Man spricht von häuslicher Gewalt, wenn eine Person körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt ausübt oder androht, dies im Rahmen einer bestehenden oder aufgelösten familiären, ehelichen oder partnerschaftlichen Beziehung.

Violences domestiques
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Häusliche Gewalt

Diese Gewaltformen können in unterschiedlichen Konstellationen auftreten: Paarbeziehungen (auch in Beziehungen zwischen Jugendlichen), durch Eltern an ihren Kindern, Kindern gegenüber ihren Eltern, zwischen Geschwistern oder gegen betagte Familienmitglieder. Ebenfalls sind Kinder betroffen, welche elterliche Paargewalt miterleben.

Die Gewaltsituation hält oft über Jahre an und kann schwerwiegende Folgen haben für die Betroffenen (körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Appetitmangel, Kopfschmerzen und psychische Probleme wie Nervosität, Angstzustände, Depressionen). Sie kann auch dazu führen, dass eine betroffene Person  sich durch Alkohol- und Medikamentenmissbrauch oder Drogenkonsum gefährdet.

Wir raten jeder Person, die Opfer von häuslicher Gewalt wurde, sich an eine Beratungsstelle zu wenden, um Schutz und Unterstützung zu erhalten.

Gewalt in Paarbeziehungen

Die Tatsache, dass auch Männer Opfer werden von Gewalt in Paarbeziehungen ist immer noch wenig anerkannt. Darüber zu sprechen ist schwierig, auch in seinem näheren Umfeld. Scham und die Angst, dass einem nicht geglaubt wird, führen dazu, dass darüber oft geschwiegen wird.

Männer, die Gewalt erleben durch ihre Partnerin oder ihren Partner können sich  an die Opferberatungsstelle wenden. Wir bieten die Möglichkeit zu einem vertraulichen Gespräch, Informationen und Unterstützung. Darüber zu sprechen ist der erste Schritt, um die Spirale der Gewalt zu unterbrechen. Wir können Sie zudem über die juristischen Möglichkeiten informieren.

Die Hilfe ist unabhängig davon, ob Sie in einer bestehenden Partnerschaft, in der Trennungsphase oder nach der Trennung geschieht.

Falls notwendig und erwünscht, verweisen wir Sie an weitere Fachpersonen.

Betroffene Frauen wenden sich an die Opferberatungsstelle für Frauen.

Kinder als Mitbetroffene bei Gewalt in Paarbeziehungen

Kommt es zu elterlicher Paargewalt, sind die Kinder unweigerlich mitbetroffen. Sie sind gewalttätigen Szenen ausgesetzt, welche ihr psychisches Empfinden beeinträchtigen und ihre Lebensumwelt zu einem unsicheren, beängstigenden Ort werden lassen. Die Art und Weise, wie die Kinder von den Eltern in den Paarkonflikt einbezogen werden, die Art und Weise, wie sie sich selber zu schützen versuchen, die Ressourcen, welche sie ausserhalb der Familie finden und ihre Stellung in der Familie selber sind einige der Einflussfaktoren auf das Erleben des Kindes. Auch das Alter des Kindes, die Häufigkeit und Schwere der Gewalt sind wichtige Elemente.

Es kann zu Schlafstörungen, Appetitverlust, Unruhe oder im Gegenteil Rückzug, sowie schulischen Schwierigkeiten kommen. Das Kind braucht in dieser Situation Hilfe und Unterstützung.

Es ist entscheidend, dass die Kinder geschützt werden und dass ihnen geholfen wird, damit sie sich weder schuldig noch verantwortlich fühlen und in ihre Entwicklung keinen Schaden nimmt.

Personen aus dem Umfeld des Kindes (erweiterte Familie, Lehrpersonen u.a.) können uns kontaktieren bei Fragen rund um die Betreuung der Kinder oder wenn sie ein Opfer zu einer Beratung begleiten möchten.

Die Stelle des Jugendamtes bietet vertrauliche Gespräche und Beratung an und kann Sie über die zuständigen gerichtlichen Instanzen und an andere Fachleute verweisen (Fachpersonen des Kindesschutzes, Ärzte, Psychologen, AnwältInnen, Sozialdienste usw.)