 302 Franken (2024: 4 839 313 Franken), einschl. innovative Projekte. Für die Schaffung von KiTa- und ASB-Plätzen wurden aus den Beträgen der Steuerreform und der Akontozahlungen der Subventionen des Bundes 955 000 Franken (2024: 1 375 000 Franken) bzw. Fr. 459 869.15 (2024: 538 825 Franken) ausbezahlt. Dies entspricht einem Gesamtbetrag von 1 414 869 Franken (2024: 1 913 825 Franken). Die für die Schaffung von KiTa- und ASB-Plätzen vorgesehenen Mittel sind erschöpft.
Gesuche, Projekte und Bewilligungen SAJ 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Gesuche im Zusammenhang mit Immobilienprojekten (neue Einrichtungen, Umzüge, Besichtigungen, Vorprojekt, Stellungnahmen im Rahmen von Baubewilligungsverfahren, Treffen mit Architekten) 9 18 29 45 53 70 115 Projekte Eröffnung Krippe
(umgesetzt, laufend oder zu den Akten gelegt)
2 2 4 13 20 34 22 Projekte Eröffnung ausserschulische Betreuung
(umgesetzt, laufend oder zu den Akten gelegt)
5 4 4 6 11 12 17 Ausgestellte/erneuerte Bewilligungen 113 75 130 130 121 148 262
Fachstelle für Kinder- und Jugendförderung (FKJF)
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In Übereinstimmung mit der kantonalen Gesetzgebung (Jugendgesetz, JuG) und internationalen Verpflichtungen (wie der Kinderrechtskonvention ) fördert die FKJF die harmonische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, indem sie Chancengleichheit gewährleistet und günstige Lebensbedingungen unterstützt. Sie ist Informations-, Koordinations- und Unterstützungsstelle für alle Fragen rund um Kinder und Jugendliche. Das Angebot der FKJF richtet sich insbesondere an Gemeinden, zuständige staatliche Stellen, Vereine, Kinder und Jugendliche sowie in deren Umfeld tätige Organisationen.
In Zusammenarbeit mit der Kommission für Kinder- und Jugendfragen (JuK) hat die Fachstelle für Kinder- und Jugendförderung den Auftrag, die Freiburger Kinder- und Jugendpolitik zu fördern.
Das Berichtsjahr war geprägt vom Amtsantritt der neuen Leiterin der FKJF und Kinder- und Jugendbeauftragten, Johanna Dayer Schneider, im Mai 2025.
Jugendliche mit Schwierigkeiten
Die Erkenntnisse aus der Kantonalen Tagung «Perspektivenwechsel – Jugendliche in komplexen Lebenslagen» wurden ausgewertet und den betroffenen Ämtern und Diensten sowie Kommissionen mitgeteilt. Zur Erinnerung: Mehr als 200 Personen nahmen an der Tagung teil, darunter Fachpersonen, Vertreterinnen und Vertreter des Kantons, Politikerinnen und Politiker sowie junge Menschen. Auf dieser Grundlage haben die zuständigen kantonalen Kommissionen strategische Empfehlungen ausgearbeitet, die dem Staatsrat Anfang 2026 vorgelegt werden sollen. Die von den Teilnehmenden entwickelten und als besonders wirkungsvoll identifizierten Massnahmen wurden den staatlichen Stellen in einem Bericht zur Vernehmlassung vorgelegt. Die Vernehmlassungsergebnisse wurden im Aktionsplan «I mache mit!» 2027–2031 berücksichtigt (siehe weiter unten in diesem Kapitel).
Kantonale Strategie für die frühe Kindheit
Nach der Vernehmlassung verabschiedete der Staatsrat des Kantons Freiburg im September 2025 die erste «Kantonale Strategie für die frühe Kindheit 2026–2030» sowie den zugehörigen Massnahmenplan. Dies entspricht dem anerkannten Bedürfnis, die Ausbildung, Betreuung und Erziehung im Bereich der frühen Kindheit in Übereinstimmung mit nationalen und internationalen Standards nachhaltig in der kantonalen Landschaft zu verankern.
Die kantonale Strategie für die frühe Kindheit 2026–2030 ist das Ergebnis eines partizipativen Prozesses von Gemeinden, kantonalen Diensten, Fachpersonen und Praxispartnern. Sie ist ein wichtiger Meilenstein für die Freiburger Familien- und Sozialpolitik und zielt darauf ab, die festgestellten Lücken zu schliessen, die Zugänglichkeit der Leistungen zu verbessern und die Zusammenarbeit im Feld zu stärken, damit jedes Kind – von der Schwangerschaft bis zum Alter von 8 Jahren – in einem Umfeld aufwächst, das seinem Wohlbefinden und seiner Entfaltung förderlich ist. So wurden verschiedene wichtige Bedürfnisse im Bereich der frühen Kindheit für die nächsten Jahre identifiziert und 5 Massnahmen für ein strukturiertes Vorgehen priorisiert.
Die Strategie und Massnahmen sowie die Vernehmlassungsergebnisse wurden am 13. November 2025 im Rahmen eines Happy Events mit über 100 Akteurinnen und Akteuren des Bereichs frühe Kindheit vorgestellt.
Kantonale Strategie zugunsten der Kinder und Jugendlichen
Die FKJF hat mit der Ausarbeitung des Aktionsplans 2027–2031, der dritten Ausgabe der Kantonalen Strategie zugunsten der Kinder und Jugendlichen «I mache mit! – Perspektiven 2030» des Kantons Freiburg begonnen. Der Plan richtet sich an die breite Öffentlichkeit sowie an interessierte Partnerinnen und Partner. Er stellt die Massnahmen des Staates für die Altersgruppe der 0- bis 25-Jährigen vor. Aufbauend auf den Aktionsplänen 2018–2021 und 2023–2026 leitet er die Erneuerung der kantonalen Strategie mit Blick auf das Jahr 2045 ein.
Soziokulturelle Animation
Die Koordination zwischen den französisch- und deutschsprachigen Regionen des Kantons im Bereich der soziokulturellen Animation konnte dank eines Auftrags an den Verein Frisbee, der in diesem Bereich eine zentrale Rolle spielt, verstärkt werden.
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Die FKJF bietet Jugendlichen und Gemeinden verschiedene Subventionen für die Umsetzung von Projekten im Kinder- und Jugendbereich im Kanton Freiburg.
- Kinder- und Jugendsubvention: 15 kommunale und kantonale Projekte (8 zweisprachige Projekte, 3 deutschsprachige und 4 französischsprachige) mit einem Gesamtbetrag von 200 000 Franken.
- Die Beiträge wurden im Rahmen von 4 Sitzungen der JuK auf die verschiedenen Projekte im gesamten Kanton verteilt.
- Unterstützung der Gemeinden für die aufsuchende Jugendarbeit: 6 Projekte zur Verankerung der aufsuchenden Jugendarbeit in Höhe von 65 454 Franken und 1 Jugendgutachten in Höhe von insgesamt 9546 Franken.
- Unterstützung für Jugendprojekte: 13 von Jugendlichen getragene Projekte wurden mit einem Betrag von 30 000 Franken unterstützt.
- 2025 traten 2 neue Gemeinden dem kantonalen Programm zugunsten der frühen Kindheit, FriTime Piccolo, bei. Insgesamt 11 Gemeinden erhielten im Berichtsjahr Unterstützung bei der Umsetzung eines Programms für kostenlose ausserschulische Aktivitäten, FriTime oder FriTime Piccolo. Damit nahmen seit der Lancierung von FriTime im Jahr 2013 insgesamt 28 Freiburger Gemeinden an dem Programm teil.
Kennzahlen
Dossiers pro Fachperson Kinderschutz der Gruppe Familienergänzende Tagesbetreuungseinrichtungen
vom JA betreute Fälle
Kita-Plätze