Communiqué de presse : L’Etat de Fribourg se dote d’un concept de lutte contre la violence au sein du couple.

3. September 2018 -11h30

Le Conseil d’Etat a adopté le Concept cantonal de lutte contre la violence au sein du couple et ses impacts sur la famille. Les 33 mesures prévues ciblent aussi bien les personnes impliquées directement que les acteurs et actrices du réseau.

Concept de lutte contre la violence au sein du couple_BEF / Konzept zur Bekämpfung von Gewalt in Paarbeziehungen_GFB
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Gewalt in Paarbeziehungen ist in der Schweiz[1] die häufigste Todesursache bei Frauen ‒ und zwar in allen Gesellschaftsschichten, ohne Unterscheidung der Herkunft oder der sozioökonomischen Situation. Diese Form der Gewalt ist in der Bevölkerung nach wie vor sehr stark verbreitet: Einer Schweizer Studie[2] zufolge erfährt jede fünfte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt durch ihren Partner. Die Folgen für die Betroffenen sind schwerwiegend und dauerhaft, die Konsequenzen ernsthaft, und zwar sowohl für die Gesellschaft als auch für die Opfer. In der Schweiz verursacht diese Problematik jährlich mindestens 164 Millionen Franken direkte Kosten (Spitäler, Justiz, Hilfseinrichtungen usw.) und 40 Millionen Franken indirekte Kosten (bezahlte oder unbezahlte Arbeitsunfähigkeit).[3]

Frucht interdisziplinärer Arbeit

Um wirksam gegen diese Problematik vorzugehen, hat der Staatsrat das kantonale Konzept zur Bekämpfung von Gewalt in Paarbeziehungen und ihrer Auswirkungen auf die Familie verabschiedet. Erarbeitet wurde dieses vom Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann und für Familienfragen (GFB) und von der kantonalen Kommission gegen Gewalt in Paarbeziehungen, in der Personen aus in diesem Bereich tätigen Institutionen und Diensten vertreten sind:

  • Bezirksgericht Saane
  • Kantonspolizei
  • OHG-Beratungsstelle
  • Oberamt des Sensebezirks
  • Zentrum für forensische Psychiatrie, FNPG
  • Staatsanwaltschaft
  • HFR
  • Frauenhaus
  • Friedensgericht des Saanebezirks
  • Kantonales Sozialamt
  • Amt für Bevölkerung und Migration
  • Jugendamt
  • Verein EX-pression
  • Paar- und Familienberatung
  • Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann und für Familienfragen, Präsidium und Sekretariat
Breit gefächertes Zielpublikum

Im Konzept werden 33 Massnahmen – davon zwölf prioritäre – auf neun Achsen vorgeschlagen, die auf Opferberatung und -betreuung, Schutz von Kindern, Gewalt ausübende Personen, Prävention bei den Jugendlichen, Ausbildung der Fachpersonen, Sensibilisierung des Justizwesens, nachhaltige Verankerung, Information und Bedrohungsmanagement ausgerichtet sind. Diese Massnahmen sind das Ergebnis einer gemeinsamen Auffassung und fächerübergreifender Überlegungen darüber, wie das Thema Gewalt in Paarbeziehungen in den verschiedenen betroffenen Einrichtungen angegangen werden soll.
Ziel ist die Optimierung des bereits bestehenden Dispositivs mithilfe allgemeiner sowie spezifischer Massnahmen, die dem tatsächlichen Bedarf der zuständigen Fachpersonen und Einrichtungen entsprechend festgelegt werden.

Einige Massnahmen befinden sich bereits in Umsetzung, weil das GFB im Rahmen von präzisen Projekten von Synergien und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit profitieren konnte. Andere wiederum erfordern die Umsetzung einer neuen Infrastruktur, so z. B. die zwei prioritären und dringenden Massnahmen: Stärkung der Gewaltmedizin (Massnahme 1) und Schaffung eines Dispositivs zum Bedrohungsmanagement (Massnahme 33). In diesem Fall geht es um die Einbindung der Guten Praxis, die anderswo bereits Anwendung findet, sodass der Kanton Freiburg die Problematik angemessen angehen kann.

Keine Privatangelegenheit

Mit der Verabschiedung des Konzepts will der Staatsrat ein klares Zeichen setzen: Gewalt in Paarbeziehungen ist keine Privatangelegenheit mehr, sie betrifft die ganze Gesellschaft. Und der Schaden, den sie in den Paaren und den Familien anrichtet, ist nicht nur für die Opfer gross, sondern auch für die Kinder, die damit konfrontiert sind. Die Schweiz ist dem Beispiel der umfassenden internationalen Bewegung gefolgt und hat am 1. April 2018 das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt ratifiziert (Istanbul-Konvention). Dabei geht es darum, ein internationales Bewusstsein für die Notwendigkeit zu entwickeln, sich mit wirksamen und nachhaltigen strukturellen Instrumenten zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, darunter auch die Gewalt in Paarbeziehungen, auszustatten.

 

[1] 2018. Polizeilich registrierte Tötungsdelikte 2009–2016. Innerhalb und ausserhalb des häuslichen Bereichs. Neuchâtel: BFS.
[2] 1997. Domination et violence envers la femme dans le couple, Gillioz L., De Puy J., Ducret V., Lausanne, Payot.
[3] 2013. Kosten von Gewalt in Paarbeziehungen. Forschungsbericht, EDI/EBG.

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