Die kantonalen COVID-19-«Hotlines» werden abgeschaltet. Mit ihren Antworten auf tausende Anrufe aus der Bevölkerung des Kantons Freiburg spielten sie eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Pandemie.

15. Juni 2020 -09h15

Die verschiedenen COVID-19-Hotlines im Kanton Freiburg, die rasch nach Beginn der Pandemie eingerichtet wurden, beruhigten, informierten und klärten alle Arten von Fragen im Zusammenhang mit der Gesundheits- und Wirtschaftskrise. Sie waren in drei Bereiche unterteilt – «Gesundheit», «Wirtschaft» und «Alltag» – und nahmen 22 000 Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern des Kantons Freiburg entgegen; sie entsprachen damit den ständigen Dienstleistungen für die Bevölkerung. Angesichts der allmählichen Rückkehr zum Normalzustand und des damit verbundenen Rückgangs der Nachfrage werden sie stillgelegt, nicht aber die Dienstleistungen für die Bevölkerung des Kantons Freiburg an sich.

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Der Ausbruch der COVID-19-Pandemie im Kanton Freiburg ab der ersten Märzwoche 2020 hatte bedeutende Auswirkungen auf das tägliche Leben der Bevölkerung. Um mit der ausserordentlichen Lage fertig zu werden und die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen, trafen die Behörden des Bundes und der Kantone besondere Massnahmen und Vorkehrungen, die bei den Anwohnerinnen und Anwohnern Fragen und Bedenken auslösten. Um auf die zahlreichen Fragen und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger zu sozialen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Krise bestmöglich und bürgernah zu reagieren, hat der Staat Freiburg eine Reihe von spezialisierten Hotlines eingerichtet: die Hotlines «Gesundheit», «Wirtschaft und Unternehmen», «Kurzarbeit» und «Alltag und psychologische Unterstützung».

Diese Hotlines, bei denen Dutzende von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tätig waren, haben ihre Nützlichkeit dadurch bewiesen, dass sie Tausende von Anrufen beantworteten. Die Gesamtzahl der Anrufe auf die vier Hotlines beträgt bis zum heutigen Tag gegen 22 000.

Der Staatsrat kündigte am Dienstag an, dass die am 13. März 2020 verordnete ausserordentliche Lage am 19. Juni 2020 zu Ende geht. Mit dieser allmählichen Rückkehr zur Normalität werden auch die kantonalen COVID-19-Hotlines stillgelegt. Die Bürgerinnen und Bürger, welche die Hotline-Nummern anrufen werden fallweise auf Anrufbeantworter, E-Mail-Adressen oder Call-Center umgeleitet. Der Staatsrat dankt allen, die sich Tag und Nacht bei den verschiedenen COVID-19-Hotlines im Dienste der Bevölkerung des Kantons Freiburg engagiert haben.

Überblick über die Aktivitäten der kantonalen Hotlines

Hotline «Gesundheit»

Die Hotline «Gesundheit» war vom 13. März 2020 bis zum 12. Juni 2020 in Betrieb. Sie wurde im Auftrag des Kantonalen Führungsorgans (KFO) und des freiburger spitals (HFR) vom Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (LSVW) in nur einer Nacht eingerichtet. Ihre Telefonnummer 084 026 1700 bleibt bestehen, wird aber ab heute Abend auf das neue «Call Center Gesundheit», das unter der Leitung der Direktion für Gesundheit und Soziales GSD betrieben wird, umgeleitet.

Während des Betriebs der Hotline «Gesundheit» gingen 8037 Anrufe ein, mit einem Spitzenwert von 665 Anrufen am 16. März 2020. Von den eingegangenen 8037 Anrufen wurden 535 an Ärztinnen und Ärzte und 117 an Psychologinnen und Psychologen weitergeleitet. Insgesamt arbeiteten 148 Personen für die Hotline «Gesundheit», die an sieben Tagen in der Woche erreichbar war. Zusammensetzung des Telefon- und Support-Teams: 148 Personen, darunter Studierende der Hochschule für Gesundheit, Berufsleute aus dem Gesundheitswesen mit medizinischen Kenntnissen (Pflegefachfrauen und -männer, Veterinärmedizinerinnen und -mediziner, Medizinstudierende des 4. Masterjahres usw.), Psychologinnen und Psychologen, Ärztinnen und Ärzte und Vertreterinnen und Vertreter der Kantonspolizei.

«Die Hotline «Gesundheit» sorgte für eine Beruhigung der Bevölkerung des Kantons Freiburg», bezeugt Grégoire Seitert, Vorsteher des LSVW, der für die Hotline zuständig war. «Sie trug zur Klärung aller möglichen Fragen bei, insbesondere zu Beginn der Pandemie, als noch vieles unbekannt war. Ihr Wissen hat sich täglich weiterentwickelt, und für jeden eingehenden Anruf wurde eine Patientenakte erstellt und ausgefüllt. Auf medizinischer Ebene diente die Hotline und die Ärztinnen und Ärzte, die hinter ihr standen, als guter Filter und sanitäre Triage vor einem eventuellen Spitalaufenthalt der Patientinnen oder Patienten und trug so dazu bei, die Gesundheitsstrukturen des Kantons Freiburg erheblich zu entlasten und den dauerhaften menschlichen Kontakt mit der Bevölkerung zu erhalten. Ausserdem konnte dank ihr jede Nacht eine wertvolle Bilanz der täglichen Sorgen der Bevölkerung gezogen werden».

Hotline «Alltag und psychologische Unterstützung».

Die Hotline nahm ihre Tätigkeit am 17. März 2020 zum Themenbereich «Schliessung von Geschäften» auf. Diese Hotline war eine der Antworten, die das KFO wählte, um Fragen der Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Beschluss des Bundesrates, während der «ausserordentlichen Lage» zahlreiche Einrichtungen zu schliessen, zu beantworten. Am 30. März 2020 wurde sie in die Hotline «Wirtschaftliches Leben und psychologische Unterstützung» umgewandelt. Sie wurde im Auftrag des KFO von der Kantonspolizei geschaffen, um im weitesten Sinne auf alle Alltagsfragen der Bevölkerung Antworten zu geben. Die Hotline wird am 14. Juni 2020 abgestellt. Ihre Nummer lautet: 026 552 6000. Anrufe werden künftig auf einen Telefonbeantworter umgeleitet. Fragen können weiterhin über die folgende E-Mail-Adresse gestellt werden: viequotidienne@fr.ch.

Von ihrer Eröffnung an bis zum 9. Juni 2020 hat die Hotline 3777 Anrufe entgegengenommen, mit einem Spitzenwert von 781 Anrufen (am 18. März 2020, bei der Hotline «Schliessung von Geschäften») respektive 153 Anrufen (am 30. März 2020, bei der Hotline «Alltag»). Die durchschnittliche Anzahl der Anrufe pro Tag betrug 55. Rund 30 Staatsangestellte (20 von der Kantonspolizei und 10 von anderen staatlichen Ämtern) sowie eine Gruppe von Spezialistinnen und Spezialisten für psychologische Unterstützung wurden eingestellt, um die Linie an sieben Tagen in der Woche zu betreiben.

Michel-Alexandre Corpataux, Brigadenchef, der Leiter der Hotline «Alltag» unterstreicht: «Die Hotline «Alltag und psychologische Unterstützung» war ein wichtiges Instrument, um auf die zahlreichen Fragen aus der Bevölkerung zu verschiedensten Themen des Alltagslebens zu antworten. Sie bot den Bürgerinnen und Bürgern des Kantons Freiburg aktives Zuhören und persönliche Antworten an. Sie konnte die Menschen auch an spezialisierte Ansprechpartner oder psychologische Unterstützung verweisen. Zusätzlich hat sie die Hotline Gesundheit und die Hotline Wirtschaft entlastet und ermöglicht, dass die Beiträge und Anliegen der Bevölkerung beim KFO und bei der Kantonspolizei ankamen».

Hotline «Wirtschaft und Unternehmen»

Die Hotline «Wirtschaft und Unternehmen» wurde am 23. März 2020 aktiviert und am 10. Juni 2020 deaktiviert. Sie wurde im Auftrag des KFO von der Wirtschaftsförderung des Kantons Freiburg WIF eingerichtet und betrieben, um Fragen von Unternehmen und Selbständigerwerbenden zu beantworten, insbesondere zu den Themen Darlehen und Bürgschaften sowie zu allen Massnahmen des Bundes und des Kantons zur Unterstützung der Wirtschaft (insbesondere Beiträge an Mietzinsen, Darlehen für Start-ups, Coaching und Erwerbsersatz). Die Hotline antwortete auf insgesamt 1875 Anrufe, mit einem Spitzenwert von 160 Anrufen an einem Tag. Ihre Nummer lautete 026 304 14 10 und wird neu auf die Nummer der WIF umgeleitet. Die E-Mailadresse wird bei Bedarf beibehalten.

Während ihres Betriebs waren bei der Hotline zwischen 3 und 12 Personen pro Tag beschäftigt. Darunter: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WIF (Ökonominnen und Ökonomen, Ingenieurinnen und Ingenieure, Sekretariatspersonal, Finanzspezialistinnen und -spezialisten), aber auch aus anderen Bereichen der Staatsverwaltung, wie etwa dem Finanzinspektorat (Finanzinspektor), dem Amt für Energie (Sekretariat), dem Amt für Statistik (Statistikerinnen und Statistiker) und von den Arbeitgeberverbänden (Verbandsekretärinnen und -sekretäre und Veranstaltungsorganisatorinnen und -organisatoren), die an dieser gemeinsamen Anstrengung mitwirkten.

Die Einschätzung des Direktors der WIF, Jerry Krattiger, lautet: «Die Hotline «Wirtschaft und Unternehmen» war ein sehr nützliches Instrument für die wirtschaftlichen Akteurinnen und Akteure des Kantons Freiburg. In Krisenzeiten das Gespräch suchen zu können, angehört zu werden und lösungsorientiert vorzugehen, ist von entscheidender Bedeutung. Die Hotline stellte einen ausgezeichneten Kommunikationskanal für Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Selbständige dar, auf dem sie ihre Anliegen äussern und sich über Soforthilfe und bei Bedarf über Möglichkeiten des Coachings informieren konnten».

Hotline «Kurzarbeit»

Die Hotline «Kurzarbeit» wurde am 13. März 2020 eingerichtet. Sie wurde vom Amt für den Arbeitsmarkt AMA eingerichtet und betrieben und wurde Ende Mai deaktiviert. Sie war dafür bestimmt, auf verschiedenste Fragen der Wirtschaftsakteurinnen und -akteure, im Zusammenhang mit der Kurzarbeit zu antworten. Die Rechtsabteilung des AMA steht aber weiterhin für Informationen zur Verfügung.

Während der Zeit als sie in Betrieb war, nahm die Hotline 8400 Anrufe entgegen, mit einem Spitzenwert von 550 Anrufen an einem einzigen Tag. Bis zu 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AMA wurden extra für diese spezielle Aufgabe eingesetzt.

«Die Hotline «Kurzarbeit» war als Werkzeug und Hilfe für das Freiburger KMU-Netzwerk und die Bevölkerung des Kantons Freiburg im Allgemeinen von wesentlicher Bedeutung. Die grosse Anzahl Anrufe, die wir erhielten, zeugt davon», sagt Charles de Reyff, Vorsteher des Amts für den Arbeitsmarkt.