Das Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann und für Familienfragen (GFB) ist administrativ der Direktion für Gesundheit und Soziales (GSD) angegliedert. Es wurde vom Staat beauftragt, den Grundsatz der Gleichstellung von Frau und Mann anzuwenden und sich für die Beseitigung jeglicher Form rechtlicher und tatsächlicher Diskriminierung einzusetzen. Das GFB verfolgt eine auf die Interessen von Familien ausgerichtete Politik, koordiniert die Bekämpfung von Gewalt in Paarbeziehungen und setzt sich für die Gleichstellung in den Bereichen Arbeit, Erziehung, Bildung, Politik und Gesellschaft ein.
Wichtige Ereignisse
-
Das GFB hatte im Jahr 2025 den Vorsitz der Westschweizer Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten – egalite.ch – und organisierte die Assises romandes de l’égalité (Westschweizer Gleichstellungstagung). Die Veranstaltung zum Thema Gleichstellung im Unternehmen fand am 11. Dezember 2025 im Gebäude Mozaïk in Freiburg statt. Mehr als 120 Personen aus Privatunternehmen, Verbänden, Dachorganisationen und öffentlichen Institutionen nahmen teil. Ziel der Tagung war es, einen Raum für den Dialog zwischen der Wirtschaft und Gleichstellungsakteurinnen und ‑akteuren zu schaffen, unterschiedliche Sichtweisen auszutauschen und die Gleichstellung im Berufsleben voranzubringen.
Die Beiträge, Runden Tische, Interviews und der Marktplatz mit praktischen Ressourcen boten eine Plattform für zentrale Themen: die Rolle der Unternehmensleitung und des Managements bei der Umsetzung der Gleichstellung, erfolgreiche Massnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben, die Auswirkungen von Vorurteilen und Stereotypen in der Unternehmenskultur oder auch der Einfluss der internationalen Wirtschaftspolitik. Dank der 15 Referentinnen und Referenten sowie der 9 Organisationen, die ihre Aktivitäten auf dem Marktplatz vorstellten, konnte eine grosse Vielfalt an Standpunkten und Ansätzen gewährleistet werden.
Die Tagung hob konkrete Instrumente und vielversprechende Praktiken hervor und erinnerte daran, dass Gleichstellung für Unternehmen nicht nur eine soziale und rechtliche Verpflichtung ist, sondern auch ein wirtschaftlicher Hebel für Leistung und Innovation. Es wurde daran erinnert, dass die wirksamsten Massnahmen darauf abzielen, das System, das Ungleichheiten reproduziert, zu verändern – nicht die Menschen –, und dass Gleichstellung allen zugutekommt.
-
Im Rahmen der Massnahme 5.3 des Plans für die Gleichstellung von Frau und Mann in der kantonalen Verwaltung (PGKV) führte das GFB im Jahr 2025 mit Unterstützung der Fachstelle UND , dem Kompetenzzentrum für die Umsetzung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, eine Umfrage zu diesem Thema durch.
Die Umfrage richtete sich in erster Linie an die Zentralverwaltung, d. h. an die Ämter und Dienststellen der Direktionen. Sie betrachtete die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben aus einem breiten Blickwinkel: Lebenskomfort, Kinderbetreuung, Hausarbeit und Angehörigenpflege. Die Umfrage lief vom 31. März bis 18. April 2025, wurde an mehr als 5300 E-Mail-Adressen verschickt und verzeichnete eine Rücklaufquote von 50 % mit einer Fehlerquote von 1 %. Die Repräsentativität der Umfrage war somit gewährleistet.
Im Allgemeinen werden die Arbeitsbedingungen hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie/Privatleben und Beruf von den Mitarbeitenden der Zentralverwaltung des Kantons Freiburg als eher gut bewertet. Einige Personen sind jedoch generell weniger zufrieden und wünschen sich mehr Flexibilität und/oder Unterstützung. Dazu gehören:
- Alleinerziehende mit Kindern unter 25 Jahren;
- junge Menschen (Lernende) – in Bezug auf den Zugang zu Informationen;
- Personen mit einer anderen Geschlechtsidentität als weiblich/männlich und Personen, die ihr Geschlecht nicht angegeben haben;
- Personen mit einem Beschäftigungsgrad von unter 50 %;
- tiefere Lohnklassen.
Nach der Präsentation der allgemeinen Ergebnisse an einer Medienkonferenz im Oktober 2025 stellte das GFB – zusammen mit der Fachstelle UND – den Direktionen und Gerichtsbehörden die spezifischen Ergebnisse vor, die sie schliesslich an ihre Mitarbeitenden weiterkommunizierten.
Die Fachstelle UND hat Empfehlungen formuliert, die im Rahmen der laufenden Überarbeitung des PGKV-Aktionsplans berücksichtigt werden.
-
Häusliche Gewalt ist nach wie vor weit verbreitet, obwohl Hilfsangebote heute besser und effektiver sind. Gemäss der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) hat die häusliche Gewalt in der Schweiz in den letzten 10 Jahren kontinuierlich zugenommen, mit einem Anstieg um 17 % zwischen 2017 und 2023 (Zunahme von 17 024 auf 19 918 Straftaten). Diese Entwicklung ist auch im Kanton Freiburg festzustellen: Die Zahl der Straftaten stieg zwischen 2017 und 2023 von 768 auf 974 pro Jahr, was einem Anstieg von 27 % entspricht. Im Jahr 2024 bearbeitete die Kantonspolizei 666 Fälle von häuslicher Gewalt, was etwa 2 Interventionen pro Tag und einer Zunahme von 15 % gegenüber 2023 entspricht. Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz 27 Femizide verzeichnet, davon 2 im Kanton Freiburg.
Vor diesem Hintergrund gab der Staatsrat im Mai 2025 das Handlungskonzept II – Gewalt in Paarbeziehungen und ihre Auswirkungen auf die Familie, in die Vernehmlassung. Die Mitglieder der kantonalen Kommission zur Bekämpfung von Gewalt in Paarbeziehungen haben unter der Leitung des GFB zur Aktualisierung dieses Konzepts beigetragen.
Das Handlungskonzept II knüpft an das Vorgängerkonzept aus dem Jahr 2018 an, dessen Massnahmen teilweise bereits umgesetzt wurden und mit dem aktualisierten Konzept weitergeführt werden, insbesondere in den Bereichen Betreuung und angeordnete Begleitung gewaltausübender Personen, Prävention bei Jugendlichen sowie koordiniertes Bedrohungsmanagement.
Das überarbeitete Konzept umfasst 37 Massnahmen, die in 10 Interventionsbereiche gegliedert sind. Es orientiert sich an den Artikeln des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) und bettet damit die Freiburger Politik zur Bekämpfung von Gewalt in Paarbeziehungen in ein Gesamtkonzept ein. Das Handlungskonzept II stützt sich zudem auf die Roadmap des Strategischen Dialogs des Bundesrats und ist Teil des Nationalen Aktionsplans 2022–2026 zur Umsetzung der Istanbul-Konvention, aus dem es einige Massnahmen übernimmt, die der Zuständigkeit des Kantons zufallen. Es verfeinert die kantonale Betreuung und zielt darauf ab, künftige Herausforderungen anzugehen, wie die Berücksichtigung der psychischen Gewalt, Gewalt nach einer Trennung oder auch die Erziehung zur Gleichberechtigung als Grundlage für einen nachhaltigen und konsequenten Gesellschaftswandel. Zur Konsolidierung und Verankerung dieser Thematik bedarf es eines kantonalen Gesetzes sowie eines klaren Signals, dass solche Gewalttaten nicht toleriert werden und der politische Wille zur entschiedenen Bekämpfung dieses Phänomens besteht.
Im Interesse der Effizienz und insbesondere angesichts der wirtschaftlichen Lage des Staates Freiburg wurden 11 Massnahmen als prioritär erachtet. Die zusätzlichen Mittel von 7,68 Millionen Franken für den Zeitraum von 2025–2028 konzentrieren sich auf 5 Massnahmen: die Abteilung für Gewaltmedizin, das künftige Gesetz gegen häusliche Gewalt, die 24-Stunden-Hotline für Gewaltopfer, der Ausbau von Anlaufstellen sowie die Bereitstellung von Folgeunterkünften für Opfer.
Der Massnahmenplan 2024–2028 des Konzepts II wurde in seiner allgemeinen Ausrichtung von einem Grossteil der Organisationen begrüsst, die sich im Rahmen der Vernehmlassung geäussert haben. Insgesamt wurden die 11 prioritären Massnahmen als absolut notwendig erachtet und ihre Priorisierung erschien angemessen. Die unzureichenden Mittel für die Massnahmen des Konzepts II sind am umstrittensten und könnten die Umsetzung behindern.
Gemeinsam mit dem KSA hat das GFB dazu beigetragen, Lösungen für die Notfallmittelzuweisung an Leistungserbringende im OHG-Bereich zu finden, namentlich an Frauenhaus Freiburg. Es hat auch zu einer detaillierten Analyse beigetragen, damit die Mittel langfristig gesichert werden können und die für die Opferhilfe-Telefonnummer und die Abteilung für Gewaltmedizin vorgesehenen Gelder ab Anfang 2026 als unverzichtbare Ausgaben gelten.
Ordentliche Tätigkeit
-
Auf nationaler Ebene pflegt das GFB folgende Mitgliedschaften:
- Schweizerische Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG), 1 Sitzung im Jahr 2025. Das GFB ist in der ständigen Arbeitsgruppe Rechtsfragen (3 Sitzungen) und Unternehmensprojekte sowie in der Austauschgruppe zum Thema Lohngleichheit aktiv;
- EGALITE.CH (Konferenz der Westschweizer Gleichstellungsbüros), 4 Sitzungen im Jahr 2025;
- Schweizerische Konferenz gegen häusliche Gewalt (SKHG), Jahrestreffen im Mai 2025;
- Conférence latine contre la violence domestique (CLVD, Konferenz der lateinischen Kantone gegen häusliche Gewalt), 4 Sitzungen im Jahr 2025;
- Steuerungsausschuss «Nationaler Zukunftstag»;
- Steuerungsausschuss der Ausstellung «Plus fort que la violence/Stärker als Gewalt». Das GFB gewährleistet zusätzlich die Koordination und Administration der Ausstellung;
- Schweizerische Konferenz der Schlichtungsstellen nach Gleichstellungsgesetz (SKS) als Sekretariat der Kantonalen Schlichtungskommission für die Gleichstellung der Geschlechter im Erwerbsleben (SKGLEICH). Trifft sich alle 2 Jahre.
Im Jahr 2025 übernahm die Leiterin des GFB das Präsidium von egalité.ch und die damit einhergehenden Aufgaben: Vertretung, Finanzkontrolle, Organisation der ordentlichen Sitzungen und eines Strategieworkshops. Freiburg war auch Gastgeberkanton des 3. Treffens der 7 für die Gleichstellung zuständigen Westschweizer Staatsrätinnen und Staatsräte.
Das GFB arbeitet regelmässig mit dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) zusammen. Der Kanton folgte auch der Einladung von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider: Am 2. Mai 2025 kamen die für die Gleichstellung zuständigen Staats- und Regierungsrätinnen und -räte zu einem politischen Austausch zusammen.
All diese Instanzen setzen sich auf interkantonaler und nationaler Ebene mittels Stellungnahmen, Aktionen, gemeinsamen Projekten, Koordination und Öffentlichkeitsarbeit für die Förderung der gesetzlichen und tatsächlichen Gleichstellung von Frau und Mann und für die Bekämpfung von häuslicher Gewalt ein.
-
Das GFB führt das Sekretariat mehrerer Kommissionen:
- Kantonale Kommission für die Gleichstellung von Frau und Mann und für Familienfragen, 4 Sitzungen im Jahr 2025;
- Kantonale Schlichtungskommission für die Gleichstellung der Geschlechter im Erwerbsleben (SKGLEICH), 4 bearbeitete Dossiers im Jahr 2025;
- Kantonale Kommission gegen Gewalt in Paarbeziehungen, die das GFB auch präsidiert, 4 Sitzungen im Jahr 2025.
Das GFB antwortet auf Vernehmlassungen der Kantonsverwaltung und des Bundes. 2025 verfasste es 29 Stellungnahmen auf Kantonsebene und trug über die Arbeitsgruppe Rechtsfragen der SKG zu 2 Stellungnahmen auf Bundesebene bei.
Das GFB war an der Ausarbeitung mehrerer Antworten des Staatsrats auf parlamentarische Vorstösse beteiligt, und beantwortete zahlreiche Medienanfragen. Die Mitarbeitenden des GFB nahmen an nationalen oder akademischen Kongressen sowie an Weiterbildungen in ihren jeweiligen Tätigkeitsbereichen teil, um Kontakte zu knüpfen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und ihre Kompetenzen zu erweitern.
Die Fachbibliothek des GFB La Grenade ist Teil der Swiss Library Service Platform (SLSP) und für die Bevölkerung auf Anfrage zugänglich. Im Laufe des Jahres 2025 wurde La Grenade um 81 Titel bereichert und umfasst nun 3074 Titel, die im Swisscovery-Katalog verzeichnet sind.
Im Berichtsjahr wurden 74 Dokumente an rund 20 Personen ausgeliehen; 17 Titel sind zum Jahresende noch ausgeliehen. Bei 2 Besuchen zwischen September und November 2025 erhielten rund 20 Personen Einblick in die Fachbibliothek: Anlässlich eines Treffens von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren der Freiburger Universitäts- und angeschlossenen Bibliotheken – Café Pro – wurde die Sammlung von La Grenade vorgestellt und das Thema Vielfalt und Inklusion in Bibliotheken diskutiert. Der zweite Besuch fand im Rahmen einer Aktivität des Freiburger Bibliotheksverbands BiblioFR statt.
Gleichstellung in der Kantonsverwaltung
-
Das GFB leitet die Umsetzung des Plans für die Gleichstellung von Frau und Mann in der kantonalen Verwaltung (PGKV). Seine 25 Massnahmen und Rahmenbedingungen sollen der Sensibilisierung, Information, Bildung, Beratung und dem Austausch dienen.
Die 13-köpfige Arbeitsgruppe des PGKV, die vom Staatsrat ernannt wurde, trat 2025 2 Mal zusammen.
Am 13. Juni 2025 nahm das GFB an einer Veranstaltung der Kantonspolizei Freiburg teil, an der die Aufnahme der ersten Frauen in den Dienst der Gendarmerie vor 25 Jahren gefeiert wurde; es war auch Co-Organisator des Runden Tisches zum Thema Herausforderungen des inklusiven Managements. Der Runde Tisch wurde von einer Journalistin moderiert; neben eines Mitglieds der Kantonspolizei Freiburg nahmen auch eine Politikerin, eine Personalchefin sowie eine Expertin für Gleichstellung im Unternehmen teil. Rund 50 Personen – hauptsächlich Polizistinnen und Polizisten – nahmen an der Veranstaltung teil.
Im Berichtsjahr wurde die Überarbeitung der Massnahmen des PGKV-Aktionsplans aus dem Jahr 2016 eingeleitet. Ein erster Workshop fand am 5. November 2025 mit den Mitgliedern der den PGKV begleitenden Arbeitsgruppe statt.
Gleichstellung im Erwerbsleben und Anwendung des Gleichstellungsgesetzes
-
Im Jahr 2025 wurden dem GFB 49 Fälle von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts (Lohn, Einstellung, Beförderung, Aufgabenzuweisung, Gestaltung der Arbeitsbedingungen, Entlassung, insbesondere im Zusammenhang mit Mutterschaft usw.) gemeldet, darunter 26 Fälle von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Im Vergleich zum Vorjahr ist somit eine erhebliche Zunahme der Rechtsberatung und Begleitung des GFB zu verzeichnen. Die Kantonale Schlichtungskommission für die Gleichstellung der Geschlechter im Erwerbsleben (SKGLEICH) wurde in 4 dieser Fälle angerufen. Das GFB hat ausserdem 4 Rechtsgutachten im Zusammenhang mit dem Gleichstellungsgesetz für die Direktionen des Staates verfasst.
Im Jahr 2025 stellte das GFB das Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz 9 Mal bei verschiedenen Institutionen und Direktionen des Staates vor.
Das GFB ist auch Mitglied der Begleitgruppe der Website Equality Law der SKG, auf der die Rechtsprechungen rund um das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann aufgeführt sind.
Die Juristin des GFB arbeitet mit der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg an der Aktualisierung der Plattform zur Meldung von Fällen sexueller Belästigung. Sie nahm an mehreren Sitzungen der Arbeitsgruppe teil und bereitete eine Schulung für Medizinstudierende vor, die 2026 erneut angeboten wird.
Zudem arbeitete die Juristin des GFB im Berichtsjahr eng mit der Aufsichtskommission MobV zusammen, um den Prozess zu evaluieren und ein Vademekum für die Staatsdirektionen zu erstellen, das 2026 anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Verordnung über Mobbing, sexuelle Belästigung und zwischenmenschliche Probleme am Arbeitsplatz veröffentlicht werden soll.
-
Im Rahmen der Kantonalen Strategie Nachhaltige Entwicklung des Staates Freiburg 2021–2031 hat das GFB Beiträge erhalten, um die Gleichstellung von Frau und Mann im Berufsleben voranzutreiben. 3 Personen des GFB, d. h. 1,4 VZÄ, konnten so Projekte zur Information und Sensibilisierung von Freiburger Unternehmen und der Mitarbeitenden der Direktionen des Staates entwickeln.
Im Jahr 2025 wurde zur Weiterverfolgung dieser Massnahmen 1 Sitzung zwischen der Delegierten für nachhaltige Entwicklung und dem GFB organisiert. Überdies ist das GFB Teil des Netzwerks für nachhaltige Entwicklung des Staates Freiburg und nimmt an dessen Sitzungen teil.
-
Im Jahr 2025 arbeitete das GFB mit dem Amt für Wald und Natur (WNA) des Kantons Freiburg zusammen, um das Bewirtschaftungskonzept für die Wälder von Bouleyres, Sautaux und Vaucens integrativer zu gestalten. Der Wald soll ein für alle zugänglicher Ort sein, der die Nutzungsvielfalt, unterschiedlichen Profile und Empfindungen berücksichtigt.
Zu diesem Zweck sind die Teams des WNA und des GFB gemeinsam die Waldwege rund um Bulle abgegangen, um die Nutzung besser zu verstehen, aber auch um zu erheben, wo es Probleme gibt (Abfall, Lärm, Koexistenz von Velofahrenden, Tieren und Spaziergängerinnen und Spaziergängern) und wo ein Gefühl der Unsicherheit entstehen kann, insbesondere bei Frauen und älteren Menschen.
Auf der Grundlage dieses Besuchs und einer Auswertung der wissenschaftlichen Literatur hat das GFB leicht umsetzbare Lösungen vorgeschlagen. Dazu gehören die Einbindung von Frauen in Arbeitsgruppen, die sich mit der Gestaltung befassen, die Einrichtung einer inklusiven und klaren Wegweisung, die Vermeidung dichter Vegetation an bestimmten strategischen Stellen oder auch den einfacheren Zugang zu Toiletten. Ausserdem schlug das GFB vor, zu einem späteren Zeitpunkt eine Umfrage bei den Waldnutzerinnen und -nutzern durchzuführen, um den Komfort und das Wohlbefinden im Wald zu verbessern.
-
Das GFB baut sein Unternehmensnetzwerk zur Förderung der Gleichstellung in der Berufswelt dank seiner Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen, namentlich mit der Hochschule für Wirtschaft Freiburg (HSW-FR), weiter aus.
Auf Anregung des GFB bietet die HSW-FR bereits zum 3. Mal ein Wahlfach für die 3.- und 4.-Jahr-Studierenden des Bachelorstudiengangs in Betriebswirtschaft an. Die Zahl der eingeschriebenen Personen stieg im Jahr 2025 auf 21 Studierende und zeugt vom wachsenden Interesse an diesem Wahlfach. In 28 Unterrichtseinheiten wurden verschiedene Facetten der Gleichstellung in Unternehmen untersucht, so etwa Karrierechancen, sexuelle Belästigung, die Bedeutung der Infrastruktur und die Lohngleichheit. Die Studierenden wurden in praktischen Übungen gefordert und mussten zur Validierung des Kurses und ihrer Credits eine kurze Reflexionsarbeit einreichen. Ab 2026 übernimmt die HSW-FR vollständig die Organisation dieses Wahlfachs.
Im Jahr 2025 verstärkte das GFB seine Zusammenarbeit mit Swiss Triple Impact (STI), das KMU und Grossunternehmen beim Thema Nachhaltigkeit und Geschlechtergleichstellung unterstützt. Am 12. Juni 2025 nahm das GFB an einem Workshop von STI Freiburg für Unternehmen aus der Region teil.
Am Rande von Veranstaltungen wie den Assises romandes de l’égalité 2025 oder den 5. Kantonalen Nachhaltigkeitstagen knüpfte das GFB Kontakte zu diversen Freiburger Organisationen, die sich für die Förderung der Gleichstellung in der Arbeitswelt engagieren und diese Arbeit fortsetzen möchten. 2026 wird dieses Netzwerk weiter gestärkt.
Schliesslich trat das GFB 2025 der Austauschgruppe Unternehmensprojekte der SKG bei, die den Mitarbeitenden der Gleichstellungsbüros eine Plattform für den Austausch bewährter Praktiken zur Förderung der Gleichstellung in der Berufswelt bietet. Der rege Austausch innerhalb dieser Gruppe dient auch der strategischen Reflexion über dieses Thema.
-
In Zusammenarbeit mit dem Amt für Statistik und Daten (SDA) hat das GFB eine Plattform eingerichtet mit kantonalen Indikatoren zur Gleichstellungssituation im Erwerbsleben. Wenngleich bestimmte Gleichstellungswerte statistisch nur schwer erfassbar sind, bieten die vom SDA bereitgestellten Daten wertvolle Einblicke in die Kluft zwischen Frauen und Männern in der Berufswelt. Das GFB ergänzte die Statistiken um eine Zusammenfassung der Herausforderungen pro Themenbereich.
Die Plattform ist in 3 Themenbereiche unterteilt: Ausbildung und Berufswahl; Erwerbsmodell und Beschäftigungsgrad; Lohn und beruflicher Status. So werden alle Bereiche des Erwerbslebens abgedeckt. Die Plattform wird offiziell im März 2026 anlässlich des Internationalen Frauentags aufgeschaltet. Sie wird jährlich aktualisiert und die Entwicklungen werden regelmässig kommuniziert.
-
An ihrem 3. Treffen in Estavayer-le-Lac unterzeichneten 5 der 7 für die Gleichstellung zuständigen Westschweizer Staatsrätinnen und Staatsräte eine interkantonale Vereinbarung mit der HES-SO Valais-Wallis zur Schaffung eines Westschweizer Kompetenzzentrums für die Kontrolle der Lohngleichheit zwischen Frau und Mann. Die Vereinbarung ist ein wichtiger Meilenstein in der Umsetzung der 2023 verabschiedeten Westschweizer Gleichstellung-Charta zum Ausbau der interkantonalen Zusammenarbeit in diesem Bereich.
Das Kompetenzzentrum ist ein wichtiger Hebel zur Gewährleistung einer rigorosen und harmonisierten Anwendung der Lohngleichheit in der öffentlichen Praxis, und kann auch von den Gemeinden der teilnehmenden Kantone in Anspruch genommen werden. Im Rahmen jährlicher Leistungsaufträge mit den Unterzeichnerkantonen oder ihren Gemeinden wird das Kompetenzzentrum unter Einhaltung der höchsten Qualitätsstandards gründliche und zuverlässige Kontrollen nach dem Vier-Augen-Prinzip durchführen.
Gleichstellung in Erziehung und Bildung
-
Das GFB hat am 13. November 2025 erneut den Nationalen Zukunftstag – Seitenwechsel für Mädchen und Jungs auf Kantonsebene organisiert. Der Zukunftstag soll bei den Schülerinnen und Schülern der 7H und 10H Geschlechterstereotypen bei der Berufswahl abbauen.
Die Schülerinnen und Schüler der 7H konnten am Grundprogramm teilnehmen und eine Bezugsperson, die in einem geschlechtsuntypischen Beruf tätigt ist, einen Tag lang begleiten.
2025 nahmen 339 Schülerinnen und Schüler der 10H an den Freiburger Workshops teil, die jedes Jahr in Partnerschaft mit verschiedenen Dachorganisationen, der Direktion für Bildung und kulturelle Angelegenheiten (BKAD) und den Berufsberaterinnen und Berufsberatern organisiert werden. Insgesamt fanden im Kanton 82 Workshops auf Deutsch und Französisch statt, davon 45 Workshops für Mädchen und 37 für Jungen. Mädchen konnten an der Hochschule für Technik und Architektur die Studienrichtungen Tiefbau, Maschinenbau, Elektrobau, Architektur oder Chemie besuchen. An der Berufsfachschule konnten sie Berufsluft als Informatikerin, Elektronikerin, Automatikerin oder noch Polymechanikerin schnuppern und am Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve die grünen Berufe erkunden. Die Jungs konnten ihrerseits an der Hochschule für Gesundheit, der Berufsfachschule Soziales ‒ Gesundheit, in einem Pflegeheim oder im Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit die Pflegeberufe kennenlernen.
In Zusammenarbeit mit dem Amt für Personal und Organisation (POA) des Kantons Freiburg wurde ein neuer Workshop im Bereich Human Resources (HR) für Jungen ins Leben gerufen. Er sollte die Schüler für die Herausforderungen der Geschlechtervielfalt in der Arbeitswelt sensibilisieren. Die 12 Schüler lernten den facettenreichen strategischen Bereich kennen und durften in die Rolle eines Recruiters schlüpfen.
-
START! Forum der Berufe 2025 fand vom 18. bis 23. Februar im Forum Freiburg statt und war mit einem Besucherrekord ein grosser Erfolg. Dies zeugt von der Relevanz und Notwendigkeit einer solchen Veranstaltung zur Begleitung junger Menschen bei ihrer Berufswahl.
Die Vorbereitungsarbeiten für den Stand des GFB hatten bereits 2024 begonnen. Am Stand erhielten die Besuchenden Ressourcen und Informationen, um geschlechtsspezifische Stereotypen in der Arbeitswelt abzubauen und ihre beruflichen Perspektiven zu erweitern. Gemeinsam mit Lernenden und Studierenden regte das GFB eine Auseinandersetzung mit dem Thema Gleichstellung bei der Berufswahl an. Dazu gab es ein Videospiel, einen Wettbewerb und Pins mit Slogans zur Förderung der Gleichstellung.
Gleichstellung in Gesellschaft, Familie und Politik
-
Freiburg für alle (FfA) und das GFB bieten sich ergänzende Dienstleistungen an. Im Jahr 2025 setzten die beiden Teams ihre Zusammenarbeit fort. So arbeiteten sie an der Entwicklung eines Tools zu den Herausforderungen und Folgen einer Trennung für unverheiratete Paare. Ein U-Bahn-Streckenplan veranschaulicht ganz konkret die Etappen für Personen mit Trennungswunsch, die verstehen müssen, welche administrativen, rechtlichen und sozialen Schritte zu unternehmen sind. Nützliche Adressen von zuständigen staatlichen Stellen oder privaten Organisationen ergänzen den Streckenplan. Das neue Faktenblatt für unverheiratete Paare ergänzt jenes für Ehepaare und wird im ersten Halbjahr 2026 erscheinen.
-
Im Jahr 2025 setzte das GFB im Rahmen seines Auftrags zur Förderung einer umfassenden und kohärenten Familienpolitik im Kanton seine Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Sozialamt (KSA) fort. Ziel dieser Zusammenarbeit ist der Aufbau eines Familiennetzwerks im Kanton Freiburg und dementsprechend die Stärkung der Koordination der Familienpolitik. Das Projekt ist die Folge eines Postulats, das 2020 vom Grossen Rat angenommen wurde und den Staatsrat beauftragt, eine umfassende Analyse der Freiburger Familienpolitik durchzuführen.
Das GFB organisierte den Workshop zur Gründung des Familiennetzwerks im Juni 2025 mit und war neben 22 Fachpersonen aus 21 Organisationen und 3 staatlichen Stellen selbst Teilnehmerin. Das neue Netzwerk brachte bei dieser Gelegenheit einen klaren Koordinationsbedarf zum Ausdruck, damit das System unterstützt und der Austausch zwischen Fachpersonen erleichtert wird. Im Anschluss beteiligte sich das GFB an der Auswertung der Workshopergebnisse und an der Festlegung der nächsten Schritte. Der Verein Pro Familia Freiburg wurde aufgrund seines Auftrags und seiner Statuten als geeignete Stelle für die Dachfunktion des Familiennetzwerks ausgemacht.
Mit der Unterstützung des KSA und GFB erhält Pro Familia Freiburg nun Aufschwung bei der Umsetzung der Empfehlungen zur Stärkung der Koordination und Förderung der Netzwerkarbeit im Bereich Familienpolitik, die Ende 2023 im Bericht über die kantonale Familienpolitik formuliert wurden. Pro Familia Freiburg hat zum Ziel, eine kohärente, pluralistische und gerechte Familienpolitik zu unterstützen und zu fördern, insbesondere durch den Zusammenschluss aller Personen und Organisationen, die Familien im Kanton Freiburg unterstützen. Der Verein zielt auch darauf ab, Familien und interessierte Kreise über Familienfragen zu informieren und zu sensibilisieren. Der Vorstand mit Vertretung des GFB durch seine Leiterin wurde bei der letzten Generalversammlung im Dezember 2025 neu besetzt. Er umfasst nun auch eine Vertreterin des KSA, Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, darunter Valérie Piller Carrard, die Vereinspräsidentin, sowie Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen und Vereinen.
Das GFB trug im Berichtsjahr dazu bei, das Projekt PROMO Femina der Fachhochschule Graubünden und der Gleichstellungsbüros auf die Westschweiz auszuweiten. Das Projekt in Form einer Website soll Frauen dazu ermutigen, sich in ihren Gemeinden politisch zu engagieren.
Bekämpfung von Gewalt in Paarbeziehungen
In Zusammenarbeit mit den Einrichtungen, Dienststellen und Mitgliedervereinen der kantonalen Kommission gegen Gewalt in Paarbeziehungen koordiniert das GFB die Massnahmen des kantonalen Konzepts zur Bekämpfung von Gewalt in Paarbeziehungen und ihrer Auswirkungen auf die Familie. Es setzt auch bestimmte Massnahmen dieses Konzepts im Bereich der Sensibilisierung und Ausbildung von Fachpersonen um.
-
2019 vom GFB und von der Berner Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt entwickelt und umgesetzt, ist die zweisprachige und interaktive Ausstellung «Plus fort que la violence/Stärker als Gewalt » ideal, um mit Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren auf das Thema häusliche Gewalt einzugehen.
Im Jahr 2025 wurde die Ausstellung vom 12. Mai bis zum 13. Juni in der Gewerblichen und Industriellen Berufsfachschule (GIBS) gezeigt. In 58 Führungen von Animatorinnen und Animatoren des kantonalen Netzwerks gegen Gewalt in Paarbeziehungen auf Französisch und 17 auf Deutsch konnten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Gewalt in Paarbeziehungen, ihren Ursachen und Folgen sowie den Möglichkeiten, sich daraus zu befreien, auseinandersetzen. Das GFB hat seinerseits 3 Besuche aus Politik- und Fachkreisen sowie 2 öffentliche Besuche begleitet.
Die Ausstellung wurde durch 7 Folgen eines Podcasts zum Tabuthema häusliche Gewalt ergänzt. Die Autorin erzählt dabei vom Femizid an ihrer Cousine Stacy. Der Podcast Celles qui restent von Sarah Gay-Balmaz wurde in der Ausstellung auf Objekten integriert, die mit dem Inhalt der Folge in Verbindung stehen. Über einen QR-Code kann die betreffende Folge heruntergeladen und zur Vertiefung des Themas im Anschluss an den Besuch gehört werden.
Die 3. Folge von Celles qui restent, Riposte gewann beim Festival SonOhr 2024 den Publikumspreis sowie den Anerkennungspreis der Jury. Die Folge wurde teilweise während einer Führung durch die Ausstellung «Plus fort que la violence/Stärker als Gewalt» aufgenommen.
-
Im Jahr 2025 setzte das GFB seine Zusammenarbeit mit der Westschweizer Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten fort, um ein digitales Instrument zur Prävention von Gewalt in Paarbeziehungen bei 15- bis 25-Jährigen zu entwickeln. Das Projekt wird vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) sowie von allen Gleichstellungsbüros der Westschweiz, darunter auch das GFB, finanziell unterstützt. Es versteht sich als Ergänzung zur Ausstellung «Plus fort que la violence/Stärker als Gewalt » und wird dazu beitragen, mehr junge Menschen zu sensibilisieren.
Minderjährige bleiben von häuslicher Gewalt nicht verschont: 16 % der 2024 in der Schweiz registrierten Opfer waren unter 18 Jahre alt. Internationale Studien zeigen, dass die Gewaltraten im Jugendalter deutlich ansteigen und im frühen Erwachsenenalter ihren Höhepunkt erreichen. Jugendliche und junge Erwachsene sind auch in ihren Beziehungen davon betroffen, weshalb eine frühzeitige Sensibilisierung und Aufklärung für dieses Problem wichtig ist.
Das gesamte Material, bestehend aus dem Spiel, einer pädagogischen Dokumentation, einem Teaser, einer eigenen Website sowie einer Broschüre mit Kernbotschaften und Ressourcen für junge Menschen, wurde im April 2025 fertiggestellt. Offiziell wurde ALTernatives am 17. Juni 2025 in Lausanne lanciert.
Wie in den anderen Kantonen wird dieses Projekt auch in Freiburg von der Direktion für Bildung und kulturelle Angelegenheiten (BKAD) und der Direktion für Volkswirtschaft und Berufsbildung (VWBD), die für die Konzeption der pädagogischen Begleitung sowie für die Verbreitung zuständig sind, unterstützt. Eine weitere Stärke des Projekts ist das Einbeziehen der Jugendlichen bei der Entwicklung, wodurch die Relevanz des digitalen Tools und seine Verankerung in ihrer Realität gewährleistet sind. Das Format des Serious Games ist für junge Menschen attraktiv und gewährleistet gleichzeitig eine Lernerfahrung zu einem sensiblen Thema.
ALTernatives ermöglicht es der Zielgruppe, missbräuchliches Verhalten zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren sowie respektvolle Beziehungen zu pflegen. Die Herausforderungen und Dynamiken häuslicher Gewalt, die Problematik sexueller Gewalt und die Bedeutung der Einwilligung werden ebenso behandelt wie für diese Altersgruppe sehr präsente Phänomene wie Cybergewalt und Kontrolle.
-
Häusliche Gewalt wird von der WHO als Problem der öffentlichen Gesundheit anerkannt und das Gesundheitssystem spielt eine entscheidende Rolle bei deren Feststellung.
Im Kanton Freiburg gibt es 84 Apotheken, die über das gesamte Kantonsgebiet verteilt, ohne Termin zugänglich und nahe bei der Bevölkerung sind. Sie sind häufig die ersten, die von potenziellen Opfern häuslicher Gewalt aufgesucht werden zur Behandlung der körperlichen oder psychischen Folgen ihrer traumatischen Erlebnisse. Die Apotheken bieten daher eine gute Möglichkeit, das Interventionsnetz zu stärken.
Das GFB und die Kantonsapothekerin haben sich zusammengetan, um nach dem Vorbild anderer Westschweizer Kantone eine spezielle Fortbildung für Apothekenpersonal zum Erkennen von häuslicher Gewalt anzubieten, mit der die bereits bestehenden Massnahmen verstärkt werden sollen. Diese Fortbildung ist Teil des kantonalen Konzepts zur Bekämpfung von Gewalt in Paarbeziehungen und ihrer Auswirkungen auf die Familie und gehört zu den Massnahmen zur Stärkung der Weiterbildung von Gesundheitsfachpersonen. Sie vermittelt den Fachpersonen in den Apotheken ein Verständnis für die Problematik und die Mechanismen häuslicher Gewalt und macht sie mit den Gesetzesbestimmungen und dem Dispositiv zur Betreuung der Opfer vertraut. Sie gibt den Mitarbeitenden der Freiburger Apotheken wirksame Instrumente an die Hand, um von Partnerschaftsgewalt betroffene Personen zu erkennen und sie an die im Kanton verfügbaren Hilfsangebote zu verweisen. Die im Juni 2025 lancierte Fortbildung richtet sich an Apothekerinnen und Apotheker sowie an Fachpersonen Apotheke und ist für die ersten 150 Anmeldungen (maximal 3 Anmeldungen pro Apotheke) kostenlos. Die Fortbildung ist auf Deutsch und Französisch verfügbar und wird von der Freiburger Apothekergesellschaft unterstützt. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein von pharmaSuisse anerkanntes Zertifikat. Seit ihrer Einführung wurden 124 Anmeldungen verzeichnet, davon 109 aus dem französischsprachigen und 15 aus dem deutschsprachigen Kantonsteil. 87 % des deutschsprachigen und 85 % des französischsprachigen Apothekenpersonals, das sich angemeldet hat, schloss das erste Modul zum Erkennen von häuslicher Gewalt ab.
-
Im Jahr 2025 entwickelten die Westschweizer Gleichstellungsbüros ein neues Modul. Diesmal liegt der Fokus auf dem Thema Gewalt in Paarbeziehungen bei Seniorinnen und Senioren. Gewalt bei Seniorinnen und Senioren besteht häufig bereits seit Beginn der Partnerschaft und kann über Jahrzehnte andauern. Die Pensionierung ist eine risikoreiche Zeit, die eine bestehende oder latente Gewaltdynamik verschärfen kann. Soziale Isolation, Unkenntnis über Hilfsangebote, Scham oder Angst vor den Folgen können den Zugang zu Hilfsangeboten erschweren. Ältere Opfer wenden sich nur zögerlich an Opferhilfeeinrichtungen oder die Polizei; Anlaufstellen im unmittelbaren Lebensumfeld sind deshalb von zentraler Bedeutung.
Dieses zweite Modul zur Erkennung häuslicher Gewalt für Apotheken, das ebenfalls zu einem Zertifikat führt, wurde am 25. November 2025 anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen lanciert. Nach der französischsprachigen Version für die Westschweizer Kantone folgt im Februar 2026 eine deutsche Version für die zweisprachigen Kantone Freiburg, Wallis und Bern sowie für Basel-Stadt, Solothurn und Schaffhausen. Die Anmeldefrist für Freiburg startet im Februar 2026.
Kennzahlen
Apothekerinnen und Apotheker sowie Fachpersonen Apotheke – schlossen das Basismodul zur Erkennung häuslicher Gewalt ab.
an den Assises romandes de l’égalité 2025 zur Förderung der Gleichstellung in der Arbeitswelt.
für Personen, die an ihrem Arbeitsplatz aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert wurden, oder für die zuständigen Stellen. Dies entspricht einer Zunahme um 40 % im Vergleich zum Vorjahr.