Der kantonale Klimaplan der zweiten Generation (KKP2) verfolgt drei Hauptziele: die Unabhängigkeit des Kantons von fossilen Energien zu erhöhen, die Anfälligkeit von Gebiet, Infrastruktur, Bevölkerung und lokaler Produktion gegenüber dem Klimawandel zu verringern und die Vorbildfunktion des Staats sicherzustellen, was sich in Investitionen in die lokale Wirtschaft niederschlägt. Einige Massnahmen knüpfen an den ersten Klimaplan an, während andere die Umsetzung der betreffenden sektoralen Politiken unterstützen, indem sie die zur Erreichung der Ziele erforderlichen Verbesserungen vorantreiben. Die Gliederung in vorwiegend auf Anreize ausgerichtete Massnahmen soll eine flexible Umsetzung ermöglichen sowie Innovation und Reaktionsfähigkeit in den betroffenen Sektoren fördern.
Dem Grossen Rat wird ein Antrag auf einen Verpflichtungskredit in Höhe von 31 Millionen Franken zur Umsetzung eines Massnahmenpakets für den Zeitraum 2027–2030 vorgelegt. Für weitere umfangreiche Projekte werden separate Finanzierungsanträge gestellt werden. Der entsprechende Finanzierungsbedarf wird derzeit auf rund 29,65 Millionen Franken geschätzt.
Die aktualisierten Analysen der Klimarisiken, die neue kantonale CO₂-Bilanz sowie die sektoralen Absenkpfade zur Reduktion der Treibhausgasemissionen bestätigen die Notwendigkeit dieser Investitionen. Sie tragen dazu bei, die Risiken von Extremwetterereignissen sowie die künftigen Kosten zu verringern, und wirken sich gleichzeitig positiv auf die Gesundheit, die Raumplanung und die lokale Wirtschaft aus.
Auf der Strasse, auf dem Teller, auf den Feldern und in der Stadt
Die Ergebnisse der CO₂-Bilanz für 2025 zeigen, dass insbesondere in den Bereichen Verkehr und Ernährung verstärkte Anstrengungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen erforderlich sind.
Der Staatsrat plant daher, die Elektromobilität zu fördern sowie die Verlagerung des Verkehrs auf den öffentlichen Verkehr, den Veloverkehr und den Fussverkehr voranzutreiben. Die konkreten Massnahmen werden den regionalen Besonderheiten sowie den Bedürfnissen der Bevölkerung in städtischen und ländlichen Gebieten Rechnung tragen.
Im Bereich Ernährung setzt sich der Staatsrat für die Förderung kurzer Transportwege sowie gesunder, regionaler und saisonaler Produkte ein, insbesondere in der Gemeinschaftsgastronomie. Hierbei liegt das Hauptaugenmerk auf der Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung, der Förderung des lokalen Konsums und der Optimierung der landwirtschaftlichen Produktion.
Um das Kantonsgebiet an den Klimawandel anzupassen und gleichzeitig seine Exposition und Vulnerabilität zu verringern, bleibt die Gewässerbewirtschaftung ein zentrales Thema. Gleiches gilt für den Umgang mit Naturgefahren, den Schutz der Bevölkerung vor Hitzewellen, etwa durch die Begrünung des Siedlungsraums, sowie die Wasserversorgung auf den Alpen. Der neue Klimaplan sieht mehrere Massnahmen vor, die zur Bewältigung dieser Herausforderungen beitragen.
Fokus auf das Wesentliche
In Übereinstimmung mit den in der Bundes- und Kantonsgesetzgebung festgelegten Zielen verfolgt der Staatsrat das Ziel der Klimaneutralität der Kantonsverwaltung bis 2040. Er verpflichtet sich, die Treibhausgasemissionen seiner Tätigkeiten zu reduzieren und seine Infrastruktur an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen, insbesondere um den thermischen Komfort in den staatlichen Gebäuden während Hitzewellen zu verbessern.
Der Staatsrat will seine Finanzinstrumente, namentlich Investitionen, das öffentliche Beschaffungswesen und die Finanzströme, an den Klimazielen ausrichten. Die Investitionen, die erforderlich sind, um die Vorbildfunktion des Staats sicherzustellen, werden grösstenteils im Freiburger Bausektor getätigt. Es geht somit auch darum, ein Signal an den Markt zu senden und die Kompetenzen sowie die Beschäftigung im Kanton zu stärken.
Ein Plan, der auf lokale Initiativen und gemeinsames Handeln setzt
Reparieren statt wegwerfen, lokale Produkte statt importierter Erzeugnisse konsumieren, sich anders fortbewegen: Der neue KKP setzt auch auf Massnahmen, die die Freiburgerinnen und Freiburger bereits ergreifen, sowie auf gemeinsames Handeln.
Der Plan, der unter Mitwirkung der staatlichen Stellen, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft erarbeitet wurde, stiess in der öffentlichen Vernehmlassung überwiegend auf positive Resonanz. Aufgrund der eingegangenen Stellungnahmen wurden Anpassungen vorgenommen, um die endgültige Fassung weiter zu verbessern.
Mehr als 45 Partnerinnen und Partner werden an der Umsetzung mitwirken, um Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe, Schulen, Gemeinden, staatliche Einrichtungen sowie die gesamte Bevölkerung bei der Klimatransition zu begleiten.
Bericht über die Umsetzung des kantonalen Klimaplans 2025
Im Jahr 2025 wurden 8 neue Massnahmen der ersten Generation des kantonalen Klimaplans umgesetzt, womit sich die Zahl der seit dem Start des Plans im Jahr 2021 eingeleiteten Massnahmen auf 95 erhöht hat. Damit rückt das Ziel von 100 Massnahmen bis Ende 2026 näher, bevor die Strategie und der Aktionsplan für den Zeitraum 2027–2031 erneuert werden.
Die meisten Jahresziele wurden erreicht, und die Prozesse zur Steuerung, Priorisierung und Überwachung der Massnahmen funktionieren auf effiziente, strukturierte und transparente Weise. Der Bericht zeigt aber auch Schwachstellen und Verbesserungspotenzial auf: Die Kohärenz der sektoralen Politiken muss gestärkt werden, und es sind weitreichende Massnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen sowie zur Anpassung an den Klimawandel erforderlich. Diese Erkenntnisse wurden bei der Ausarbeitung des KKP2 und bei der Umsetzung seines Aktionsplans berücksichtigt.
Mehr dazu
- Kantonaler Klimaplan der 2. Generation - Klimastrategie und Aktionsplan 2027-2031 PDF, 45.25MB
- Kantonaler Klimaplan der zweiten Generation - Vernehmlassungsbericht (auf Französisch) PDF, 3.59MB
- Dekret über einen Verpflichtungskredit für die Umsetzung des Klimaplans der 2. Generation PDF, 121.21k
- Verpflichtungskredit für die Umsetzung des Klimaplans der 2. Generation - Botschaft PDF, 553.79k
- Kantonaler Klimaplan der 2. Generation - Medienkonferenz 26.08.2026, Präsentation PDF, 4.47MB