Zwischen 2017 und 2025 stieg die Anzahl der ambulanten Sprechstunden am HFR von knapp 490 000 auf etwa 640 000. Dabei wurde insbesondere in den letzten Jahren ein besonders starker Anstieg verzeichnet: Zwischen 2022 und 2025 stiegen die ambulanten Sprechstunden um 18 Prozent. Diese Entwicklung hin zu mehr ambulanter Tätigkeit, die durch den demografischen Wandel und die alternde Bevölkerung verstärkt wird, ist nicht nur am HFR Realität, sie betrifft alle Akteure im Spitalwesen. Die Herausforderung für die Spitäler liegt darin, die ambulanten und stationären Patientenflüsse klar voneinander zu trennen, um an Effizienz zu gewinnen.
Standort an der Route des Biches in Villars-sur-Glâne erfüllt Kriterien bezüglich Fläche und Zugänglichkeit
Auf dieser Grundlage hat das HFR Überlegungen angestossen, um zu klären, ob ein speziell für ambulante Leistungen konzipiertes Zentrum aufgebaut werden soll. In diesem sollen jene ambulanten Sprechstunden unter einem Dach zusammengefasst werden können, die keine massive technische Infrastruktur voraussetzen. Nach eingehender Prüfung mehrerer Optionen erwies sich der Standort an der Route des Biches auf dem Gemeindegebiet von Villars-sur-Glâne als am besten geeignet für das Projekt. Der Standort bietet mit 5500 m2 genug Platz und liegt gleichzeitig in Reichweite zum bestehenden Gebäude des HFR Freiburg – Kantonsspitals und des künftigen Aktuspitalzentrums.
Ein breites Angebot an ambulanten Leistungen
Das zukünftige ambulante Zentrum wird folgende acht Fachgebiete vereinen, die nicht auf massive technische Infrastruktur angewiesen sind: Onkologie, Rheumatologie, Diabetologie und Endokrinologie, Dermatologie, Zentrum für Essstörung und Übergewicht, Nephrologie, Schmerzzentrum und Venenzentrum. Insgesamt wurden in diesen Fachgebieten im Jahr 2025 knapp 95 000 Behandlungen durchgeführt. Ab Frühling 2028 können diese Patientinnen und Patienten im neuen ambulanten Zentrum in geeigneten und modernen Räumlichkeiten versorgt werden. Das bringt auch Vorteile für das medizinisch-pflegerische Personal und die Verwaltung mit sich, da die arbeitsergonomischen Gegebenheiten optimiert werden.
Es gilt zu beachten, dass ambulante Behandlungen in der Allgemeinen und Orthopädischen Chirurgie, der Neurologie und der Kardiologie, die eine massivere technische Infrastruktur erfordern (OP-Trakt, Radiologie), bis zur Inbetriebnahme des neuen Akutspitalzentrums (2035/2036) weiterhin im bestehenden Gebäude stattfinden.
Betriebsleiter für das ambulante Zentrum
Kürzlich konnte Stéphane Johner als Betriebsleiter engagiert werden. Er verfügt über einen Master in Health Administration der Universität Bern. Zudem bringt er mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Leitung von organisatorischen, digitalen, finanziellen und logistischen Transformationsprojekten im Gesundheitswesen und insbesondere am CHUV mit, wo er unter anderem stellvertretender Direktor für Verwaltung und Finanzen war. Er wird mit der Aufgabe betraut, den Aufbau des Zentrums zu leiten und anschliessend die Entwicklung der Leistungen sowie die administrative und finanzielle Verwaltung sicherzustellen.
Einzelner Freiburger Investor
Der Bau des Gebäudes wird vom Freiburger Investor Caldane SA finanziert. Das HFR hat einen langfristigen Mietvertrag unterzeichnet und verfügt über ein Vorkaufs- und Kaufrecht. Die Betriebskosten werden vergleichbar sein mit den Kosten einer Gemeinschaftspraxis. Das HFR kann Räumlichkeiten an interessierte Partner untervermieten und damit Synergien schaffen mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens. Die Gastroenterologie-Praxis Intesto ist bereits mit an Bord und wird ins ambulante Zentrum mit einziehen.
Eröffnung des Zentrums im Frühling 2028
Die Bauarbeiten starteten Mitte 2025 und sollen bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Anschliessend wird die Ausstattung der Räumlichkeiten knapp drei Monate in Anspruch nehmen. Die Inbetriebnahme des Zentrums ist somit im ersten Halbjahr 2028 geplant.
Über uns
Das freiburger spital (HFR) spielt als Kantonsspital mit seinen rund 3800 Mitarbeitenden eine wesentliche Rolle in der Freiburger Gesundheitsversorgung. Pro Jahr werden rund 20 000 Patientinnen und Patienten stationär betreut, dazu kommen 640 000 ambulante Behandlungen. Als Universitäres Lehr- und Forschungsspital bildet es gemeinsam mit der Universität Freiburg den Nachwuchs in der Grundversorgung von morgen aus.
Das HFR bietet eine sehr breite Palette an medizinischen Therapien an, darunter auch die wichtigsten chirurgischen Eingriffe. Kooperationen mit dem CHUV und dem Inselspital sorgen für einen direkten Anschluss an die hochspezialisierte Medizin.
Das Spitalnetz HFR mit einem Zentrum für Spitzenmedizin in Freiburg und regionalen Standorten in Riaz, Meyriez-Murten und Tafers, wo eine Permanence, Spitalbetten für die Innere Medizin, ambulante Behandlungen sowie Rehabilitation angeboten werden, ist nahe bei den Patientinnen und Patienten.