Angesichts der Auswirkungen des Klimawandels – längere Trockenphasen, höhere Temperaturen, zunehmender Druck auf die Wasserressourcen – hat der Kanton Freiburg beschlossen, eine «Bewässerungsstrategie 2035» zu erarbeiten, um eine nachhaltige Wasserversorgung für die Landwirtschaft zu gewährleisten und gleichzeitig die Wasserressourcen, die Biodiversität und die Bodenqualität zu erhalten. Diese Bewässerungsstrategie steht im Einklang mit dem kantonalen Klimaplan, dem Sachplan Gewässerbewirtschaftung (SPGB) und der kantonalen Biodiversitätsstrategie. Sie ist ein zentrales Instrument für die Anpassung der Landwirtschaft im Kanton an den Klimawandel.
Heute stösst die Entwicklung der Bewässerung auf mehrere Hindernisse: Hohe Kosten, ein erhebliches wirtschaftliches Risiko für die Bewirtschaftenden, ein Mangel an Daten und Fachwissen, komplexe Verwaltungsverfahren und die durch den Klimawandel bedingten Unsicherheiten in Verbindung mit einer zunehmenden Anfälligkeit der Wasserressourcen. Das Ziel der Bewässerungsstrategie besteht darin, diese Hindernisse zu beseitigen, um eine gezielte, nachhaltige und an die aktuellen Herausforderungen angepasste Bewässerung zu ermöglichen.
Die Bewässerungsstrategie des Kantons Freiburg basiert auf vier sich ergänzenden Stossrichtungen, die in einem Massnahmenplan umgesetzt wurden. Hier eine Übersichtstabelle:
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Strategische Stossrichtung |
Hauptziel |
Operative Massnahmen |
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1. Landwirtschaftliche Produktion |
Aufrechterhaltung einer an die lokalen Bedingungen angepassten Produktion dank effizienter und nachhaltiger Bewässerungssysteme | A1 Kompetenzen von Grangeneuve stärken / A2 Kompetenzen der Bewirtschaftenden stärken / A3 Effiziente Bewässerung gewährleisten / A4 Wirtschaftlicher Nutzen der Bewässerung bewerten. |
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2. Ressourcen |
Erhaltung der Wasserressourcen, der Böden und der Biodiversität | R1 Bewässerungsmengen überwachen / R2 Bewässerungsfähigkeit der Böden verbessern / R3 Entwicklung der Biodiversität in bewässerten Gebieten überwachen / R4 Auswirkungen der Bewässerung auf das Grundwasser überwachen / R5 Auswirkungen der Bewässerung auf Oberflächengewässer überwachen / R6 Wasserrückhaltung auf den Parzellen fördern. |
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3. Planung |
Planung der Infrastrukturentwicklung entsprechend der Wasserverfügbarkeit und der Eignung der Kulturen | P1 Bewirtschaftende bei der Projektplanung unterstützen / P2 Zugang zu den Wasserressourcen für die Bewässerung regeln / P3 Entnahmebewilligungen und Entnahmen verwalten und dokumentieren / P4 Neue Projekte für Bewässerungsnetze gruppieren. |
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4. Koordination |
Koordination der Nutzung zwischen den verschiedenen Nutzern und mit den Nachbarkantonen |
C1 Koordination zwischen den kantonalen Dienststellen verstärken / C2 Verfahren zwischen benachbarten Kantonen koordinieren / C3 Wasserbedarf für die Bewässerung in den Konzessionen für Wasserkraftwerke berücksichtigen. |
Die Umsetzung der Bewässerungsstrategie liegt in erster Linie in der Verantwortung der Bewirtschaftenden; der Kanton bietet finanzielle Unterstützung, vor allem mit Finanzhilfen in Form von Investitionskrediten und A-Fonds-perdu-Beiträge, aber auch in Form von konkreten Hilfestellungen: So ist Grangeneuve für die technische Koordination, die Schulung und die Begleitung der Bewirtschaftenden zuständig, während das Amt für Umwelt (AfU) für die Überwachung der Ressourcen und die Bewilligung von Entnahmen verantwortlich ist.
Die Kosten für die Umsetzung werden derzeit auf rund 69 Millionen Franken bis 2035 geschätzt, hauptsächlich für die Planung und den Bau von kollektiven Infrastrukturen. Die laufenden Projekte (ca. 66 Millionen Franken) können mit A-Fonds-perdu-Beiträgen in Höhe von rund 30 % vom Bund und 35 % vom Kanton gefördert werden. Die restlichen rund 35 % müssen von den Bewirtschaftenden getragen werden.
Die Bewässerung ist ein zentrales Instrument zur Anpassung an den Klimawandel. Mit der vorliegenden Strategie trägt der Staatsrat dieser Tatsache Rechnung. Ziel ist es, eine nachhaltige Wasserversorgung für die Freiburger Landwirtschaft zu gewährleisten und damit zur Ernährungssicherheit des Landes beizutragen, während gleichzeitig die Biodiversität sowie die Bodenqualität erhalten bleiben.
Die Bewässerungsstrategie entspricht damit der Vision des Staatsrats für die Freiburger Landwirtschaft: Die Förderung einer professionellen, produktiven, nachhaltigen und umweltfreundlichen Landwirtschaft.