Entwicklung der Anzahl der Gemeinden
Die Anzahl der Freiburger Gemeinden ist von 285 im Jahr 1866 auf 119 im Jahr 2026 gesunken. Der Kanton zählt heute somit 166 Gemeinde weniger. Diese Entwicklung hat sich in den letzten Jahrzehnten beschleunigt: Seit 2015 gab es im Rahmen der kantonalen Politik zur Förderung von Gemeindezusammenschlüssen 41 Fusionen.
Diese Entwicklung betrifft den ganzen Kanton. Dabei handelt es sich um Fusionsprojekte, die manchmal kleiner, manchmal aber auch strukturgebend sind, mehrere Gemeinden betreffen und die Gebietsorganisation nachhaltig verändern.
Einige Gemeinden haben seit 1866 jedoch nie fusioniert ‒ etwa Chénens, Châtillon (FR), Jaun, Greng oder Pierrafortscha ‒, während andere mehrere aufeinanderfolgende Zusammenschlüsse erlebt haben, darunter Murten, Ursy und Gurmels.
Zu den Paradebeispielen unter den Fusionsprojekten zählen unter anderem:
- Der Gemeindezusammenschluss von Estavayer (2017), bei dem die Gemeinden Bussy, Estavayer-le-Lac, Morens, Murist, Rueyres-les-Prés, Vernay und Vuissens zu einer Gemeinde mit mehr als 10'000 Einwohnerinnen und Einwohnern fusionierten. Dieser Gemeindezusammenschluss ist Teil einer Entwicklung, die durch aufeinanderfolgende Zusammenschlüsse gekennzeichnet ist. Einige der betroffenen Gemeinden sind dabei selbst aus früheren Gemeindezusammenschlüssen hervorgegangen: So fusionierte beispielsweise Murist zwischen 1981 und 1992 bereits mit Montborget, La Vounaise und Franex.
am 1. Januar 2026
seit 1866
- Der Gemeindezusammenschluss, der 2016 zur Gemeinde Gibloux führte: Dabei schlossen sich die Gemeinden Corpataux-Magnedens, Farvagny, Le Glèbe, Rossens und Vuisternens-en-Ogoz zusammen und bildeten so eine neue Gemeinde mit mehr als 8'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Einige der fusionierten Gemeinden waren selbst aus früheren Zusammenschlüssen hervorgegangen, insbesondere Le Glèbe, das 2003 aus dem Zusammenschluss von Estavayer-le-Gibloux, Rueyres-Saint-Laurent, Villarlod und Villarsel-le-Gibloux entstanden war, oder Farvagny, das 1996 aus dem Zusammenschluss von Farvagny-le-Grand, Farvagny-le-Petit, Grenilles und Posat hervorgegangen war.
- Die Gemeindezusammenschlüsse von Murten: Diese erfolgten in mehreren Etappen. Den Anfang machten die Eingemeindungen von Burg im Jahr 1975 und Altavilla (1990), es folgten die Fusionen mit Büchslen (2013) sowie mit Courlevon, Jeuss, Lurtigen und Salvenach (2016). Schliesslich schlossen sich Clavaleyres (BE), Galmiz und Gempenach an. So entstand eine Gemeinde mit mehr als 9'000 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Diese Gemeindezusammenschlüsse haben im Laufe der Zeit dazu beigetragen, die administrative Leistungsfähigkeit der Gemeinden zu stärken, die Gemeindeverwaltung zu professionalisieren und die aktuellen Herausforderungen sowie die erwarteten Leistungen besser zu bewältigen. Dazu zählen Infrastruktur, Dienstleistungen für die Bevölkerung, Raumplanung oder auch lokale Governance.
Interaktive Karte, die die Entwicklung der Freiburger Gemeinden seit 1850 nachzeichnet
Grösse der Gemeinden
Am 31. Dezember 2025 gab es im Kanton Freiburg 121 Gemeinden mit einer Gesamtbevölkerung von 350'918 Einwohnerinnen und Einwohnern, was einem Durchschnitt von 2'900 Einwohnerinnen und Einwohnern pro Gemeinde entspricht. Die Mediangrösse beträgt 1'591 Einwohnerinnen und Einwohner, wobei die eine Hälfte der Freiburger Gemeinden eine höhere und die andere Hälfte eine niedrigere Einwohnerzahl aufweist. Die Tatsache, dass die Durchschnittsgrösse über dem Medianwert liegt, deutet auf einen hohen Anteil kleiner Gemeinden hin. Am häufigsten haben Freiburger Gemeinden zwischen 1'000 und 1'500 Einwohnerinnen und Einwohner. Fast die Hälfte der Freiburger Bevölkerung (49,6 %) lebt in einer der 15 bevölkerungsreichsten Gemeinden des Kantons, also in einer Gemeinde mit mehr als 5'000 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Mediangrösse der Freiburger Gemeinden
Verteilung der Freiburger Gemeinden und Bevölkerung nach Gemeindegrösse (31.12.2025)
| Gemeinden nach Grössenklasse |
Anz. Gemeinden |
Anteil der Gemeinden (in %) |
Bevölkerung |
Anteil der Bevölkerung (in %) |
|---|---|---|---|---|
| 0-500 |
13 |
10,7 % |
3'802 |
1,1 % |
| 501-1'000 |
18 |
14,9 % |
13'072 |
3,7 % |
| 1'001-1'500 |
28 |
23,1 % |
34'751 |
9,9 % |
| 1'501-2'000 |
10 |
8,3 % |
16'899 |
4,8 % |
| 2'001-3'000 |
24 |
19,8 % |
59'228 |
16,9 % |
| 3'001-5'000 |
13 |
10,8 % |
48'927 |
14,0 % |
| 5'001-10'000 |
11 |
9,1 % |
83'908 |
23,9 % |
| >10'000 |
4 |
3,3 % |
90'331 |
25,7 % |
| Total |
121 |
100,0 |
350'918 |
100,0 |
Im Jahr 2025 zählte der Kanton 13 Gemeinden mit weniger als 500 Einwohnerinnen und Einwohnern, was 10,7 % aller Freiburger Gemeinden entspricht. In diesen Gemeinden leben insgesamt 3802 Personen, das heisst 1,1 % der gesamten Kantonsbevölkerung. Demgegenüber zählen 4 Gemeinden mehr als 10'000 Einwohnerinnen und Einwohner und umfassen 25,7 % der gesamten Freiburger Bevölkerung.
Von den 121 im Jahr 2025 verzeichneten Freiburger Gemeinden sind 58 aus einer Gemeindefusion oder der Eingemeindung einer oder mehrerer anderer Gemeinden hervorgegangen. Sie konzentrieren allein 60,4 % der Kantonsbevölkerung auf sich, was die bedeutende Rolle der Gemeindezusammenschlüsse für die jüngste Entwicklung der institutionellen Landschaft Freiburgs verdeutlicht.
Gesetz über die Gemeinden (GG)
Das Gesetz über die Gemeinden (GG) regelt in seiner Fassung vom 1. Januar 2024 in den Artikeln 133 ff. die Gemeindezusammenschlüsse, indem es die Grundsätze, die einzelnen Schritte und die demokratischen Anforderungen dieses Verfahrens festlegt.
Ergänzt wird es durch das Gesetz über die Förderung der Gemeindezusammenschlüsse (GZG) , welches finanzielle und organisatorische Unterstützungsmassnahme vorsieht, um die Gemeinden bei ihren Fusionsvorhaben zu begleiten. Zusammen bilden diese beiden Gesetze den vom Grossen Rat beschlossenen gesetzlichen Rahmen, der darauf abzielt, die Freiburger Gemeindestrukturen nachhaltig zu stärken.