Der durch den Klimawandel hervorgerufene Stress ist eine aussergewöhnliche Herausforderung. Laut dem schweizerischen Landforstinventar ist 2024 auf dem Mitteland 1 von 14 Bäumen tot und 1 von 5 beschädigt ist. In den Voralpen ist jeder 7. Baum tot und fast jeder vierte weist einen Schaden auf. Bäume, die heute noch jung sind, werden im Laufe ihres Lebens durchschnittliche Sommertemperaturen von über 6°C erleben .
Der aktuelle Zustand und die Zukunft des Waldes sollten uns zum Nachdenken bringen. Er muss sich schneller als je zuvor in den letzten Jahrtausenden anpassen.
Der Klimawandel verläuft sich viel schneller als die natürliche Anpassungsfähigkeit des Waldes. In diesem Kontext unterstützen wir sie, rascher widerstandsfähiger gegen Störungen zu werden.
Unsere Teams in der Forstwirtschaft gestalten den Wald auf natürliche Weise so, dass er arten- und strukturreicher sowie schöner und widerstandsfähiger werden.
Der Wald schafft einen belebenden und sicheren Rahmen für unsere Freizeitaktivitäten, schützt die Infrastruktur und bietet Lebensraum für zunehmend bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Zugleich liefert er nachhaltig hochwertiges Holz für Bau und Handwerk und trägt damit zum Bestehen einer ganzen regionalen Industrie bei.
Ziel: die vom Wald erbrachten Leistungen zu gewährleisten
Das WNA hat rund zehn Prioritätsmassnahmen ins Leben gerufen, um die Anpassung unserer Wälder zu fördern: unter anderem die Schaffung neuer Planungsinstrumente und -grundlagen, die Identifizierung besonders empfindlicher Bestände, die Entwicklung eines kantonalen Konzepts zur Bekämpfung und Vorbeugung von Waldbränden, die Weiterbildung von Förstern und eine Austauchsintensivierung zwischen Kantonen und Fachpersonen.
Der Aktionsplan In Kürze :
Der WNA-Aktionsplan orientiert sich an den drei strategischen Achsen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), die zusammen eine effiziente Lösung zur Sicherstellung der Kontinuität der Waldfunktionen bilden:
- Erhöhung der Störungsresistenz des Waldes;
- Stärkung der Resilienz des Waldes;
- Erhöhung der Anpassungsfähigkeit des Waldes.
Zu diesem Zweck sind 36 prioritäre Massnahmen, davon 10 Sofortmassnahmen, geplant, um auf die fünf Schlüsselvariablen des adaptiven Managements einzuwirken:
- Erhöhung der Baumartenvielfalt;
- Erhöhung der Strukturvielfalt;
- Erhöhung der genetischen Vielfalt;
- Erhöhung der Störungsresistenz der Einzelbäume;
- Reduktion der Umtriebszeit bzw. des Zieldurchmessers für gleichaltrige und anfällige Bestände.
Priorisierung gefährdeter Bestande
Alle Wälder sind anfällig, aber um unsere Aktion zu priorisieren, ist eine Identifizierung der problematischsten Waldbestände erforderlich. Das WNA hat eine Vorstudie zur Definition einer Identifikationsmethode durchgeführt, um unsere Aufmerksamkeit noch stärker auf die weniger toleranten und weniger klimaresistenten Bestände zu lenken.Die beiden in unseren Wäldern vorherrschenden Baumarten sind zugleich am empfindlichsten gegenüber Trockenheit, Hitze und Schädlingsbefall: Fichte und Buche. 67 % unserer kantonalen Wälder bestehen überwiegend aus diesen beiden Arten, davon liegen 40 % ausserhalb ihrer klimatisch günstigen Zone. Das bedeutet, dass 27 % unserer Wälder besonders gefährdet sind.
Nach dieser Identifikation wurden 8 gefährdete Wälder mit Unterstützung des kantonalen Klimaplänes exemplarisch behandelt, um ihre Zusammensetzung und Struktur zu verbessern. Die Interventionen dienen als Beispiele für die Anpassung an den Klimawandel. In Zusammenarbeit mit der WSL (Programm Monexä ) werden diese Wälder beobachtet, um ihre Entwicklung und Verbesserung zu untersuchen.
Links und Dokumente
Kontakt zum Thema
Ansprechperson: Nicolas Ricodeau
Amt für Wald und Natur
Sektion Wald und Naturgefahren
Route du Mont Carmel 5, 1762 Givisiez