Das IFI-Zentrum Freiburg hat sich in den ersten zwei Jahren als wertvolle Einrichtung für die Frühförderung von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) etabliert. Die Kombination aus wissenschaftlich fundierter Methodik, engagiertem Personal und strukturierten Abläufen ermöglicht eine qualitativ hochwertige Frühintervention. Die positiven Rückmeldungen von Eltern und Fachpersonen bestätigen die Relevanz und Wirksamkeit des Angebots.
Deutliche Fortschritte für die betreuten Kinder
Gestartet ist das IFI-Zentrum mit fünf Kindern (zwei französisch-, zwei deutsch- und einem fremdsprachigen Kind). Im zweiten Jahr begannen sechs weitere Kinder (drei französisch-, drei deutschsprachige) mit dem Programm, so dass insgesamt elf Kinder vom IFI-Angebot profitieren konnten. Die Kinder sind jeweils an drei Wochentagen während rund fünf Stunden im Zentrum anwesend. Die Kinder zeigen deutliche Fortschritte in ihrer Entwicklung, was durch klinische Beobachtungen, Tests und Rückmeldungen der Eltern bestätigt wird. So wurde zum Start im ersten Jahr der Entwicklungsstand jedes Kindes erfasst und basierend darauf der Therapieplan nach dem «Early Start Denver Model» (ESDM) erstellt. Infolge der stetigen Fortschritte der Kinder wurde dieser regelmässig angepasst und erweitert.
Übergang nach Einschulung zufriedenstellend
Die Eltern wurden von den IFI-Fachpersonen eng im Einschulungsprozess ihrer Kinder begleitet. Mit den Kindern wurden Tests in den Bereichen Sprache, Kognition und Motorik durchgeführt. Für alle Kinder wurde nach den Netzwerkgesprächen entschieden, verstärkte Massnahmen zu beantragen. Drei Kinder wurden separativ eingeschult und zwei Kinder besuchen mit verstärkten Massnahmen die Regelschule. Nach dem Schuleintritt wurde eine Zufriedenheitsumfrage bei den Eltern, den Schulen und dem IFI-Team für diese ersten fünf Kinder durchgeführt, um die Übergangsphase vom IFI-Zentrum in die Schule zu evaluieren. Insgesamt wurde der Übergang als zufriedenstellend bewertet.
Interventionsstrategien auf der Grundlage anerkannter Konzepte
Das IFI-Zentrum bietet Interventionen an, die auf einem anerkannten, evidenzbasierten Modell basieren, dem ESDM, das speziell für die Intervention bei Kleinkindern mit Autismus entwickelt wurde. Darüber hinaus beinhaltet die Förderung auch kreative Aktivitäten, Ausflüge in die Natur und Bewegungsangebote, um den Kindern vielfältige Sinneserfahrungen zu ermöglichen. Die Fortschritte der Kinder werden von den IFI-Fachpersonen in enger Zusammenarbeit mit der Familie und dem Betreuungsumfeld fortlaufend beurteilt.
An wen richtet sich dieses Angebot?
Das Angebot richtet sich an Kinder mit einer diagnostizierten Autismus-Spektrum-Störung, die das zweite Lebensjahr vollendet haben, damit das zweijährige IFI-Programm vor dem Schuleintritt erfolgen kann. Die Anmeldung der Kinder liegt in der Verantwortung der Eltern. Sie müssen sich verpflichten, bei der Förderung und Evaluation des Angebots mitzuwirken. Die Aufnahmekommission, die aus einer Ärztin des FNPG, einer Pädagogin des Amts für Sonderpädagogik (SoA) und der Leiterin des IFI-Zentrums besteht, evaluiert die Dossiers der angemeldeten Kinder und entscheidet über die Aufnahme ins IFI-Zentrum. Die Zusammenarbeit zwischen SoA, FNPG und IFI-Zentrum wird von allen Beteiligten als sehr effizient beschrieben. Die bisherigen Fristen – 30. April für die Anmeldung und 31. Mai für die Entscheidung – haben sich bewährt und werden beibehalten.
Organisation des IFI-Zentrums
Das auf Initiative der Direktion für Bildung und kulturelle Angelegenheiten (BKAD) eingerichtete IFI-Zentrum ist zweisprachig. Es ist der Direktion des Früherziehungsdienstes (FED) unterstellt und gehört zur Stiftung Les Buissonnets. In diesem Rahmen wird es in Übereinstimmung mit den budgetären Vorgaben durch das Amt für Sonderpädagogik (SoA) finanziert, das als Aufsichtsbehörde fungiert. Die Pauschalbeiträge des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) werden unter Vorbehalt der erforderlichen Anerkennungen an das IFI-Zentrum überwiesen. Die medizinischen Leistungen werden unter der Aufsicht einer Fachärztin oder eines Facharztes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Neuropädiatrie oder Pädiatrie mit Spezialisierung auf Entwicklungsfragen erbracht. Das Team arbeitet transdisziplinär. Es besteht aus medizinischen Fachpersonen (Psychotherapie, Ergotherapie), pädagogisch-therapeutischen Fachpersonen (Logopädie, Psychomotorik) und weiteren Fachpersonen (Heilpädagogische Früherziehung (HFE), Psychologie, Sonderpädagogik). Vier Fachpersonen absolvierten den «CAS en intervention précoce», der in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg im Zusammenhang mit der Eröffnung des IFI-Zentrums organisiert wurde.
Die nächsten Herausforderungen
Die Suche nach qualifiziertem und zweisprachigem Personal, insbesondere im medizinischen Bereich, gestaltet sich schwierig. Die Organisation der Einsätze ist auch komplex.Für die Eltern bedeuten die Fahrten mit ihrem Kind dreimal die Woche ins Zentrum einen beachtlichen Aufwand und sind teilweise für die Familie schwierig zu organisieren.Aufgaben- und Verantwortungsbereiche zwischen Schule und IFI-Zentrum müssen klarer definiert werden (Organisation, Zeitfenster, Deadlines). Bestehende Angebote wie Besuche der zukünftigen Lehrpersonen im IFI-Zentrum oder die Begleitung des Kindes in den ersten Schultagen sollen stärker genutzt werden – beides wurde kaum beansprucht.
Ein Projekt des Regierungsprogramms
Der Aufbau des Angebots zur intensiven Frühintervention für Kleinkinder mit Autismus durch die BKAD ist Teil des Regierungsprogramms für die Legislaturperiode 2022–2026. Dieses Ziel hat mit der Eröffnung des IFI-Zentrums und die Betreuung von bisher neunzehn Kindern konkrete Gestalt angenommen