Testen, tracken, isolieren: neue Strategie zur Eindämmung des Coronavirus

7. Mai 2020 -15h41

Der Kanton Freiburg errichtet in Zusammenarbeit mit dem HFR an vier Standorten ein COVID-19-Schnelltestzentrum. Ziel ist es, mehr Leute zu testen, indem die Tests zugänglicher gemacht werden. Des Weiteren richtet der Kanton ein Contact-Tracing-System ein; dieses soll Personen ausfindig machen, die engen Kontakt zu Corona-Positiven hatten. Hier geht es darum, strenge Quarantänen zu verhängen, um die Epidemie einzudämmen.

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Im Hinblick auf die Lockerung der Corona-Massnahmen und in Übereinstimmung mit den Anforderungen des Bundes haben die kantonalen Gesundheitsbehörden eine neue Test- und Contact-Tracing-Strategie präsentiert.

Schnelltest ohne ärztliche Untersuchung
Bislang waren die COVID-19-Tests dem Gesundheitspersonal sowie besonders gefährdeten Personen und solchen mit schwerem Verlauf vorbehalten, die von ihrer behandelnden Ärztin bzw. ihrem behandelnden Arzt oder der Notfallärztin bzw. dem Notfallarzt in einen der COVID-19-Behandlungspfade1 des Kantons geschickt wurden. Seit diesem Donnerstag können sich nun auch Personen mit leichten Symptomen, die keine ärztliche Untersuchung benötigen, testen lassen.
Die betreffenden Personen müssen auf der Online-Plattform «Abilis-CoronaCheck» einen Fragebogen ausfüllen. Sie bekommen dann ein Ticket und können sich in der Folge in das angegebene Schnelltestzentrum begeben. Die vier Schnelltestzentren befinden sich an den HFR-Standorten Meyriez-Murten, Tafers, Riaz und Freiburg. Für die Laboranalyse arbeitet das HFR mit dem Swiss Integrative Center for Human Health (SICHH) und dem Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen zusammen.

Das Testergebnis dürfte spätestens nach 48 Stunden vorliegen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Schnelltests nicht für Personen ohne Symptome vorgesehen sind. Risikopersonen und solche mit schweren Symptome müssen sich auch in Zukunft an ihre Ärztin bzw. ihren Arzt oder an die Notfallärztin bzw. den Notfallarzt wenden.

Umgebungsuntersuchungen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus
Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen müssen sich Personen mit positivem Testergebnis während 10 Tagen mindestens und bis 48 Stunden nach Abklingen der Symptome in Isolation begeben. Ihre engen Kontaktpersonen müssen ihrerseits während mindestens 10 Tagen in strenge Quarantäne.

Ein Team des Kantonsarztamtes (KAA) wird mit Verstärkung von Pflegefachpersonen der Lungenliga die Kontaktpersonen der Infizierten ausfindig machen und sie über die konkrete Umsetzung der angeordneten Quarantäne informieren. Dazu wird eine von der WHO zur Verfügung gestellte Software verwendet. Diese Software erfüllt alle Anforderungen im Zusammenhang mit dem Datenschutz und erlaubt es, die Situationen mitzuverfolgen.

Ausserdem liefert sie wertvolle Informationen für die Durchführung von epidemiologischen Analysen, wodurch Krankheitsausbrüche besser in Schach gehalten werden können. Das KAA kann auf die Unterstützung der Polizei zählen, um seine Kompetenzen bei den Untersuchungen zu verstärken. Um zu beurteilen, ob die Entwicklung ihres Gesundheitszustands weitere Massnahmen erfordert, werden die kontaktierten Personen nach 5 bzw. nach 10 Tagen noch einmal angerufen. Man schätzt, dass eine positiv getestete Person acht enge Kontaktpersonen hat. Die angewandte Strategie erlaubt ein Contact Tracing von 10 Personen pro Tag.


1 HFR-Standorte Tafers, Meyriez-Murten, Riaz, Centre médical de la Veveyse, Freiburg oder HIB.