Infrastrukturen
Bereiche wie die Gemeindestrassen (111 Gemeinden), der Unterhalt von Grünflächen (105 Gemeinden) oder auch Baubewilligungen (95 Gemeinden) werden grösstenteils intern bewältigt. Das Gleiche gilt für die Raumentwicklung (85 Gemeinden) und die Verwaltung des Immobilienbestands (98 Gemeinden), die hauptsächlich der direkten Zuständigkeit der Gemeinden unterstehen. Bei bestimmten Leistungen kommen jedoch eher Formen der Zusammenarbeit oder der Delegation zum Tragen. Die schulischen Infrastrukturen sind mehrheitlich im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit organisiert (in 60 Gemeinden), ebenso wie – wenn auch in geringerem Masse – die Trinkwasserversorgung (in 47 Gemeinden). Darüber hinaus werden Bereiche wie die Abfallsammlung (in 33 Gemeinden) und die Abfallverwertung (in 52 Gemeinden) oder die öffentliche Ordnung (in 25 Gemeinden) häufiger an Dritte übertragen.
Gemeinden, die ihre schulischen Infrastrukturen in interkommunaler Zusammenarbeit organisieren
Organisation der Dienstleistungen der Gemeinden nach Organisationsart
Die Analyse nach Gemeindegrösse bestätigt diesen Trend: Der Unterhalt der Gemeindestrassen, der Unterhalt von Grünflächen und die Verwaltung des Immobilienbestands sind Leistungen, die unabhängig von ihrer Grösse überwiegend allein von den Gemeinden erbracht werden.
- Bei kleinen Gemeinden sind es 95,7 %, 88,45 % und 85,5 %,
- bei mittelgrossen Gemeinden 95,1 %, 97,5 % und 85,4 %.
- Alle grossen Gemeinden erbringen diese Leistungen ebenfalls selbst.
Die interkommunale Zusammenarbeit ist besonders ausgeprägt bei den schulischen Infrastrukturen (72,5 % der kleinen Gemeinden) und der Trinkwasserversorgung (44,9 % der kleinen Gemeinden und 34,2 % der mittelgrossen Gemeinden).
Die Aufgabenübertragung an Dritte (private oder öffentliche Stellen) betrifft schliesslich häufiger bestimmte spezifische Leistungen: Die Abfallsammlung wird in kleinen Gemeinden zu 24,6 % und in mittelgrossen Gemeinden zu 36,6 % übertragen; die Abfallverwertung in kleinen Gemeinden zu 44,9 %, in mittelgrossen zu 46,3 % und in grossen zu 50,0 %; und die öffentliche Ordnung wird in mittelgrossen Gemeinden zu 31,7 % übertragen.
Diese Ergebnisse spiegeln eine unterschiedliche Vorgehensweise wider: die hoheitlichen und administrativen Aufgaben werden nach wie vor weitgehend intern wahrgenommen, währen eher technische Dienstleistungen oder solche, die eine umfangreiche Infrastruktur erfordern, in der Regel in Zusammenarbeit erbracht oder ausgelagert werden.
Kleine Gemeinden, die die Trinkwasserversorgung in interkommunaler Zusammenarbeit organisieren
Mittelgrosse Gemeinden, die die Trinkwasserversorgung in interkommunaler Zusammenarbeit organisieren
Sammlung von Abfällen nach Organisationsform und Gemeindegrösse
Familie
Die Ergebnisse verdeutlichen die zentrale Rolle der Gemeinden bei der Erbringung der Grundleistungen, insbesondere im Bereich der Unterstützung der Familien sowie der Dienstleistungen für die Bevölkerung:
Die ausserschulische Betreuung und der Schultransport gehören zu den am häufigsten angebotenen Leistungen: 106 Gemeinden bieten eine ausserschulische Betreuung an und 108 gewährleisten eine Form von Schultransport oder Pedibus, oft in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden. Die Einrichtungen zur Betreuung von Kindern im Vorschulalter (Kindertagesstätten) sind ebenfalls gut vertreten: 76 Gemeinden bieten diese Leistung an, überwiegend im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit.
Demgegenüber sind bestimmte Leistungen nach wie vor wenig verbreitet. Dies gilt insbesondere für Jugendlager (53 Gemeinden bieten keine an) oder für Leistungen für Kleinkinder im weiteren Sinne (48 Gemeinden haben kein spezifisches Angebot). Auch bei der Hausaufgabenbetreuung und den Freizeitangeboten für Jugendliche gibt es je nach Gemeinde grössere Unterschiede hinsichtlich der Abdeckung.
Gemeinden, die eine ausserschulische Betreuung anbieten
Leistungen zugunsten von Familien, nach Gemeindeorganisation
Die Analyse nach Gemeindegrösse zeigt unterschiedliche Vorgehensweisen auf.
Die vier grossen Gemeinden unterscheiden sich dadurch, dass sie ein breites Spektrum an Leistungen direkt übernehmen: Sie bieten eigenständig ausserschulische Betreuung, Freizeitangebote für Jugendliche oder Jugendräume, Finanzhilfen, Jugendlager, Hausaufgabenbetreuung sowie Schultransporte oder Pedibus an.
Im Gegensatz dazu greifen kleine Gemeinden stärker auf die interkommunale Zusammenarbeit zurück, insbesondere bei den Kindertagesstätten (53,6 %), der ausserschulischen Betreuung (65,2 %) und den Schultransporten (65,2 %), wobei mehr als die Hälfte von ihnen angibt, dass die Organisation mit anderen Gemeinden erfolgt. Darüber hinaus bieten mehr kleine Gemeinden bestimmte Leistungen nicht an, dies betrifft insbesondere Jugendlager (52,2 % der kleinen Gemeinden). Hingegen gibt fast die Hälfte der kleinen Gemeinden an, eigenständig Finanzhilfen anzubieten.
Mittelgrosse Gemeinden nehmen eine Zwischenposition ein: Sie erbringen bestimmte Kernleistungen wie den Schultransport (75,6 % mittelgrosse Gemeinden), die ausserschulische Betreuung (75,6 %) und die Spielgruppe (65,9 %) grösstenteils selbst, während sie bei Leistungen wie Musikschule oder Konservatorium häufiger auf interkommunale Zusammenarbeit zurückgreifen (34,1 % der mittelgrossen Gemeinden). Auch Jugendlager sind in dieser Kategorie weniger verbreitet (41,5 % der mittelgrossen Gemeinden geben an, kein Angebot zu haben).
Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, dass die Leistungen für Familien weitgehend auf Formen der Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden beruhen, wodurch das Angebot trotz teilweise begrenzter Ressourcen erweitert werden kann. Leistungen, die mit grossem organisatorischem Aufwand, Infrastrukturen und hohen Kosten verbunden sind, werden tatsächlich selten von einer einzelnen Gemeinde getragen.
Kleine Gemeinden, die in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden eine ausserschulische Betreuung und Schultransporte und/oder Pedibus anbieten
Mittelgrosse Gemeinden, die den Schultransport und die ausserschulische Betreuung allein anbieten
Angebote im Bereich der Vorschule nach Organisationsform und Gemeindegrösse
Freizeitbeschäftigungen
Das Freizeitangebot scheint ein wichtiger Faktor für die Attraktivität der Gemeinden zu sein:
Die Ergebnisse zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Gemeinden über Basisinfrastruktruren verfügt, insbesondere über Kinderspielplätze (107 Gemeinden), Vereinsräume (96 Gemeinden) sowie Sportplätze (91 Gemeinden). Auch Sporthallen oder Mehrzweckhallen sind weit verbreitet (81 Gemeinden).
Hingegen sind bestimmte Infrastrukturen, die spezifischer sind oder grössere Investitionen erfordern, weniger verbreitet. Dies gilt insbesondere für Bibliotheken, die nur in 46 Gemeinden vorhanden sind, aber für 58 Gemeinden in einem näheren Umkreis zugänglich sind.
Gemeinden mit einer Sporthalle/ Mehrzweckhalle
Verfügbarkeit von Freizeitinfrastrukturen
Die Analyse nach Gemeindegrösse macht jedoch gewisse Unterschiede deutlich. Was die Basisinfrastrukturen wie Sportplätze, Sporthallen oder Mehrzweckhallen sowie Kinderspielplätze betrifft, gibt ein Teil der kleinen Gemeinden an, nicht direkt über solche Einrichtungen zu verfügen (respektive 7,2 %, 4,3 % und 1,4 % der kleinen Gemeinden). Gewisse Gemeinden geben jedoch an, dass diese im näheren Umkreis zugänglich sind (respektive 26,1 %, 43,5 % und 8,7 % der kleinen Gemeinden). Im Gegensatz geht aus den Angaben der mittelgrossen und vor allem grossen Gemeinden hervor, dass solche Einrichtungen auf ihrem eigenen Gebiet vorhanden sind.
Bei den ganz spezifischen Einrichtungen sind die Unterschiede je nach Grösse der Gemeinden noch ausgeprägter. Schwimmbäder, Museen und Eisbahnen, deren Bau- und Betriebskosten hoch sind, sind selbst in mittelgrossen Gemeinden nicht systematisch vorhanden (respektive 22,0 %, 19,5 % und 19,5 % der mittelgrossen Gemeinden) oder in grossen Gemeinden (in drei von vier grossen Gemeinden** für alle genannten Infrastrukturen).** Ihre Erreichbarkeit ist jedoch in der Regel gewährleistet, da es solche Einrichtungen in Zentrumsgemeinden wie Bezirkshauptorten oder städtischen Zentren in den Nachbarkantonen gibt. Im Allgemeinen sind ganz spezifische Infrastrukturen in den Zentrumsgemeinden konzentriert vorhanden, wo sie für die ganze Region zugänglich sind.
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Gemeinden zwar in der Regel ein Grundangebot an Freizeitinfrastrukturen bereitstellen, der Zugang zu spezialisierteren Einrichtungen jedoch häufig auf einer funktionalen Ergänzung zwischen den Gemeinden einer Region beruht.
Kleine Gemeinden ohne Bibliothek, aber mit einem Angebot in der Nähe
Kleine Gemeinden ohne Vitaparcours oder Finnbahn, aber mit einem Angebot in der Nähe
Verfügbarkeit von Sport- und Mehrzweckhallen nach Gemeindegrösse
Leistungen für bestimmte Zielgruppen
Die Dienstleistungen für bestimmte Zielgruppen sind je nach Bereich unterschiedlich weit entwickelt:
Informationsmassnahmen und Veranstaltungen scheinen die am häufigsten angebotenen Leistungen zu sein: 77 Gemeinden organisieren sie eigenständig, 27 in Zusammenarbeit. Auch die Unterstützungsdienste, wie beispielsweise Transporte oder Mahlzeitendienste, sind relativ gut ausgebaut und beruhen sowohl auf Initiativen der Gemeinden (in 44 Gemeinden) als auch auf interkommunaler Zusammenarbeit (in 45 Gemeinden).
Hingegen sind gewisse zielgruppenspezifische Leistungen oder solche, die spezielle Infrastrukturen erfordern, weniger verbreitet. Dies gilt insbesondere für betreutes Wohnen, das in den meisten Gemeinden (72) nicht vorhanden ist, oder auch für vergünstigte Tarife für den öffentlichen Verkehr, die kaum verbreitet sind (84 Gemeinden haben kein entsprechendes Angebot). Die Massnahmen zur Prävention von Risikosituationen im öffentlichen Raum nehmen hingegen eine Zwischenstellung ein: von einem Teil der Gemeinden werden sie selbst wahrgenommen (in 26 Gemeinden), von einem anderen in interkommunaler Zusammenarbeit (in 23 Gemeinden).
Gemeinden, die über kein betreutes Wohnen verfügen
Leistungen für bestimmte Zielgruppen, nach Gemeindeorganisation
Die Analyse nach Gemeindegrösse zeigt, dass Informationsmassnahmen und Veranstaltungen Leistungen sind, die von den Gemeinden unabhängig von ihrer Grösse weitgehend eigenständig erbracht werden – kleine Gemeinden (60,9 %), mittelgrosse Gemeinden (75,6 %) und grosse Gemeinden (100 %). Dagegen ist bei kleinen und mittleren Gemeinden der Anteil an nicht angebotenen Leistungen grösser, insbesondere in den Bereichen betreutes Wohnen – kleine Gemeinden (69,6 %) und mittelgrosse Gemeinden (56,1 %), Prävention von Risikosituationen im öffentlichen Raum – kleine Gemeinden (49,3 %) und mittelgrosse Gemeinden (31,7 %) und vergünstigte Tarife für den öffentlichen Verkehr – kleine Gemeinden (78,3 %) und mittelgrosse Gemeinden (70,7 %).
Ausserdem zeigt sich, dass kleine und mittelgrosse Gemeinden im Bereich der Unterstützungsdienste (Transport, Mahlzeitendienste usw.) häufiger auf die interkommunale Zusammenarbeit zurückgreifen – kleine Gemeinden (37,7 %) und mittelgrosse Gemeinden (43,9 %). Auch wenn dies nicht systematisch der Fall ist, spiegelt dieser vorherrschende Trend die Notwendigkeit wider, Ressourcen zu bündeln, um diese Art von Dienstleistungen zu gewährleisten.
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Gemeinden insgesamt aktiv sind, was zielgruppenspezifische Dienstleistungen angeht, dass das Angebot jedoch stark von der Komplexität und den erforderlichen Mitteln abhängt. Die anspruchsvollsten Leistungen sind daher tendenziell weniger verbreitet oder machen eine Ressourcenbündelung erforderlich.
Kleine Gemeinden, die für Unterstützungsdienstleistungen (Transport, Mahlzeitendienst usw.) mit anderen Gemeinden zusammenarbeiten
Mittelgrosse Gemeinden, die für Unterstützungsdienstleistungen (Transport, Mahlzeitendienst usw.) mit anderen Gemeinden zusammenarbeiten
Unterstützungsdienstleistungen für spezifische Zielgruppen nach Organisationsform und Gemeindegrösse
Kapazitätsunterschiede, die sich auf die Qualität der Dienstleistungen auswirken
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die Gemeinden ein relatives breites Spektrum an Dienstleistungen anbieten, das jedoch abhängig von ihrer Grösse und ihren Ressourcen sehr unterschiedlich ausfällt. Bestimmte Dienstleistungen, insbesondere solche, die bedeutende Infrastrukturen oder Fachkenntnisse erfordern, können die Kapazitäten kleinerer Gemeinden übersteigen. Dies kann dazu führen, dass sich der Umfang des Dienstleistungsangebots für die Bevölkerung unterscheidet. Die Fähigkeit, qualitativ hochwertige Dienstleistungen langfristig aufrechtzuerhalten und weiter auszubauen, hängt von einem Gleichgewicht zwischen den verfügbaren Ressourcen, den örtlichen Prioritäten und – in bestimmten Fällen – den Formen der Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden ab.
Diese Feststellungen sind Ausdruck einer wohlbekannten Realität: Nicht alle Gemeinden verfügen über dieselben Mittel und denselben Handlungsspielraum, und es wäre illusorisch – ja sogar kontraproduktiv –, ein gänzlich einheitliches Angebot anzustreben. Es geht nicht darum, überall das gleiche Angebot bereitzustellen, sondern einen gleichberechtigten Zugang zu den grundlegenden Dienstleistungen sicherzustellen. Dies soll durch eine kohärente Organisation auf territorialer Ebene sowie einen Ansatz erfolgen, der sich an den Lebens- und Nutzungsräumen der Bevölkerung orientiert und eine Planung der Leistungen dort ermöglicht, wo sie tatsächlich genutzt werden.