Projektausschreibung – Woche gegen Rassismus 2027
Die 16. Woche gegen Rassismus wird vom 21. bis 27. März 2027 stattfinden. Im Rahmen dieser Ausgabe wird die Fachstelle für die Integration der MigrantInnen und für Rassismusprävention IMR den Fokus auf Rassismus in der Arbeitswelt setzen.
Veröffentlicht am 02. Oktober 2026 - 11h47
Seit 2012 organisiert der Staat Freiburg in Zusammenarbeit mit seinen Partnerorganisationen rund um den 21. März die Woche gegen Rassismus. Für 2027 setzt die IMR den Fokus auf das Thema «Rassismus und Arbeitswelt» um die alltäglichen Erfahrungen und Lebensrealitäten der betroffenen Menschen sichtbar zu machen.
Die Arbeit spielt in unserem Leben eine zentrale Rolle: Sie trägt zur finanziellen Unabhängigkeit bei, stärkt soziale Beziehungen und fördert das Selbstwertgefühl. Rassistische Diskriminierung kann in verschiedenen Phasen des Berufslebens auftreten, von der Stellensuche und dem Einstellungsverfahren über die Arbeitsbeziehungen bis hin zu den beruflichen Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Erlebt eine Person im beruflichen Umfeld rassistische Diskriminierung, hat dies auch Auswirkungen auf andere Bereiche ihres Lebens. Die Folgen sind vielfältig: Stress, das Gefühl von Ungerechtigkeit und Ausgrenzung, die Sorge, den Arbeitsplatz zu verlieren oder keine Stelle zu finden, sowie die Angst, den eigenen Lebensunterhalt nicht bestreiten zu können. Diese Erfahrungen wirken sich langfristig auf das Leben der betroffenen Menschen sowie auf das ihres sozialen Umfelds aus und haben darüber hinaus Folgen für die Gesellschaft als Ganzes.
Diese Realität wird von Statistiken und Studien belegt. In der Schweiz zählt der Bereich Arbeit und Stellensuche zu den am häufigsten genannten Lebensbereichen, in denen Menschen rassistische Diskriminierung erfahren. Gemäss den Zahlen des Bundesamts für Statistik aus dem Jahr 2025 ereigneten sich 52% der Fälle von rassistischer Diskriminierung im Bereich Arbeit und Erwerbstätigkeit.
Rassismus im beruflichen Umfeld zeigt sich nicht nur auf zwischenmenschlicher Ebene. Er ist auch institutionell und strukturell verankert und zeigt sich in den Praktiken, Normen und Funktionsweisen von Organisationen und der Arbeitswelt. Die Beschäftigung mit diesem Thema ermöglicht es, einen kritischen Blick auf unsere Gesellschaft zu werfen, zum Nachdenken anzuregen und konkrete Handlungsmöglichkeiten für eine gerechtere und inklusivere Arbeitswelt aufzuzeigen.
Vor diesem Hintergrund lanciert die IMR eine Projektausschreibung. Sie lädt interessierte Organisationen dazu eine, eine Tätigkeit in Zusammenhang mit dem Thema «Rassismus und Arbeitswelt» im Rahmen des Programms der Woche gegen Rassismus 2027 umzusetzen.
Teilnahmebedingungen
Wer kann einen Unterstützungsantrag einreichen?
Vereine, Kollektive, Gemeinden, Institutionen (Schulen, Staatsstellen usw.)
Wir ermutigen die Zusammenarbeit zwischen mehreren Trägerschaften und die Ko-Konstruktion von gemeinsamen Projekten.
Welche Beträge können ausgerichtet werden?
Bis zu CHF 2'000.- für ein Projekt, das durch eine Organisation umgesetzt wird.
Bis zu CHF 3'000.- für ein Projekt, das durch zwei Organisationen umgesetzt wird.
Bis zu CHF 4'000.- für ein Projekt, das durch drei Organisationen umgesetzt wird.
Welche Kriterien müssen eingehalten werden?
- Rassismus in Zusammenhang mit dem Thema «Rassismus und Arbeitswelt» behandeln;
- im Kanton Freiburg durchgeführt werden;
- während der Woche gegen Rassismus stattfinden (vom 21. bis 27. März 2027);
- nicht-diskriminierend, inklusiv und zugänglich sein (Ausnahme: Aktivitäten, die als Safe Spaces konzipiert sind).
Wir ermuntern die Organisationen zur Zusammenarbeit und zur Einreichung eines gemeinsamen Projekts, um den Austausch zwischen ihnen zu fördern. Auch möchten wir ein zu dichtes Veranstaltungsprogramm vermeiden, damit jede Tätigkeit auf genügend Raum und Sichtbarkeit erhält und auf eine zufriedenstellende Anzahl an Teilnehmenden zählen kann. Zudem laden wir die Projektträgerschaften dazu ein, Tätigkeiten in unterschiedlichen Regionen des Kantons zu entwickeln.
Eingabemodalitäten
Die Unterstützungsanträge sind bis am 30. November 2026 mittels untenstehenden Formulars einzureichen. Die Entscheide werden im Dezember 2026 mitgeteilt.
Für Fragen
Doris Galliker - 026 305 14 42 / doris.galliker@fr.ch
Quellen:
- BSV – Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz» (ZidS), 2025
- Rassismusvorfälle aus der Beratungsarbeit 2025, Bericht über rassistische Diskriminierung in der Schweiz, gestützt auf das Dokumentationssystems Rassismus DoSyRa
- Grundlagestudie zu strukturellem Rassismus in der Schweiz, SFM, 2022
Herausgegeben von Fachstelle für die Integration der MigrantInnen und für Rassismusprävention
Letzte Änderung: 06.10.2026 - 16h27