Der Kanton Freiburg möchte für seine Bürgerinnen und Bürger ein qualitativ gutes Palliative Care-Angebot fördern, das den verschiedenen Bedürfnissen der betroffenen Personen entspricht und zur Sensibilisierung der Bevölkerung für den palliativen Ansatz beiträgt.

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Die Strategie Palliative Care wurde am 12. April 2016 vom Staatsrat angenommen. Sie wurde ausgearbeitet, um der folgenden Vision zu entsprechen:

Im Kanton Freiburg hat jede Person mit einer lebensbedrohlichen, unheilbaren oder chronisch fortschreitenden Krankheit Anspruch auf Palliativpflege, die ihren Bedürfnissen entspricht. Für die Gesellschaft sind eine schwere Erkrankung und der Tod Lebensabschnitte, in denen die Würde der Betroffenen gewahrt werden muss.

Auch der Wunsch der betroffenen Personen, möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben, wurde bei der Definition der Strategie berücksichtigt. Die Strategie wird von einem Massnahmenplan begleitet, der das Leistungsangebot für Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons vervollständigen soll. Dieser Massnahmenplan 2016-20 wurde bis 2023 verlängert. Die bestehenden Leistungen wurden in eine Gesamtstrategie integriert, um eine bessere Zusammenarbeit und Koordination zwischen den verschiedenen Partnerinnen und Partnern (Institutionen, Vereinen, Private und Freiwillige) zu ermöglichen.

Die Massnahmen wurden aufgrund von drei Gruppen strategischer Ziele definiert: Ausbildung und Koordination, Leistungsangebot sowie Sensibilisierung und Information. Zum Beispiel ist das Ziel bei der Ausbildung, einen bestimmten Wissenstand zu erreichen der den jeweiligen Bedürfnissen der verschiedenen pflegerischen, sozialen oder freiwilligen Partnern im Netzwerk entspricht.

An der palliativen Versorgung sind viele Akteurinnen und Akteure mit bestimmten Rollen und zahlreichen, unverzichtbaren Leistungen beteiligt: Spitäler, das mobile Voltigo-Team, Pflegeheime, Spitex, Ärztinnen und Ärzte, betroffene Familienangehörige, Vereine, Freiwillige u.v.a.m.

Hinsichtlich der Versorgung, nimmt der Kanton Freiburg seit 2010 die Leistungen des mobilen Palliative Care Teams Voltigo in Anspruch. Dieses Team arbeitet mit palliativmedizinisch ausgebildetem Personal bei den Gesundheitsfachpersonen oder in Ausnahmefällen auch direkt bei kranken Menschen. Die Strategie Palliative Care erweitert auch das Versorgungsangebot und sieht auch eine Verstärkung der Dotationen bei den Spitexdiensten vor. Diese Massnahmen ergänzen das Dispositiv zur Betreuung hilfsbedürftiger Menschen, insbesondere das Konzept Senior+ oder die neue Politik für Menschen mit Behinderungen.

Die neuen Massnahmen sind besonders an die helfenden Angehörigen gerichtet, die es den Kranken ermöglichen, so lange wie möglich zu Hause zu bleiben. Dass diese Personen ein professionelles Betreuungsangebot in Anspruch nehmen können, um Unterstützung und Entlastung zu erhalten, ist ein wesentlicher Bestandteil.

Ziel der Strategie Palliative Care ist es, Menschen am Lebendsende oder mit fortschreitenden chronischen Erkrankungen, unabhängig von der gewählten Art der Begleitung, im gesamten Kanton eine würdevolle, unterstützende und qualitativ hochwertige Versorgung zu bieten. Die verschiedenen in diesem Rahmen definierten Massnahmen sollen realistisch auf die von den verschiedenen Partnerinnen und Partnern geäusserten Bedürfnisse abgestimmt sein.