Empfehlungen zur Senkung des Phosphorgehalts im Murtensee

11. November 2020 -10h00

Auch wenn der Phosphorgehalt im Murtensee in den letzten Jahren deutlich reduziert werden konnte, ist er immer noch zu hoch, um ganzjährig eine ausreichend hohe Sauerstoffkonzentration zu gewährleisten. Ein vom Amt für Umwelt beauftragtes Ingenieurbüro kam zum Schluss, dass zur Sicherung der Wasserqualität des Sees die Phosphoreinträge um 7 Tonnen pro Jahr reduziert werden müssen. Das Ingenieurbüro erarbeitete in diesem Zusammenhang eine Reihe von Empfehlungen, darunter die Installation zusätzlicher Filtrationssystemen in den künftigen regionalen Kläranlagen sowie mögliche Massnahmen für die Landwirtschaftszone. Der Bericht und die Empfehlungen werden den betroffenen Kreisen präsentiert und mit ihnen diskutiert werden.

Murtensee
Murtensee © 2012 Amt für Umwelt - Staat Freiburg

Seit den frühen 1980er-Jahren weist der Murtensee einen sehr hohen Phosphorgehalt auf. Die bisher getroffenen Massnahmen haben zwar den Phosphorgehalt um den Faktor zehn reduziert, doch reichten sie nicht aus, um den Murtensee in einen mesotrophen Zustand zurückzuführen, d. h. um eine Umgebung mit mittlerer Nährstoffverfügbarkeit zu schaffen. Eine zu hohe Phosphorkonzentration trägt zu übermässigem Algenwachstum bei, was wiederum zu einem Sauerstoffabfall im Wasser und zur Erstickung aquatischer Ökosysteme führt. Dieser Vorgang ist als Eutrophierung bekannt.

Das Amt für Umwelt hat ein Ingenieurbüro mit einer Studie beauftragt, um die verschiedenen Phosphoreintragspfade besser zu verstehen und zu quantifizieren und die Auswirkungen möglicher neuer Massnahmen zu bewerten. Die nun vorliegende Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Kanton Waadt durchgeführt wurde, hatte das gesamte Einzugsgebiet des Murtensees, das sich über die Kantone Freiburg und Waadt erstreckt, zum Gegenstand. Eine Modellierung zeigt, dass der Fluss von biologisch verfügbarem Phosphor zum Murtensee derzeit 18 Tonnen pro Jahr (t/a) aus diffusen Einträgen (60%), Kläranlagen (28%), Abwassersystemen (7%) und atmosphärischen Ablagerungen (5%) beträgt. Um die Wasserqualität des Murtensees zu sichern, sind drastische Reduktionen von mindestens 7 t/a erforderlich.

31 Abwasserreinigungsanlagen (ARA)

Derzeit wird das gereinigte Abwasser von rund 110'000 Einwohnerinnen und Einwohnern, die an 31 ARA in Freiburg und Waadt angeschlossen sind, in den Murtensee eingeleitet. Diese ARA führen dem See insgesamt 5 t/a Phosphor zu.

Um die Behandlung der Abwässer insgesamt deutlich zu verbessern, wollen die Kantone Waadt und Freiburg einen Grossteil der bestehenden Kläranlagen in 5 regionale Anlagen (Ecublens, Lucens, Payerne, Untere Broye-Vully und Murten) zusammenfassen. Laut Planungskonzept werden nur noch rund zehn kleine Kläranlagen in Betrieb bleiben.

Die neuen regionalen ARA werden für die Elimination von Mikroverunreinigungen ausgerüstet sein. Die Einführung einer Filtration am Ende des Wasseraufbereitungsprozesses wird es ermöglichen, die in die Gewässer eingeleiteten Schadstofffrachten deutlich zu reduzieren und den Phosphoreintrag aus den Kläranlagen zu halbieren (2,6 t/a). Das Projekt der ARA Seeland Süd in Muntelier, das im Herbst 2019 öffentlich aufgelegt worden war, sieht bereits ein Filtrationssystem vor.

Diffuse Einträge

60% der biologisch verfügbaren Phosphorflüsse sind diffusen Ursprungs, hauptsächlich im Zusammenhang mit der Landwirtschaft. Das Ingenieurbüro hat Empfehlungen zur Reduzierung dieser Einträge ausgearbeitet.

Der Bericht und die Empfehlungen werden demnächst den betroffenen Kreisen präsentiert und mit ihnen diskutiert werden.